NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " NSKK Saarpfälzische Tag- und Nachtorientierungsfahrt Speyer-Kaiserslautern-Lauterecken 1939 "

Aluminium versilbert, mit aufgelegten Stadtwappen, Höhe 90 mm, Hersteller "E.F. Wiedmann Frankfurt a.Ms.", Zustand 2. 
318763
280,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " NSKK Saarpfälzische Tag- und Nachtorientierungsfahrt Speyer-Kaiserslautern-Lauterecken 1939 "

Die NSKK Saarpfälzische Tag- und Nachtorientierungsfahrt von 1939 stellt ein bedeutendes Zeugnis der motorisierten NS-Organisationen in der unmittelbaren Vorkriegszeit dar. Diese nichttragbare Teilnehmerplakette dokumentiert eine Veranstaltung des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK), die durch die Städte Speyer, Kaiserslautern und Lauterecken in der Saarpfalz führte.

Das NSKK wurde 1931 als Untergliederung der SA gegründet und entwickelte sich zu einer paramilitärischen Organisation mit über 500.000 Mitgliedern bis 1939. Nach der Machtübernahme 1933 erhielt das NSKK zunehmend staatliche Funktionen im Bereich der Verkehrserziehung und kraftfahrtechnischen Ausbildung. Der Korpsführer Adolf Hünlein leitete die Organisation ab 1933 und baute sie systematisch aus.

Die Orientierungsfahrten des NSKK dienten mehreren Zwecken: Einerseits sollten sie die fahrerischen Fähigkeiten der Mitglieder schulen, andererseits hatten sie eine wichtige wehrpolitische Dimension. Die Kombination von Tag- und Nachtfahrt stellte besondere Anforderungen an Navigation und Fahrzeugbeherrschung. Solche Veranstaltungen wurden als sportliche Wettkämpfe inszeniert, dienten aber tatsächlich der militärischen Vorbereitung der Teilnehmer.

Die Route durch die Saarpfalz im Jahr 1939 war von besonderer symbolischer Bedeutung. Das Saarland war erst 1935 nach der Volksabstimmung wieder zum Deutschen Reich gekommen, und die Region hatte eine hohe strategische Bedeutung an der Westgrenze. Die Veranstaltung unterstrich den Anspruch des Regimes auf diese Region und demonstrierte die organisatorische Präsenz der NS-Formationen.

Die vorliegende Plakette wurde vom renommierten Hersteller E.F. Wiedmann aus Frankfurt am Main gefertigt. Die Firma Wiedmann gehörte zu den etablierten Produzenten von Abzeichen, Plaketten und Ehrenzeichen während der NS-Zeit. Die Verwendung von versilbertem Aluminium war typisch für solche Teilnehmerplaketten - das Material war kostengünstig, ließ sich gut bearbeiten und bot dennoch einen repräsentativen Eindruck.

Die Gestaltung mit aufgelegten Stadtwappen von Speyer, Kaiserslautern und Lauterecken zeigt die Verbindung zwischen lokaler Identität und reichsweiter NS-Organisation. Diese Form der Darstellung war charakteristisch für NSKK-Veranstaltungsplaketten, die häufig regionale Bezüge durch heraldische Elemente herstellten. Mit einer Höhe von 90 Millimetern handelt es sich um ein repräsentatives Objekt, das vermutlich auf einem Holzsockel montiert zur Aufstellung gedacht war.

Das Jahr 1939 markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des NSKK. Während die Organisation in den Friedensjahren vor allem mit Motorsportveranstaltungen, Verkehrserziehung und der Ausbildung von Kraftfahrern befasst war, änderte sich dies mit Kriegsbeginn im September 1939 fundamental. Viele NSKK-Mitglieder wurden zur Wehrmacht eingezogen, und die Organisation selbst übernahm zunehmend kriegswichtige Transportaufgaben.

Solche Veranstaltungsplaketten wurden üblicherweise an Funktionäre, Organisatoren und möglicherweise auch an erfolgreiche Teilnehmer vergeben. Sie dienten als Erinnerungsstücke und zugleich als Statussymbole innerhalb der NS-Hierarchie. Im Gegensatz zu tragbaren Abzeichen waren diese Plaketten für die Präsentation im häuslichen oder dienstlichen Umfeld bestimmt.

Die Erhaltung solcher Objekte ist aus historischer Perspektive bedeutsam, da sie authentische Zeugnisse der Alltagskultur und Organisationsstrukturen des NS-Regimes darstellen. Sie dokumentieren die Durchdringung des gesellschaftlichen Lebens durch paramilitärische Organisationen und die Verbindung von Sport, Technik und militärischer Vorbereitung im Nationalsozialismus.

Heute sind derartige Plaketten wichtige Studienobjekte für die Erforschung der NS-Organisationen, der Alltagsgeschichte und der materiellen Kultur des “Dritten Reiches”. Sie ermöglichen Einblicke in die Selbstdarstellung und Repräsentationsformen dieser Organisationen sowie in die regionale Verankerung reichsweiter Strukturen.