Nationalsozialistischer Reichskriegerbund ( NSRKB ) - Abzeichen " Kriegs-Freiwilliger " der Kameradschaft der Kriegsfreiwilligen von 1914/18
Das Abzeichen "Kriegs-Freiwilliger" der Kameradschaft der Kriegsfreiwilligen von 1914/18 stellt ein bedeutendes Erinnerungsstück aus der Zeit des Nationalsozialismus dar, das eng mit dem Nationalsozialistischen Reichskriegerbund (NSRKB) verbunden ist. Dieses aus 833er Silber gefertigte Abzeichen wurde an einer langen Nadel getragen und symbolisierte die besondere Stellung derjenigen Veteranen, die sich zu Beginn des Ersten Weltkrieges freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hatten.
Der Nationalsozialistische Reichskriegerbund wurde im Jahr 1938 durch die Vereinigung verschiedener Veteranenorganisationen gegründet und unterstand der Führung der NSDAP. Die Organisation diente als Dachverband für ehemalige Soldaten des Ersten Weltkrieges und hatte die Aufgabe, die Kriegsveteranen im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie zu organisieren und zu indoktrinieren. Der NSRKB stand unter der Leitung von Wilhelm Reinhard und später von Reinhard Heydrich.
Die Kameradschaft der Kriegsfreiwilligen von 1914/18 bildete innerhalb des NSRKB eine besondere Gruppe. Sie ehrte speziell jene Männer, die sich im August 1914, zu Beginn des Ersten Weltkrieges, freiwillig zum Militärdienst gemeldet hatten. Diese Kriegsfreiwilligen nahmen in der nationalsozialistischen Propaganda eine besondere Stellung ein, da sie als Verkörperung von Opferbereitschaft, Vaterlandsliebe und militärischem Enthusiasmus galten.
Der Mythos von 1914 spielte in der NS-Ideologie eine zentrale Rolle. Die Begeisterung, mit der Tausende junger Männer im Sommer 1914 in den Krieg gezogen waren, wurde von den Nationalsozialisten instrumentalisiert und verklärt. Das Abzeichen der Kriegsfreiwilligen diente dazu, diese vermeintlich heroische Vergangenheit zu würdigen und die Träger als Vorbilder für die nachfolgenden Generationen zu präsentieren.
Die Fertigung aus 833er Silber weist auf die offizielle Natur und den Wert des Abzeichens hin. Der Silberstempel garantierte die Qualität des Materials und entsprach den damaligen Vorschriften für staatliche und parteiliche Auszeichnungen. Die lange Nadel ermöglichte das Tragen des Abzeichens an der Zivilkleidung, typischerweise am Revers der Jacke.
Solche Abzeichen wurden in der Regel bei Kameradschaftstreffen, Veteranenversammlungen und nationalsozialistischen Feierlichkeiten getragen. Sie dienten nicht nur der persönlichen Ehrung, sondern auch der öffentlichen Demonstration der Verbundenheit mit dem NS-Regime und seinen militaristischen Werten. Der NSRKB organisierte regelmäßig Veranstaltungen, bei denen die Veteranen ihre Abzeichen und Auszeichnungen präsentierten.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Zusammenbruch des NS-Regimes im Jahr 1945 wurden der NSRKB und alle seine Untergliederungen aufgelöst. Das Tragen von Abzeichen mit NS-Symbolik wurde verboten. Heute haben solche Objekte ausschließlich historischen und dokumentarischen Wert und dienen der wissenschaftlichen Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit.
Aus militärhistorischer Perspektive sind derartige Abzeichen wichtige Zeugnisse der Art und Weise, wie das NS-Regime Veteranen organisierte und für seine Zwecke nutzte. Sie dokumentieren die systematische Instrumentalisierung der Kriegserfahrung des Ersten Weltkrieges für die Vorbereitung und Legitimierung des Zweiten Weltkrieges. Die Glorifizierung der Kriegsfreiwilligen von 1914 diente der Mobilisierung und ideologischen Vorbereitung der Gesellschaft auf einen neuen Konflikt.