The repeat clasp to the iron cross 2nd class 1914  English version / englischer Text

Autor Mario Alt wertvolles Werk für den Einsteiger wie auch für den fortgeschrittenen Sammler!
Standardausgabe, Format A5, Hardcover, gebunden und mit Lesebändchen. 167 Seiten, komplett in Farbe, sehr viele Abbildungen.

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50,00

The repeat clasp to the iron cross 2nd class 1914  English version / englischer Text

Die Wiederholungsspange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse 1914 stellt ein faszinierendes Kapitel der deutschen Militärgeschichte dar, das die Verbindung zwischen zwei Weltkriegen symbolisiert. Dieses Auszeichnungsstück wurde geschaffen, um jene Soldaten zu ehren, die bereits im Ersten Weltkrieg das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten hatten und im Zweiten Weltkrieg erneut außergewöhnliche Tapferkeit bewiesen.

Das Eiserne Kreuz selbst wurde ursprünglich 1813 von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen während der Befreiungskriege gegen Napoleon gestiftet. Es wurde in drei Kriegen erneuert: 1870 (Deutsch-Französischer Krieg), 1914 (Erster Weltkrieg) und 1939 (Zweiter Weltkrieg). Bei jeder Erneuerung behielt die Auszeichnung ihre grundlegende Form, erhielt jedoch spezifische Jahreszahlen und Gestaltungsmerkmale.

Die Einführung der Wiederholungsspange erfolgte am 1. September 1939 durch Adolf Hitler gleichzeitig mit der Erneuerung des Eisernen Kreuzes für den Zweiten Weltkrieg. Die Verordnung sah vor, dass Träger des Eisernen Kreuzes aus dem Ersten Weltkrieg nicht einfach dieselbe Auszeichnung erneut erhalten konnten. Stattdessen wurde eine spezielle Spange geschaffen, die auf dem Band des bereits verliehenen Eisernen Kreuzes 1914 getragen wurde.

Die Wiederholungsspange 1939 bestand aus einem silberfarbenen Adler mit ausgebreiteten Schwingen, der ein Hakenkreuz in seinen Fängen hielt, positioniert über der Jahreszahl 1939. Diese Spange wurde auf dem schwarz-weißen Band des Eisernen Kreuzes 2. Klasse von 1914 befestigt. Das Design war prägnant und sollte die Kontinuität zwischen den beiden Konflikten verdeutlichen, während es gleichzeitig die nationalsozialistische Symbolik integrierte.

Die Verleihungskriterien waren anspruchsvoll. Ein Veteran des Ersten Weltkriegs, der bereits das Eiserne Kreuz 2. Klasse 1914 besaß, musste erneut eine Tat vollbringen, die die ursprünglichen Verleihungskriterien erfüllte. Dies bedeutete, dass die Tapferkeit oder der militärische Verdienst von erheblicher Bedeutung sein musste. Die Wiederholungsspange war somit ein Zeichen dafür, dass ein Soldat in zwei großen Konflikten außergewöhnlichen Mut bewiesen hatte.

Historisch gesehen war die Anzahl der Träger dieser Wiederholungsspange begrenzt. Viele Veteranen des Ersten Weltkriegs waren 1939 bereits zu alt für den Frontdienst oder dienten in Stabsfunktionen. Dennoch gab es zahlreiche Offiziere und Unteroffiziere, die aktiv am Zweiten Weltkrieg teilnahmen und diese besondere Auszeichnung erhielten. Die Spange wurde sowohl an Angehörige der Wehrmacht als auch der Waffen-SS verliehen.

Aus sammlerischer Perspektive sind diese Wiederholungsspangen heute von großem Interesse. Es gab verschiedene Hersteller, und die Qualität sowie die spezifischen Merkmale variieren erheblich. Einige Spangen wurden aus hochwertigen Materialien gefertigt, während spätere Kriegsproduktionen oft aus minderwertigen Ersatzmaterialien bestanden. Sammler achten besonders auf Details wie die Qualität der Prägung, das verwendete Material (Zink, Buntmetall oder versilbertes Metall) und die Herstellermarkierungen.

Die Dokumentation und Erforschung dieser Auszeichnungen ist komplex. Originalverleihungsurkunden sind selten und werden hoch geschätzt. Diese Dokumente enthielten üblicherweise den Namen des Empfängers, seinen Rang, seine Einheit und das Datum der Verleihung. Die Unterschrift des verleihenden Offiziers oder Kommandeurs verlieh dem Dokument zusätzliche Authentizität.

In der Nachkriegszeit wurde das Tragen von Auszeichnungen mit nationalsozialistischen Symbolen in Deutschland durch das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 geregelt. Dieses Gesetz erlaubte das Tragen von Auszeichnungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, jedoch nur in modifizierter Form ohne Hakenkreuze. Für die Wiederholungsspange bedeutete dies, dass Veteranen eine “entnazifizierte” Version tragen konnten.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Objekten erfordert ein differenziertes Verständnis. Sie sind einerseits Zeugnisse individueller Tapferkeit und militärischer Leistung, andererseits untrennbar mit dem verbrecherischen Regime des Nationalsozialismus verbunden. Moderne Forschung behandelt diese Auszeichnungen im Kontext ihrer Zeit, ohne die historischen Realitäten zu beschönigen.

Für Sammler und Historiker ist die Authentifizierung von entscheidender Bedeutung. Der Markt ist überschwemmt mit Reproduktionen und Fälschungen unterschiedlicher Qualität. Experten achten auf spezifische Herstellungsmerkmale, Patina, Befestigungsmechanismen und andere technische Details. Die Provenienz eines Stücks, also seine nachweisbare Herkunft, erhöht den historischen und wissenschaftlichen Wert erheblich.

Zusammenfassend repräsentiert die Wiederholungsspange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse 1914 ein bedeutendes Kapitel deutscher Militärgeschichte, das die Kontinuität militärischer Traditionen über zwei Weltkriege hinweg dokumentiert und gleichzeitig die komplexe Geschichte des 20. Jahrhunderts widerspiegelt.