Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ( NSDAP ) - Mitgliedsabzeichen

emaillierte Ausführung, mit RZM-Hersteller M1/72, für das Knopfloch, Zustand 2.
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175,00

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ( NSDAP ) - Mitgliedsabzeichen

Das NSDAP-Mitgliedsabzeichen war das offizielle Parteiabzeichen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und eines der bekanntesten Symbole des nationalsozialistischen Deutschlands. Dieses spezielle Exemplar trägt die Herstellermarkierung RZM M1/72 und repräsentiert die standardisierte Produktion von Parteiabzeichen unter der strengen Kontrolle der Reichszeugmeisterei.

Die Reichszeugmeisterei (RZM) wurde im Jahr 1929 gegründet und diente als zentrale Beschaffungs- und Qualitätskontrollbehörde der NSDAP. Nach der Machtübernahme 1933 gewann diese Organisation erheblich an Bedeutung. Ab 1934 führte die RZM ein umfassendes System von Herstellermarkierungen ein, wobei jeder zugelassene Produzent eine eindeutige Kennnummer erhielt. Die Kennzeichnung M1/72 identifiziert einen spezifischen, von der RZM autorisierten Hersteller. Das Präfix “M1” bezeichnete dabei die Kategorie der Parteiabzeichen und Auszeichnungen.

Das Parteiabzeichen selbst wurde bereits in den frühen 1920er Jahren eingeführt. Am 20. Mai 1920 wurde das Hakenkreuz offiziell als Symbol der NSDAP übernommen. Das klassische Design des Mitgliedsabzeichens zeigt ein schwarzes Hakenkreuz in einem weißen Kreis auf rotem Grund, umgeben von einem silberfarbenen oder goldenen Ring mit einem Adler an der Spitze. Diese Farbkombination – Schwarz-Weiß-Rot – griff bewusst auf die Farben des Deutschen Kaiserreichs zurück.

Die emaillierte Ausführung war die hochwertigste Variante des Abzeichens. Der Emaillierungsprozess erforderte erhebliches handwerkliches Können und mehrere Brennvorgänge bei hohen Temperaturen. Diese Technik gewährleistete Langlebigkeit und Farbbeständigkeit. Neben emaillierten Versionen existierten auch geprägte und lackierte Varianten, die kostengünstiger in der Herstellung waren.

Das Abzeichen wurde für das Knopfloch konzipiert und verfügte über eine entsprechende Befestigungsmechanik auf der Rückseite. Parteimitglieder waren angehalten, das Abzeichen bei offiziellen Anlässen und im Alltag sichtbar zu tragen. Dies diente der öffentlichen Demonstration der Parteizugehörigkeit und sollte die allgegenwärtige Präsenz der NSDAP im gesellschaftlichen Leben unterstreichen.

Die Berechtigung zum Tragen des Parteiabzeichens war streng geregelt. Nur eingetragene Mitglieder der NSDAP durften das Abzeichen führen, und es wurde bei der offiziellen Aufnahme gegen eine Gebühr ausgehändigt. Die Mitgliedsnummer wurde in den Parteiakten vermerkt, und jedes Abzeichen sollte theoretisch einem bestimmten Mitglied zugeordnet sein. Nach 1933 stieg die Mitgliederzahl explosionsartig an, wobei zwischen “alten Kämpfern” (Mitglieder vor 1933) und späteren Beitritten unterschieden wurde.

Die Produktion von Parteiabzeichen und anderen NS-Insignien entwickelte sich zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig. Die RZM vergab Lizenzen an zahlreiche Hersteller im gesamten Reich, überwachte die Qualitätsstandards und kontrollierte die Preisgestaltung. Dies schuf ein System, das sowohl politische Symbolik als auch wirtschaftliche Interessen verband.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das öffentliche Zeigen nationalsozialistischer Symbole in Deutschland und Österreich verboten. Das Strafgesetzbuch (StGB) § 86a verbietet das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Historische Objekte wie dieses Abzeichen dürfen jedoch zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst, der Wissenschaft, der Forschung, der Lehre und der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens gesammelt und dokumentiert werden.

Aus historischer Perspektive sind solche Objekte wichtige Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte. Sie dokumentieren die Organisationsstruktur, die Propaganda und die Alltagskultur des NS-Regimes. Museen, Archive und wissenschaftliche Sammlungen bewahren diese Objekte als Anschauungsmaterial für Bildungszwecke und historische Forschung auf.

Die Zustandsangabe “Zustand 2” entspricht sammlertechnischen Bewertungskriterien und deutet auf einen sehr gut erhaltenen Zustand mit minimalen Gebrauchsspuren hin. Die Emaillierung ist intakt, und die Herstellermarkierung ist klar lesbar, was für die historische Dokumentation und Zuordnung von großer Bedeutung ist.