Italien Teller, Abbildung eines Carabinieri

Aus Porzellan, Durchmesser ca. 33 cm, Rückseite mit Herstellermarkierung ".... liche Deruta" und Künstlername "Margaritelli Cesarc". Zustand 2.
385365
50,00

Italien Teller, Abbildung eines Carabinieri

Der vorliegende italienische Porzellanteller mit der Darstellung eines Carabinieri repräsentiert eine wichtige Tradition der italienischen Militärkeramik, die besonders in der Region Deruta in Umbrien eine lange Geschichte hat. Mit einem Durchmesser von circa 33 Zentimetern handelt es sich um einen repräsentativen Zierteller, der die Verbindung zwischen italienischem Kunsthandwerk und militärischer Tradition verkörpert.

Die Carabinieri sind eine der ältesten und angesehensten Polizei- und Militäreinheiten Europas. Gegründet im Jahr 1814 durch König Viktor Emanuel I. von Savoyen nach der Restauration, sollte diese Truppe ursprünglich sowohl militärische als auch polizeiliche Aufgaben erfüllen. Der Name leitet sich von der Karabiner-Bewaffnung der ersten Soldaten ab. Seit ihrer Gründung haben die Carabinieri eine zentrale Rolle in der italienischen Geschichte gespielt, vom Risorgimento über beide Weltkriege bis zur modernen Republik.

Die künstlerische Darstellung von Carabinieri auf Keramik hat eine lange Tradition in Italien. Besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich eine Kultur der Herstellung von Gedenkstücken und Sammlerobjekten, die militärische Einheiten und deren historische Uniformen zeigten. Diese Objekte dienten sowohl als Andenken für Veteranen als auch als Sammlerstücke für Militaria-Enthusiasten.

Deruta, die auf der Rückseite des Tellers genannte Herstellungsregion, ist seit dem Mittelalter ein Zentrum der italienischen Majolika-Produktion. Die Stadt in der Provinz Perugia ist weltberühmt für ihre handbemalten Keramiken, die bereits im 15. und 16. Jahrhundert internationalen Ruhm erlangten. Die charakteristische Deruta-Keramik zeichnet sich durch leuchtende Farben, komplexe Muster und technische Perfektion aus. Die Verbindung zwischen dieser traditionellen Handwerkskunst und militärischen Motiven entstand besonders nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich die Keramikindustrie in Deruta diversifizierte und auch Gedenk- und Sammlerstücke produzierte.

Der auf dem Teller genannte Künstlername Margaritelli Cesarc verweist auf einen lokalen Keramikkünstler, der in der Tradition der Deruta-Werkstätten arbeitete. Die Familienbetriebe und individuellen Künstler in Deruta pflegten über Generationen hinweg ihre charakteristischen Techniken und Stile, wobei jeder Künstler seinen eigenen Schwerpunkt entwickelte.

Die Darstellung von Carabinieri auf solchen Tellern folgt üblicherweise ikonographischen Konventionen: Die Uniform wird detailgetreu wiedergegeben, oft mit den charakteristischen zweihörnigen Hüten (bicorno), der dunkelblau-roten Uniform und den traditionellen Abzeichen. Die große Galauniform der Carabinieri, die bei zeremoniellen Anlässen getragen wird, ist besonders beliebt als Motiv, da sie die historische Kontinuität und den Stolz der Truppe symbolisiert.

Solche Keramikteller erfüllten mehrere Funktionen: Sie dienten als Ehrengeschenke bei militärischen Zeremonien, als Andenken an den Militärdienst, als Auszeichnungen bei besonderen Anlässen oder als Sammlerstücke. Besonders in den 1960er bis 1990er Jahren war die Produktion solcher militärischen Gedenkobjekte in Italien weit verbreitet.

Die handwerkliche Qualität dieser Stücke variiert erheblich. Hochwertige Exemplare aus renommierten Werkstätten wie denen in Deruta zeichnen sich durch sorgfältige Handmalerei, präzise Details und hochwertige Glasuren aus. Der Brennprozess erfolgte traditionell in mehreren Schritten, wobei die Farben bei unterschiedlichen Temperaturen fixiert wurden.

Im kulturhistorischen Kontext reflektieren solche Objekte die besondere Stellung, die militärische Traditionen in der italienischen Gesellschaft der Nachkriegszeit einnahmen. Die Carabinieri genossen und genießen hohes Ansehen in der italienischen Bevölkerung, und ihre Darstellung auf Kunsthandwerk zeugt von diesem Respekt und der nationalen Identifikation mit dieser Institution.

Heute sind solche Teller gesuchte Sammlerstücke, die sowohl von Militaria-Sammlern als auch von Liebhabern italienischer Keramik geschätzt werden. Sie dokumentieren eine spezifische Periode der italienischen Kulturgeschichte, in der traditionelles Handwerk und militärische Erinnerungskultur zusammenflossen.