III. Reich - Der Deutsche Automobil Club ( D.D.A.C. ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " DDAC Ortsgruppe Hagen Zielfahrt Hagen/Westf. 1936 "

Buntmetall und teilweise emailliert, 58 x 86 mm, mit 2 Bohrungen, Hersteller : C.Poellath Schrobenhausen, Zustand 2.
331456
170,00

III. Reich - Der Deutsche Automobil Club ( D.D.A.C. ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " DDAC Ortsgruppe Hagen Zielfahrt Hagen/Westf. 1936 "

Die vorliegende DDAC-Teilnehmerplakette aus dem Jahr 1936 repräsentiert ein faszinierendes Zeugnis der deutschen Automobilgeschichte während der Zeit des Nationalsozialismus. Diese nichttragbare Plakette wurde anlässlich einer Zielfahrt der Ortsgruppe Hagen in Westfalen herausgegeben und dokumentiert die enge Verflechtung von Automobilsport, Propaganda und gesellschaftlichem Leben im Dritten Reich.

Der Deutsche Automobil-Club (DDAC) entstand 1933 durch die Gleichschaltung des traditionellen ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club) und anderer Automobilverbände. Diese Zwangsvereinigung war Teil der nationalsozialistischen Politik, alle Vereine und Organisationen unter zentraler Kontrolle zusammenzufassen. Der DDAC wurde dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) untergeordnet und diente fortan nicht nur der Förderung des Automobilwesens, sondern auch der ideologischen Durchdringung der Kraftfahrer und der Vorbereitung auf militärische Zwecke.

Die Ortsgruppe Hagen, die diese Veranstaltung 1936 organisierte, war Teil eines flächendeckenden Netzwerks lokaler DDAC-Organisationen im gesamten Deutschen Reich. Zielfahrten waren beliebte motorsportliche Veranstaltungen der 1930er Jahre, bei denen es weniger um Geschwindigkeit als vielmehr um Präzision, Navigation und das Erreichen von vorgegebenen Zielen in bestimmten Zeitfenstern ging. Diese Veranstaltungen dienten mehreren Zwecken: Sie förderten die Motorisierung der Bevölkerung, trainierten fahrerische Fähigkeiten, die später militärisch nützlich sein konnten, und boten Gelegenheiten für nationalsozialistische Gemeinschaftserlebnisse und Propaganda.

Das Jahr 1936 war für das nationalsozialistische Deutschland von besonderer Bedeutung. Die Olympischen Spiele in Berlin sollten das Reich von seiner besten Seite zeigen, die Wirtschaft erholte sich scheinbar, und die Motorisierung wurde als Symbol des Fortschritts zelebriert. Der Bau der Reichsautobahnen war in vollem Gange, und die Automobilindustrie erlebte einen Aufschwung. Motorsportveranstaltungen wie die Hagener Zielfahrt passten perfekt in diese Propagandastrategie.

Die Plakette selbst wurde von der renommierten Firma C. Poellath aus Schrobenhausen hergestellt, einem der führenden Hersteller von Abzeichen, Medaillen und Auszeichnungen während des Dritten Reichs und darüber hinaus. Die Firma Poellath, die bereits im 19. Jahrhundert gegründet wurde, war bekannt für ihre hochwertige Handwerkskunst und belieferte sowohl zivile Organisationen als auch militärische und staatliche Stellen. Die Verwendung von Buntmetall mit teilweiser Emaillierung war typisch für solche Teilnehmerplaketten und Erinnerungsstücke dieser Epoche.

Mit ihren Abmessungen von 58 x 86 mm handelt es sich um eine relativ große, nichttragbare Plakette, die vermutlich zur Befestigung an Fahrzeugen oder zur Präsentation in Vitrinen gedacht war. Die beiden Bohrungen dienten der Montage. Solche Plaketten wurden an Teilnehmer von Motorsportveranstaltungen als Erinnerungsstücke ausgegeben und waren begehrte Sammlerobjekte unter Automobilenthusiasten.

Die historische Einordnung solcher Objekte ist komplex. Einerseits dokumentieren sie die Alltagskultur und den Motorsport der 1930er Jahre, andererseits sind sie untrennbar mit dem nationalsozialistischen System verbunden. Der DDAC war keine unpolitische Organisation, sondern ein integraler Bestandteil der NS-Herrschaft. Die Veranstaltungen dienten der Volksgemeinschaftsideologie und bereiteten die Bevölkerung auf den kommenden Krieg vor, indem sie technische Fähigkeiten und Disziplin förderten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der DDAC aufgelöst, und der ADAC wurde 1946 neu gegründet. Objekte wie diese Plakette sind heute wichtige historische Quellen für das Verständnis der Durchdringung aller Lebensbereiche durch das NS-Regime. Sie werden in Museen und privaten Sammlungen bewahrt und helfen Historikern, die Alltagsgeschichte dieser dunklen Epoche zu rekonstruieren.

Der Erhaltungszustand der Plakette wird mit Zustand 2 angegeben, was nach gängigen Sammlerbewertungen einen sehr guten bis guten Zustand bedeutet, mit minimalen Gebrauchsspuren. Dies ist bemerkenswert für ein Objekt, das fast 90 Jahre alt ist und die Wirren des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit überstanden hat.