Preußen Uniformensemble aus dem Nachlass eines Unteroffizieres im Leibgarde-Husaren-Regiment, der im 1. Weltkrieg zum Feldwebel befördert wurde

Es handelt sich um ein Ensemble bestehend aus der Pelzmütze, dem Attila und Dolman/Pelz, der Paradeschärpe, der Hose und den Stiefeln des Soldaten. ▪ Die schwarze Pelzmütze, Eigentumsstück aus Bärenfell, komplett mit allen Beschlägen. Vorne der Gardestern, gewölbte Schuppenketten an Rosetten, rechts die Reichskokarde. Komplett mit dem preußischen Feldzeichen, dem ponceauroten Kolpak, der gerollten Fangschnur und der besonderen Fangschnur des Leibgarde-Husaren-Regiments für die Parade und dem Paradebusch in der besonderen Ausführung für Unteroffiziere. Innen mit weißem Schweißband weißem Seidenfutter. Größe ca. 59. ▪ Der Parade-Attila hochrot mit gelber Verschnürung, auf dem Kragen und den Ärmelaufschlägen mit der goldgelben Gardelitze. Die Schulterlitzen mit Knöpfen der 3. Eskadron. Auf dem rechten Ärmel mit Winkel für gutes Lanzenfechten. Am Kragen der große feldgraue Knopf (Beförderung zum Serganten während des 1. Weltkriegs) und  darüber die Borte für Unteroffiziere. Die Tresse an den Ärmeln wurde während des Krieges nicht mehr angebracht, befand sich aber noch in der Jacke. Die Attila innen mit rotem Seidenfutter. ▪ Dazu die besondere Paradeschärpe mit den schwarzen Durchzügen für Unteroffiziere. ▪ Dunkelblauer Dolman/Pelz mit gelber Verschnürung, vergoldete Knöpfe, die Schulterlitzen mit Knöpfen der 3. Eskadron, Kragen, Knopfleiste und Ärmelaufschläge mit schwarzem Wollpelz, an den Ärmeln die Gardelitze, auf dem rechten Ärmel mit Winkel für gutes Lanzenfechten. Innen mit Taubengrauem Futter. ▪ Dunkelblaue Hose mit goldener Litzen. Im Schrittbereich Mottenschäden. ▪ Stiefel für Husaren, eine der beiden gelben Borten fehlt. ▪ Leichte Trage- und Alterungsspuren, diese bei der Hose etwas deutlicher. Zustand 2.

Ein sehr schönes Ensemble, welches in seiner Vollständigkeit sehr selten ist!
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Preußen Uniformensemble aus dem Nachlass eines Unteroffizieres im Leibgarde-Husaren-Regiment, der im 1. Weltkrieg zum Feldwebel befördert wurde

Dieses außergewöhnliche Uniformensemble dokumentiert die Geschichte eines Unteroffiziers im Leib-Garde-Husaren-Regiment, einer der prestigeträchtigsten Kavallerie-Einheiten der preußischen Armee. Das Regiment, das von 1815 bis 1919 existierte und zum Gardekorps gehörte, wurde am 21. Februar 1815 als Garde-Husaren-Regiment aus der Garde-Husaren-Eskadron des Leichten Garde-Kavallerie-Regiments und drei Eskadronen der Ostpreußischen National-Kavallerie-Regimenter aufgestellt. Die Einheit war zunächst in Berlin stationiert, ab 1829 dann in Potsdam.

Eine besondere Wendung nahm die Geschichte des Regiments mit der Thronbesteigung von Kaiser Wilhelm II. am 19. Juni 1888, als er sich selbst zum Regimentschef ernannte und die Einheit in Leib-Garde-Husaren-Regiment umbenannte. Diese persönliche Verbindung des Kaisers zur Einheit unterstrich deren herausgehobene Stellung innerhalb der preußischen Armee.

Das vorliegende Ensemble repräsentiert eine bedeutsame Übergangszeit in der deutschen Militärgeschichte. Bereits durch Allerhöchste Kabinettsorder vom 14. Februar 1907 angeordnet und ab 1909/10 schrittweise eingeführt, wurde während der Kaisermanöver 1913 die farbenfrohe Uniform erstmals durch die feldgraue Felddienstuniform M 1910 ersetzt. Diese war im Schnitt mit der Friedensuniform identisch, jedoch wurde die Verschnürung in Grau gehalten. Die Lederausrüstung und Stiefel waren naturbraun, die Pelzmütze wurde von einer schilffarben genannten Stoffhülle überzogen.

Die Paradeschärpe mit den schwarzen Durchzügen kennzeichnet den Rang eines Unteroffiziers, während der große feldgraue Knopf am Kragen die Beförderung zum Sergeanten während des Ersten Weltkriegs dokumentiert. Bemerkenswert ist, dass die Tresse an den Ärmeln während des Krieges nicht mehr angebracht wurde, sich aber noch in der Jacke befand – ein authentisches Detail, das die Sparmaßnahmen der Kriegszeit widerspiegelt.

Das Regiment nahm an bedeutenden Feldzügen der preußisch-deutschen Geschichte teil. Im Krieg gegen Österreich kämpfte es 1866 in den Schlachten bei Soor und Königgrätz. Im Krieg gegen Frankreich war die Einheit 1870/71 mit der 1. Garde-Division am 18. August in der Schlacht bei Gravelotte und am 1. September 1870 bei Sedan im Einsatz.

Im Ersten Weltkrieg wurde das Regiment aufgeteilt: Die 1. Eskadron diente bei der 2. Garde-Division, die 2. Eskadron bei der 203. Infanterie-Division, die 3. Eskadron bei der 1. Garde-Division und die 4. Eskadron bei der 92. Infanterie-Division. Die Schulterlitzen mit den Knöpfen der 3. Eskadron auf diesem Ensemble weisen darauf hin, dass der Träger dieser speziellen Einheit angehörte.

Der Winkel auf dem rechten Ärmel für gutes Lanzenfechten dokumentiert eine besondere militärische Fertigkeit des Trägers – eine Auszeichnung für herausragende Kompetenz in dieser traditionellen Kavallerie-Disziplin. Die Pelzmütze aus echtem Bärenfell mit dem Gardestern an der Vorderseite, den gewölbten Schuppenketten an Rosetten und der Reichskokarde rechts repräsentiert den Höhepunkt preußischer Uniformgestaltung. Komplett mit dem preußischen Feldzeichen, dem ponceauroten Kolpak und der besonderen Fangschnur des Leibgarde-Husaren-Regiments für die Parade verkörpert sie die Pracht der Vorkriegszeit.

Nach dem Waffenstillstand von Compiègne wurde das Regiment bis Januar 1919 demobilisiert und schließlich aufgelöst. Die Tradition übernahm in der Reichswehr durch Erlass des Chefs der Heeresleitung, General der Infanterie Hans von Seeckt, am 24. August 1921 die 6. Eskadron des in Potsdam stationierten 4. (Preußischen) Reiter-Regiments. In der Wehrmacht führte die Panzerabwehr-Abteilung 23 der 23. Infanterie-Division die Tradition fort.

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