III. Reich - Kreisbauerntag 1936-1937

Eisenblechabzeichen, an Nadel, Zustand 2.
374760
60,00

III. Reich - Kreisbauerntag 1936-1937

Das Kreisbauerntag-Abzeichen 1936-1937 repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der nationalsozialistischen Agrarpolitik und der systematischen Durchdringung des ländlichen Raums im Dritten Reich. Diese Eisenblechabzeichen wurden anlässlich der Kreisbauerntage ausgegeben, die als wichtige Propagandaveranstaltungen der Reichsnährstandsorganisation dienten.

Der Reichsnährstand wurde am 13. September 1933 unter der Leitung von Richard Walther Darré gegründet, der gleichzeitig als Reichsbauernführer und Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft fungierte. Diese Organisation stellte eine Zwangsvereinigung aller in der Land- und Forstwirtschaft, der Fischerei und dem Gartenbau Tätigen dar. Ziel war die vollständige Kontrolle und Gleichschaltung der deutschen Agrarwirtschaft nach nationalsozialistischen Prinzipien.

Die Kreisbauerntage waren regionale Veranstaltungen auf Kreisebene, die der ideologischen Schulung, der Demonstration von Einheit und Stärke sowie der Verbreitung agrarpolitischer Direktiven dienten. Im Zeitraum 1936-1937 befand sich das NS-Regime in einer Phase der Konsolidierung seiner Macht und der Vorbereitung auf den kommenden Krieg durch wirtschaftliche Autarkiebestrebungen. Der Vierjahresplan, der im September 1936 verkündet wurde, machte die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion zu einer nationalen Priorität.

Abzeichen dieser Art wurden in großer Zahl hergestellt und an Teilnehmer der Kreisbauerntage ausgegeben. Sie dienten mehreren Zwecken: als Teilnahmebestätigung, als Propagandamittel und als Mittel zur Schaffung von Gemeinschaftsgefühl unter den Bauern. Die Verwendung von Eisenblech als Material war typisch für solche Massenabzeichen in der Zeit des Dritten Reichs, da es kostengünstig in der Herstellung war und eine schnelle Produktion großer Stückzahlen ermöglichte.

Die ikonographische Gestaltung solcher Abzeichen folgte üblicherweise den ästhetischen Prinzipien der NS-Propaganda: klare, einfache Formen, die oft landwirtschaftliche Symbole wie Pflüge, Ähren oder stilisierte Bauernfiguren zeigten, kombiniert mit NS-Symbolen wie Hakenkreuzen oder dem Hoheitsadler. Die Jahreszahl 1936-1937 deutet darauf hin, dass das Abzeichen entweder für eine Veranstaltung galt, die sich über beide Jahre erstreckte, oder für eine Serie von Veranstaltungen in diesem Zeitraum ausgegeben wurde.

Der historische Kontext dieser Periode ist von besonderer Bedeutung: 1936 besetzte Deutschland das entmilitarisierte Rheinland, die Olympischen Spiele in Berlin dienten der internationalen Selbstdarstellung, und die Blut-und-Boden-Ideologie erreichte ihren Höhepunkt in der NS-Propaganda. Die Bauernschaft wurde als “Blutquell der Nation” idealisiert und sollte die rassische Grundlage des deutschen Volkes sichern.

Das Reichserbhofgesetz von 1933 hatte bereits die rechtlichen Grundlagen für eine neue Agrarordnung geschaffen, die bestimmte Höfe zu unteilbaren Erbhöfen erklärte. Die Kreisbauerntage dienten auch dazu, solche Gesetze zu erklären und ihre Umsetzung zu überwachen. Zustand 2 des beschriebenen Abzeichens deutet auf einen gut erhaltenen Zustand hin, was bei Eisenblechabzeichen aus dieser Zeit nicht selbstverständlich ist, da das Material zur Korrosion neigt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden solche Abzeichen und die gesamte Symbolik des Reichsnährstands verboten. Heute sind sie Zeugnisse einer dunklen Periode deutscher Geschichte und werden hauptsächlich von Sammlern militärischer und politischer Antiquitäten sowie von Historikern geschätzt. Sie dienen als materielle Belege für die Durchdringung aller Lebensbereiche durch die NS-Ideologie und die systematische Organisation und Kontrolle der deutschen Gesellschaft.

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