RAD Reichsarbeitsdienst Feldbindenschloß für Arbeitsführer
Das Feldbindenschloss des Reichsarbeitsdienstes (RAD) für Arbeitsführer stellt ein bedeutendes Ausrüstungsstück der paramilitärischen Organisation des Dritten Reiches dar. Dieses aus Aluminium gefertigte Koppelschloss trägt auf der Rückseite die Markierung Assmann DRGM 37, was auf den renommierten Hersteller und das Gebrauchsmusterschutzjahr hinweist.
Der Reichsarbeitsdienst wurde am 26. Juni 1935 durch das Reichsarbeitsdienstgesetz als staatliche Organisation etabliert, obwohl seine Vorläufer bis in die Weimarer Republik zurückreichen. Alle jungen Deutschen zwischen 18 und 25 Jahren waren verpflichtet, sechs Monate Arbeitsdienst zu leisten. Die Organisation war straff hierarchisch gegliedert und an militärischen Strukturen orientiert, auch wenn sie formal keine militärische Einheit darstellte.
Das vorliegende Koppelschloss war Teil der Dienstuniform der Arbeitsführer, die als Führer und Ausbilder innerhalb des RAD fungierten. Die Arbeitsführer bildeten das mittlere Führungskorps und waren verantwortlich für die unmittelbare Anleitung und Beaufsichtigung der Arbeitsdienstpflichtigen. Ihre Position in der Hierarchie spiegelte sich in den verschiedenen Ausstattungsgegenständen wider, zu denen auch spezifische Koppelschlösser gehörten.
Die Feldbinde war ein wichtiger Bestandteil der Dienstbekleidung und wurde mit einem charakteristischen Schloss verschlossen. Im Gegensatz zu den Mannschaftsschlössern, die häufig mit einem einfachen Hakenkreuz-Motiv versehen waren, zeichneten sich die Führerschlösser durch aufwendigere Gestaltungen aus. Das Aluminium als Material war typisch für RAD-Ausrüstung, da es leicht und korrosionsbeständig war – wichtige Eigenschaften für den täglichen Einsatz bei Arbeiten im Freien.
Die Firma Assmann aus Lüdenscheid war einer der führenden Hersteller von Militaria und Abzeichen während der NS-Zeit. Das Unternehmen Friedrich Assmann & Söhne produzierte hochwertige Orden, Ehrenzeichen und Ausrüstungsgegenstände für verschiedene Organisationen des Dritten Reiches. Die Markierung DRGM steht für “Deutsches Reichsgebrauchsmuster”, einen Schutz für Gebrauchsmuster, der zwischen 1891 und 1945 in Deutschland Anwendung fand. Die Zahl 37 verweist auf das Jahr 1937, in dem das Gebrauchsmuster eingetragen wurde.
Die Jahre 1936 bis 1937 waren eine Phase der organisatorischen Konsolidierung des RAD. Nach der Einführung der allgemeinen Arbeitsdienstpflicht 1935 wurde die Uniformierung und Ausrüstung standardisiert. Die Bekleidungsvorschriften des RAD waren detailliert geregelt und unterschieden klar zwischen den verschiedenen Dienstgraden. Die Feldbinde gehörte zur Ausgehuniform und sollte die paramilitärische Ausrichtung der Organisation unterstreichen.
Der RAD spielte eine wichtige Rolle in der NS-Ideologie. Er diente nicht nur praktischen Zwecken wie der Arbeitsbeschaffung und der Durchführung von Infrastrukturprojekten, sondern war auch ein Instrument der ideologischen Erziehung. Die Arbeitsmänner und -frauen wurden im nationalsozialistischen Gedankengut geschult und körperlich auf den späteren Wehrdienst vorbereitet. Die militärähnliche Struktur mit ihren Uniformen, Rangabzeichen und Ausrüstungsgegenständen wie dem Koppelschloss sollte Disziplin und Gemeinschaftsgefühl fördern.
Während des Zweiten Weltkrieges wandelte sich der Charakter des RAD zunehmend. Die Organisation wurde stärker in militärische Aufgaben eingebunden, von Schanzarbeiten an der Front bis hin zum Einsatz von Flakbatterien in der Heimatverteidigung. Die Arbeitsführer erhielten dabei oft Aufgaben, die denen militärischer Unteroffiziere ähnelten.
Heute sind solche Ausrüstungsgegenstände des RAD wichtige zeitgeschichtliche Dokumente. Sie ermöglichen es Historikern und Sammlern, die materielle Kultur und organisatorische Struktur dieser Organisation zu verstehen. Die Herstellermarkierungen wie die von Assmann helfen bei der Datierung und Authentifizierung solcher Objekte. Das vorliegende Feldbindenschloss ist ein exemplarisches Beispiel für die standardisierte Ausrüstungsproduktion im Dritten Reich und dokumentiert die Verbindung zwischen ideologischer Ausrichtung und materieller Ausstattung paramilitärischer Organisationen.