NSDAP - Kreisparteitag  17. - 18 Juni 1939 

Kreistag der NSDAP Norden - Krummhörn Aluminiumbzeichen, an Nadel, Hersteller Paulmann & Drone Lüdenscheid RZM M9 / 60 Zustand 2
431564
€ 80,00

NSDAP - Kreisparteitag  17. - 18 Juni 1939 

Das vorliegende Aluminiumabzeichen dokumentiert einen Kreisparteitag der NSDAP, der am 17. und 18. Juni 1939 in den Kreisen Norden-Krummhörn in Ostfriesland stattfand. Solche Abzeichen repräsentieren ein bedeutendes Segment der nationalsozialistischen Propagandamaschinerie und der Organisationsstruktur der Partei in der unmittelbaren Vorkriegszeit.

Die NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) organisierte ihre Struktur hierarchisch nach dem Führerprinzip. Unterhalb der Reichsebene gliederte sich die Partei in Gaue, Kreise, Ortsgruppen und kleinere Einheiten. Die Kreisparteitage waren wichtige Veranstaltungen auf der mittleren Organisationsebene, bei denen lokale Parteifunktionäre zusammenkamen, um politische Direktiven zu empfangen, Parteimitglieder zu mobilisieren und die nationalsozialistische Ideologie auf regionaler Ebene zu festigen.

Das Abzeichen wurde von der Firma Paulmann & Crone aus Lüdenscheid hergestellt, einem der zahlreichen Unternehmen, die im Dritten Reich offizielle Parteiabzeichen produzierten. Die Markierung RZM M9/60 verweist auf die Reichszeugmeisterei, die zentrale Prüf- und Kontrollbehörde der NSDAP für alle Parteiausrüstungen und -insignien. Die RZM wurde 1929 gegründet und überwachte die Herstellung und den Vertrieb sämtlicher offizieller NSDAP-Artikel, um Qualität zu sichern und unbefugte Produktion zu verhindern. Die Herstellernummer M9/60 identifiziert das produzierende Unternehmen eindeutig im RZM-System.

Die Verwendung von Aluminium als Material war in den späten 1930er Jahren üblich für Veranstaltungsabzeichen. Aluminium war kostengünstig, leicht zu bearbeiten und ermöglichte die Massenproduktion. Dies stand im Gegensatz zu früheren, oft aufwendiger gestalteten Abzeichen aus Bronze oder versilbertem Material. Die Materialwahl spiegelte auch die zunehmende Kriegsvorbereitung wider, da wertvollere Metalle für die Rüstungsproduktion reserviert wurden.

Der Zeitpunkt der Veranstaltung im Juni 1939 ist historisch bedeutsam. Deutschland stand nur noch drei Monate vor dem Überfall auf Polen am 1. September 1939, der den Zweiten Weltkrieg auslösen sollte. In dieser Phase intensivierte das NS-Regime seine propagandistischen Aktivitäten und die Mobilisierung der Bevölkerung. Kreisparteitage dienten dazu, die Parteibasis zu stärken und auf die kommenden Herausforderungen einzuschwören.

Die Region Norden-Krummhörn in Ostfriesland war überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Die NSDAP hatte in ländlichen Gebieten Norddeutschlands bereits früh Unterstützung gefunden, insbesondere während der Wirtschaftskrise zu Beginn der 1930er Jahre. Lokale Kreisparteitage waren wichtige Instrumente, um die Parteiloyalität in diesen peripheren Regionen aufrechtzuerhalten und die Bevölkerung ideologisch zu durchdringen.

Solche Veranstaltungsabzeichen wurden typischerweise an Teilnehmer ausgegeben oder verkauft und während der Veranstaltung getragen. Sie dienten mehreren Zwecken: Sie identifizierten Teilnehmer, schufen ein Gefühl der Zugehörigkeit und Gemeinschaft, und fungierten als Erinnerungsstücke. Darüber hinaus waren sie Teil der allgegenwärtigen visuellen Propaganda des Regimes, die durch Symbole, Uniformen und Abzeichen eine ständige Präsenz der Partei im öffentlichen Raum sicherstellen sollte.

Nach dem Krieg wurden solche Gegenstände durch die alliierten Kontrollgesetze problematisch. Das Zeigen von NS-Symbolen wurde in Deutschland streng reglementiert. Heute besitzen solche Objekte primär historischen und dokumentarischen Wert. Sie werden in Museen, Archiven und von Sammlern bewahrt, um die Geschichte dieser dunklen Periode zu dokumentieren und zu erforschen.

Die Erhaltung solcher Artefakte ist aus wissenschaftlicher Sicht wichtig, um die Mechanismen totalitärer Herrschaft, die Rolle von Propaganda und die Organisation des NS-Staates zu verstehen. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer Zeit, die niemals vergessen werden darf, um zukünftige Generationen vor den Gefahren extremistischer Ideologien zu warnen.