Elastolin - Heer Trompeter auf Schrittpferd

7 cm, Zustand 2.
265363
35,00

Elastolin - Heer Trompeter auf Schrittpferd

Die vorliegende Elastolin-Figur eines Heerestrompeter zu Pferd im Schritt stellt ein bemerkenswertes Beispiel der deutschen Spielzeugproduktion des 20. Jahrhunderts dar. Mit einer Höhe von 7 cm gehört sie zur klassischen Standardgröße der Elastolin-Massefiguren, die von der Firma O. & M. Hausser in Ludwigsburg hergestellt wurden.

Die Firma Hausser begann bereits 1904 mit der Produktion von Spielzeugfiguren und entwickelte um 1926 das charakteristische Material Elastolin, eine Masse aus Kasein, Kreide, Glycerin, Leim und anderen Zusätzen, die auf Drahtgestelle modelliert wurde. Diese Innovation ermöglichte eine detailliertere und haltbarere Gestaltung als die bis dahin üblichen Bleifiguren und machte Elastolin zu einem der führenden Hersteller von Militärminiatur-Figuren in Deutschland.

Der Trompeter spielte in der militärischen Hierarchie der Wehrmacht und früherer deutscher Streitkräfte eine wichtige Rolle. Als Teil der Kavallerie und später auch in berittenen Einheiten des Heeres war der Trompeter für die akustische Signalgebung zuständig. Die Kavallerie-Signale regelten den Tagesablauf, übermittelten Befehle im Gefecht und dienten zeremoniellen Zwecken. Die Heeresdienstvorschrift H.Dv. 130 und andere Regelwerke kodifizierten diese Signale präzise.

Berittene Trompeter trugen die reguläre Uniform ihrer Einheit, ergänzt durch spezifische Abzeichen ihrer Funktion. Bei der Kavallerie waren dies häufig besondere Schwalbennester (Flügelbesätze) an den Schultern und spezielle Fanfarenschnüre. Die Trompete selbst, meist aus Messing gefertigt, war mit farbigen Wimpeln oder Schabracken verziert, die die Zugehörigkeit zu Regiment oder Schwadron anzeigten.

Die Darstellung des Schrittgangs des Pferdes in dieser Figur ist typisch für Parade- und Exerzierdarstellungen. Im militärischen Kontext war der Schritt die langsamste Gangart und wurde für Formationsritte, Appelle und zeremonielle Anlässe verwendet. Die präzise Modellierung der Pferdehaltung zeigt die hohe handwerkliche Qualität der Elastolin-Produktion.

Elastolin-Figuren wurden in verschiedenen Epochen produziert, wobei die Zeit zwischen 1930 und 1945 eine Hochphase darstellte. Die Firma stellte neben Wehrmachtsfiguren auch historische Darstellungen aus der Kaiserzeit her. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion wieder aufgenommen, wobei zunächst noch militärische Figuren gefertigt wurden, bis das Unternehmen in den 1950er Jahren verstärkt auf zivile Themen umschwenkte.

Die Sammlerbewertung “Zustand 2” nach gängiger nummerischer Skala deutet auf eine sehr gut erhaltene Figur mit minimalen Gebrauchsspuren hin. Dies ist bemerkenswert, da Elastolin-Figuren als Spielzeug intensiv genutzt wurden und vollständig erhaltene Exemplare mit originaler Bemalung heute selten sind.

Der kulturhistorische Wert solcher Figuren liegt nicht nur in ihrer handwerklichen Qualität, sondern auch in ihrer Funktion als Zeitdokumente. Sie spiegeln wider, wie militärische Themen in der Alltagskultur und Erziehung präsent waren. Gleichzeitig dokumentieren sie uniformkundliche Details und ermöglichen heute Einblicke in die materielle Kultur der Epoche.

Für Sammler stellen Elastolin-Figuren heute begehrte Objekte dar, wobei berittene Figuren aufgrund ihrer Komplexität und Zerbrechlichkeit besonders geschätzt werden. Der Hausser-Katalog verschiedener Jahre dokumentiert die umfangreiche Produktpalette und hilft bei der zeitlichen Einordnung einzelner Modelle.

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