NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " NSKK Motorsturm 27/M66 Sturmorientierungsfahrt 18.7.1937 "

Buntmetall vergoldet, 60 x 79 mm, Hersteller : B.H.Mayer Pforzheim, Zustand 2.
337355
340,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " NSKK Motorsturm 27/M66 Sturmorientierungsfahrt 18.7.1937 "

Die vorliegende NSKK-Teilnehmerplakette des Motorsturm 27/M66 vom 18. Juli 1937 ist ein bemerkenswertes Zeugnis der sportlichen und propagandistischen Aktivitäten des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) während der NS-Zeit. Diese vergoldete Buntmetallplakette mit den Maßen 60 x 79 mm wurde von der renommierten Firma B.H. Mayer aus Pforzheim hergestellt und dokumentiert eine sogenannte Sturmorientierungsfahrt, die zu den typischen Veranstaltungen dieser paramilitärischen Organisation gehörte.

Das NSKK wurde 1931 ursprünglich als motorisierte Unterorganisation der SA gegründet und entwickelte sich nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 zu einer eigenständigen Gliederung der NSDAP. Unter der Führung von Korpsführer Adolf Hühnlein hatte das NSKK die Aufgabe, die Motorisierung in Deutschland voranzutreiben und die Bevölkerung kraftfahrtechnisch auszubilden. Dies geschah vor dem Hintergrund der geheimen Aufrüstungspläne und der Vorbereitung der Wehrmacht auf einen künftigen Krieg.

Die Organisation gliederte sich in verschiedene hierarchische Einheiten, wobei die Motorstürme die Grundeinheiten bildeten. Der Motorsturm 27/M66 war vermutlich Teil der Motorstandarte 66, wobei die Nummerierung die regionale Zuordnung innerhalb des gesamten NSKK-Systems widerspiegelte. Diese Motorstürme führten regelmäßig Ausbildungsveranstaltungen, Geländefahrten und Orientierungsfahrten durch, die sowohl der fahrtechnischen Schulung als auch der Kameradschaftspflege und ideologischen Festigung dienten.

Orientierungsfahrten waren ein wesentlicher Bestandteil der NSKK-Ausbildung. Sie dienten dazu, die Fähigkeiten der Mitglieder in Navigation, Geländeorientierung und Fahrzeugbeherrschung unter verschiedenen Bedingungen zu verbessern. Solche Veranstaltungen fanden typischerweise an Wochenenden oder Feiertagen statt und kombinierten sportliche Herausforderungen mit militärischer Disziplin. Die Teilnehmer mussten vorgegebene Strecken nach Karte bewältigen, wobei Geschicklichkeit, Zuverlässigkeit und Teamarbeit bewertet wurden.

Die Herstellung von Teilnehmerplaketten für solche Veranstaltungen war im NSKK weit verbreitet. Diese Abzeichen dienten nicht nur als Erinnerungsstücke, sondern auch als sichtbarer Ausdruck der Zugehörigkeit und Leistung. Anders als tragbare Auszeichnungen, die an der Uniform befestigt wurden, waren diese nichttragbaren Plaketten für die private Sammlung oder Aufbewahrung bestimmt. Sie wurden oft in speziellen Vitrinen oder Sammelalben präsentiert und dokumentierten die Teilnahme an verschiedenen NSKK-Veranstaltungen.

Die Firma B.H. Mayer's Kunstprägeanstalt in Pforzheim war eine der bedeutendsten Herstellerinnen von Orden, Ehrenzeichen und Plaketten während der NS-Zeit. Das 1871 gegründete Unternehmen hatte sich auf die Herstellung hochwertiger Metallprägungen spezialisiert und belieferte sowohl staatliche Stellen als auch Parteiorganisationen. Die handwerkliche Qualität der Mayer-Produkte war allgemein anerkannt, was sich in der präzisen Ausführung und Detailtreue ihrer Erzeugnisse widerspiegelte.

Das Jahr 1937 war eine Zeit intensiver Aktivität für das NSKK. Die Organisation zählte zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere hunderttausend Mitglieder und spielte eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung der deutschen Streitkräfte auf den kommenden Krieg. Die motorisierte Ausbildung, die das NSKK vermittelte, sollte einen Pool ausgebildeter Fahrer und Mechaniker für die Wehrmacht schaffen. Gleichzeitig diente die Organisation der Indoktrination ihrer Mitglieder mit nationalsozialistischem Gedankengut.

Solche Plaketten sind heute bedeutende zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in die Organisationsstruktur, die Aktivitäten und die materielle Kultur des NSKK geben. Sie illustrieren die Bedeutung, die der motorisierten Ausbildung und den damit verbundenen sportlichen Veranstaltungen im nationalsozialistischen System beigemessen wurde. Für Sammler und Historiker stellen sie wertvolle Primärquellen dar, die zur Rekonstruktion der Geschichte dieser Organisation beitragen.

Die Erhaltung in Zustand 2 (sehr gut) deutet darauf hin, dass die Plakette sorgfältig aufbewahrt wurde und nur geringfügige Gebrauchsspuren aufweist. Dies ist bemerkenswert für ein Objekt, das über 85 Jahre alt ist und die Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit überstanden hat. Die vergoldete Oberfläche und die Prägungsdetails sind offenbar weitgehend erhalten geblieben, was die ursprüngliche handwerkliche Qualität der Mayer'schen Fertigung unterstreicht.