Fliegerschützenabzeichen mit Blitzbündel

Zink, rückseitig mit Hersteller "W. Deumer Lüdenscheid". Die Vernietung leicht lose, Adler wackelt.



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550,00

Fliegerschützenabzeichen mit Blitzbündel

Das Fliegerschützenabzeichen mit Blitzbündel stellt eine bedeutende Auszeichnung der deutschen Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese spezielle Variante des Fliegerschützenabzeichens wurde für Bordschützen und Bordfunker verliehen, die in Kampfflugzeugen dienten und besondere Leistungen im Luftkampf erbracht hatten.

Die Stiftung des Fliegerschützenabzeichens erfolgte am 19. Januar 1942 durch Hermann Göring als Oberbefehlshaber der Luftwaffe. Die Verleihungsbestimmungen sahen vor, dass Bordschützen nach einer bestimmten Anzahl von Feindflügen oder nach besonderer Bewährung im Luftkampf diese Auszeichnung erhalten konnten. Das Abzeichen existierte in mehreren Stufen, wobei die Grundstufe aus Zink oder Aluminium gefertigt wurde.

Das charakteristische Merkmal dieser Auszeichnung ist das Blitzbündel, das die Rolle des Bordschützen symbolisierte. Das Design zeigt typischerweise einen nach links gewendeten Adler mit gespreizten Schwingen, der einen Lorbeerkranz in den Fängen hält. Im unteren Teil des Kranzes befindet sich das namensgebende Blitzbündel, das die Kampfkraft und Schnelligkeit der Luftwaffe repräsentierte.

Der Hersteller W. Deumer aus Lüdenscheid war einer der bedeutendsten Produzenten von militärischen Auszeichnungen während der NS-Zeit. Die Firma, gegründet im 19. Jahrhundert, hatte sich auf die Herstellung von Orden, Ehrenzeichen und militärischen Abzeichen spezialisiert. Deumer gehörte zu den offiziell autorisierten Herstellern und produzierte Auszeichnungen in verschiedenen Qualitätsstufen. Die rückseitige Herstellermarkierung “W. Deumer Lüdenscheid” ist ein typisches Merkmal der Produkte dieses Unternehmens und dient heute als wichtiges Authentizitätsmerkmal für Sammler und Historiker.

Die Fertigung aus Zink ist charakteristisch für Abzeichen, die während der Kriegsjahre hergestellt wurden. Mit fortschreitendem Kriegsverlauf und zunehmender Materialknappheit wurden immer häufiger Ersatzmaterialien verwendet. Während frühe Exemplare oft aus hochwertigeren Materialien wie Buntmetall oder versilbertem Material gefertigt wurden, dominierten ab 1942/43 Zink- und Aluminium-Legierungen die Produktion. Dies ermöglichte eine kostengünstigere und materialsparendere Herstellung bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Produktionskapazitäten.

Die Verleihungspraxis des Fliegerschützenabzeichens folgte strengen Richtlinien. Bordschützen mussten ihre Eignung und ihren Mut im Kampfeinsatz unter Beweis stellen. Die Dokumentation der Verleihungen erfolgte durch die jeweiligen Einheiten, und die Auszeichnung wurde feierlich im Rahmen von Appellen oder besonderen Zeremonien überreicht. Das Abzeichen durfte an der linken Brustseite der Uniform getragen werden und genoss hohes Ansehen unter den Luftwaffensoldaten.

Technisch gesehen wurde das Abzeichen mittels einer Vernietung mit der Nadel verbunden, die das Befestigen an der Uniform ermöglichte. Die im vorliegenden Fall beschriebene lockere Vernietung ist ein häufig anzutreffendes Problem bei älteren Exemplaren. Durch jahrzehntelange Lagerung, mechanische Beanspruchung oder Materialermüdung können sich die Nietverbindungen lockern, was dazu führt, dass Teile des Abzeichens, insbesondere der Adler, beweglich werden.

Aus historischer Perspektive dokumentieren solche Abzeichen die Organisationsstruktur und das Auszeichnungssystem der deutschen Luftwaffe. Sie zeugen von der Bedeutung, die der Bordschützen-Funktion im Rahmen der Luftkriegsführung beigemessen wurde. Bordschützen spielten eine entscheidende Rolle beim Schutz von Bombern und anderen Flugzeugen gegen feindliche Jäger und trugen wesentlich zum Erfolg oder Misserfolg von Luftoperationen bei.

Heute sind solche Abzeichen bedeutende militärhistorische Objekte, die in Museen und Sammlungen zur Dokumentation und Erforschung der Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts aufbewahrt werden. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer dunklen Epoche der deutschen Geschichte und helfen, das Verständnis für die militärischen Strukturen und die Alltagsrealität der Soldaten jener Zeit zu vertiefen.

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