Wehrmacht Heer Eichenlaubkranz mit Kokarde für Offiziere
Der Eichenlaubkranz mit Kokarde für Offiziere der Wehrmacht Heer stellt ein bedeutendes Rangabzeichen der deutschen Streitkräfte während der Zeit des Nationalsozialismus dar. Dieses spezielle Exemplar repräsentiert eine frühe Ausführung, die für die Feldmütze alter Art, auch als "Knautschmütze“ bekannt, konzipiert wurde.
Die Knautschmütze, offiziell als Schirmmütze für Mannschaften und Unteroffiziere beziehungsweise in modifizierter Form für Offiziere bezeichnet, wurde bereits in der Reichswehr getragen und in die Wehrmacht übernommen. Der Begriff "Knautschmütze“ entstand durch ihre weiche, faltbare Konstruktion, die es ermöglichte, die Mütze bei Nichtgebrauch zusammenzufalten und unter der Schulterklappe zu tragen. Diese praktische Eigenschaft machte sie besonders bei Feldtruppen beliebt.
Das vorliegende Abzeichen wurde in Cellon-Technik gefertigt, einem charakteristischen Herstellungsverfahren der Zeit. Bei dieser Methode wurden metallische Drähte, typischerweise aus Aluminium oder versilbertem Material, auf einen Celluloid- oder Zelluloseacetat-Untergrund gewebt oder gestickt. Diese Technik ermöglichte eine relativ kostengünstige Massenproduktion bei gleichzeitig ansprechendem Erscheinungsbild. Cellon-Abzeichen waren leichter als ihre rein metallenen Gegenstücke und eigneten sich daher besonders für die Feldausrüstung.
Der Eichenlaubkranz als Motiv hatte in der deutschen Militärtradition eine lange Geschichte. Bereits im 19. Jahrhundert symbolisierte das Eichenlaub Tapferkeit, Stärke und Beständigkeit. In der Wehrmacht wurde dieses Symbol für Offiziersmützen übernommen und diente als Rahmen für die nationale Kokarde in den Farben Schwarz-Weiß-Rot, die das Deutsche Reich repräsentierte.
Die frühen Ausführungen dieser Abzeichen, zu denen das beschriebene Exemplar gehört, unterscheiden sich in mehreren Details von späteren Versionen. In den Anfangsjahren der Wehrmacht, etwa von 1935 bis 1938, zeigten die Eichenlaubkränze oft eine feinere Ausarbeitung und detailliertere Gestaltung der einzelnen Blätter und Eicheln. Mit fortschreitender Kriegsdauer und zunehmendem Materialmangel wurden die Abzeichen zunehmend vereinfacht und aus minderwertigeren Materialien hergestellt.
Die Tragweise dieser Abzeichen war durch verschiedene Heeresdienstvorschriften (HDv) genau geregelt. Für Offiziere war das Tragen des Eichenlaubkranzes mit Kokarde auf der Feldmütze obligatorisch und diente der sofortigen Erkennbarkeit des Offiziersranges. Die Befestigung erfolgte üblicherweise durch Stofflasche auf der Vorderseite der Mütze, wobei das Abzeichen zentriert über dem Mützenschirm positioniert wurde.
Die Verwendung der Knautschmütze und ihrer Abzeichen unterlag im Laufe der Jahre verschiedenen Änderungen. Mit der Einführung der Einheitsfeldmütze (M43) ab 1943 wurde die alte Feldmütze zunehmend verdrängt, obwohl sie bis Kriegsende parallel weitergetragen wurde. Viele Offiziere bevorzugten die traditionelle Form aus praktischen und ästhetischen Gründen.
Der getragene Zustand des Abzeiches zeugt von seiner tatsächlichen Verwendung im Dienst. Gebrauchsspuren wie Oxidation, Verfärbungen oder leichte Beschädigungen sind bei derartigen Cellon-Abzeichen typisch und bestätigen ihre Authentizität. Die Cellon-Technik war zwar kostengünstig, jedoch auch anfällig für Umwelteinflüsse. Feuchtigkeit, Hitze und mechanische Beanspruchung konnten zu Ablösungen der metallischen Fäden oder Verfärbungen des Untergrundes führen.
Aus sammlerischer Sicht sind frühe Ausführungen von Wehrmacht-Abzeichen besonders interessant, da sie die handwerkliche Qualität der Vorkriegs- und frühen Kriegszeit repräsentieren. Die verschiedenen Hersteller, darunhin bekannte Firmen wie ASSMANN, F.W. Assmann & Söhne aus Lüdenscheid oder andere Traditionsunternehmen der Posamentenindustrie, entwickelten jeweils eigene charakteristische Merkmale in der Ausführung.
Heute sind solche Abzeichen wichtige Studienobjekte für Militärhistoriker und Sammler, die sich mit der Uniformkunde der Wehrmacht befassen. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Rangstruktur, sondern auch die industrielle Fertigung, Materialverwendung und die Veränderungen, die der Krieg auf alle Bereiche der militärischen Ausrüstung hatte. Der Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar mit normalen Gebrauchsspuren hin, was für ein über 80 Jahre altes Textilabzeichen bemerkenswert ist.