Allgemeines Sturmabzeichen - Miniatur

16 mm, Buntmetall versilbert, , rückseitig halbhohl, an Nadel, Zustand 2+.
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70,00

Allgemeines Sturmabzeichen - Miniatur

Das Allgemeine Sturmabzeichen gehört zu den bedeutendsten Kampfauszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Die hier vorliegende Miniaturausführung mit einer Größe von 16 mm stellt eine besondere Form dieser Auszeichnung dar, die vornehmlich im zivilen Bereich oder zu gesellschaftlichen Anlässen getragen wurde.

Das Allgemeine Sturmabzeichen wurde durch Verordnung vom 1. Juni 1940 von Generalfeldmarschall Walter von Brauchitsch, dem damaligen Oberbefehlshaber des Heeres, gestiftet. Es sollte die Leistungen der Infanterie und anderer Bodentruppen würdigen, die nicht für das Infanterie-Sturmabzeichen in Frage kamen. Die Verleihungsbestimmungen sahen vor, dass Angehörige von Pionier-, Panzerabwehr-, Nachrichten- und anderen Truppenteilen das Abzeichen erhalten konnten, wenn sie an drei verschiedenen Angriffsaktionen oder Gegenangriffen teilgenommen hatten oder an drei verschiedenen Tagen im Kampf verwundet wurden.

Die Originalausführung des Allgemeinen Sturmabzeichens maß etwa 48 x 42 mm und zeigte im Zentrum ein gekreuztes Gewehr und eine Stielhandgranate, umgeben von einem Eichenlaubkranz. Das Motiv symbolisierte die direkten Nahkampfwaffen der Infanterie und damit den unmittelbaren Kampf Mann gegen Mann. Die Ausführung in Buntmetall versilbert entsprach der üblichen Materialverwendung bei Ordensabzeichen der Wehrmacht, wobei kriegsbedingt zunehmend Ersatzmaterialien zum Einsatz kamen.

Die Miniaturausführungen von Orden und Ehrenzeichen hatten in der deutschen militärischen Tradition eine lange Geschichte. Bereits im Kaiserreich waren solche Miniaturen üblich und wurden an der Frackkette oder bei Zivilkleidung getragen. Diese Tradition setzte sich in der Wehrmacht fort. Die Miniatur mit 16 mm Größe entspricht etwa einem Drittel der Originalgröße und wurde typischerweise auf Zivilkleidung, am Smoking oder Frack sowie auf Uniformjacken bei nicht-dienstlichen Anlässen angebracht.

Die technische Ausführung dieser Miniatur zeigt charakteristische Merkmale der damaligen Herstellungstechnik: Die rückseitige Halbhohlprägung war ein gängiges Verfahren, um Material zu sparen und gleichzeitig eine plastische Vorderseite zu erreichen. Die Nadelbefestigung ermöglichte ein sicheres Tragen des Abzeichens, ohne die Kleidung übermäßig zu beschädigen. Der Zustand 2+ deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, bei dem die Versilberung weitgehend intakt ist und nur minimale Gebrauchsspuren aufweist.

Die Herstellung solcher Miniaturen erfolgte durch verschiedene Ordenshersteller, die auch die regulären Auszeichnungen fertigten. Bekannte Firmen waren unter anderem Friedrich Orth in Wien, Rudolf Souval, Berg & Nolte in Lüdenscheid sowie zahlreiche weitere Betriebe. Die Miniaturen waren nicht offiziell reguliert und mussten vom Träger selbst beschafft werden, weshalb sie in verschiedenen Qualitätsstufen und von unterschiedlichen Herstellern existierten.

Das Allgemeine Sturmabzeichen wurde während des gesamten Kriegsverlaufs in großer Zahl verliehen. Es existierte auch eine gestaffelte Variante mit zusätzlichen Zahlenangaben für mehrfache Verleihungen: Das Abzeichen mit der Zahl 25 für 25 Kampftage, mit 50 für 50 Kampftage und so weiter. Diese Abstufungen wurden am 22. Juni 1943 eingeführt und zeugten von der zunehmenden Intensität der Kämpfe an allen Fronten.

Im historischen Kontext steht das Allgemeine Sturmabzeichen exemplarisch für das umfangreiche System von Leistungs- und Tapferkeitsauszeichnungen, das die Wehrmacht zur Motivation und Ehrung ihrer Soldaten einsetzte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde durch das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 in der Bundesrepublik Deutschland das Tragen solcher Auszeichnungen in modifizierter Form, ohne nationalsozialistische Symbole, gestattet. Dies betraf allerdings primär die Originalausführungen, nicht die Miniaturen.

Heute sind solche Miniaturen begehrte militärhistorische Sammlerstücke, die Einblick in die Auszeichnungspraxis und die materielle Kultur der Wehrmacht geben. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Geschichte, sondern auch die handwerklichen Fertigkeiten der damaligen Ordenshersteller und die gesellschaftlichen Konventionen beim Tragen von Auszeichnungen.