Königreich Rumänien : Orden vom Stern Rumäniens 1. Modell 1877-1932, Ritterkreuz mit Schwertern 

Silber, beidseitig emailliert, komplett am original Band. Getragen, kleiner Emailleschaden auf dem linken Kreuzarm, Zustand 2.
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200,00

Königreich Rumänien : Orden vom Stern Rumäniens 1. Modell 1877-1932, Ritterkreuz mit Schwertern 

Der Orden vom Stern Rumäniens (rumänisch: Ordinul Steaua României) repräsentiert eine der bedeutendsten Auszeichnungen des Königreichs Rumänien und verkörpert die Geschichte der rumänischen Monarchie von ihrer Gründung bis zum Ende der königlichen Herrschaft. Dieser Orden wurde am 10. Mai 1877 von König Carol I. anlässlich der Proklamation der rumänischen Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich gestiftet und sollte bis 1932 in seinem ersten Modell verliehen werden.

Die Gründung des Ordens fiel in eine entscheidende Phase der rumänischen Geschichte. Im Russisch-Osmanischen Krieg von 1877-1878 kämpfte Rumänien an der Seite Russlands und errang seine vollständige Unabhängigkeit, die im Frieden von San Stefano und später im Berliner Kongress 1878 international anerkannt wurde. Der Orden vom Stern Rumäniens wurde somit zum Symbol der nationalen Souveränität und diente der Anerkennung militärischer und ziviler Verdienste um das neue Königreich.

Das vorliegende Ritterkreuz mit Schwertern aus der ersten Modellperiode (1877-1932) repräsentiert die militärische Variante dieser Auszeichnung. Die Hinzufügung der Schwerter kennzeichnete stets die Verleihung für militärische Verdienste, während die Version ohne Schwerter für zivile Leistungen vorgesehen war. Diese Unterscheidung war typisch für viele europäische Orden jener Epoche und folgte preußisch-deutschen Vorbildern, die in ganz Europa als maßgeblich galten.

Die handwerkliche Ausführung des Ordens zeugt von der hohen Qualität rumänischer Goldschmiedekunst des späten 19. Jahrhunderts. Das Silber als Grundmaterial für das Ritterkreuz entsprach den Standards für diese Rangstufe, während höhere Grade teilweise vergoldet oder in Gold gefertigt wurden. Die beidseitige Emaillierung in den rumänischen Nationalfarben Blau, Gelb und Rot war technisch anspruchsvoll und demonstrierte die Meisterschaft der ausführenden Werkstätten, die häufig in Bukarest ansässig waren.

Der Orden vom Stern Rumäniens war in fünf Klassen gegliedert: Großkreuz, Großoffizier, Komtur, Offizier und Ritter. Das Ritterkreuz bildete die fünfte und zahlenmäßig am häufigsten verliehene Klasse. Während des Ersten Weltkriegs (1916-1918), als Rumänien nach anfänglichem Zögern auf Seiten der Entente in den Krieg eintrat, wurde der Orden mit Schwertern in großer Zahl an rumänische Offiziere und Soldaten sowie an Angehörige verbündeter Armeen verliehen.

Die Ikonographie des Ordens war reich an Symbolik. Der fünfzackige Stern verwies auf die rumänische Nation, während die verwendeten Farben die Einheit der rumänischen Fürstentümer Walachei, Moldau und später Siebenbürgen symbolisierten. Das originale Band, an dem das hier beschriebene Exemplar komplett erhalten ist, trug traditionell die Nationalfarben in charakteristischer Anordnung.

Die Periode von 1877 bis 1932 umfasst bedeutende historische Ereignisse: die Erlangung der Unabhängigkeit, die Teilnahme am Zweiten Balkankrieg 1913, den Ersten Weltkrieg und die anschließende territoriale Expansion Rumäniens durch die Vereinigung mit Bessarabien, der Bukowina und Siebenbürgen im Jahr 1918, die sogenannte “Marea Unire” (Große Vereinigung). In all diesen Konflikten und politischen Entwicklungen spielte der Orden vom Stern Rumäniens eine wichtige Rolle bei der Anerkennung von Verdiensten.

1932 erfolgte eine Reform des Ordenswesens unter König Carol II., die zu einem neuen Modell des Sterns von Rumänien führte. Die Exemplare des ersten Modells, wie das hier beschriebene, wurden zu historischen Dokumenten einer vergangenen Epoche. Der charakteristische Zustand “getragen” mit einem kleinen Emailleschaden deutet auf tatsächlichen Tragegebrauch hin, was die Authentizität und historische Bedeutung des Stücks unterstreicht.

Solche Orden wurden sowohl von rumänischen Manufakturen als auch gelegentlich von renommierten europäischen Ordenswerkstätten hergestellt, wobei Wiener und Pariser Werkstätten besonders geschätzt waren. Die technische Ausführung mit Emaille auf Silber war anfällig für Beschädigungen durch Stöße oder Temperaturwechsel, was den häufig anzutreffenden Emailleschäden erklärt.

Heute sind Exemplare des ersten Modells des Ordens vom Stern Rumäniens mit Schwertern begehrte Sammlerobjekte, die nicht nur künstlerischen, sondern vor allem historischen Wert besitzen. Sie dokumentieren die militärische und diplomatische Geschichte Rumäniens in einer formativen Periode europäischer Geschichte, die von Nationalstaatsbildung, imperialen Konflikten und dem Ersten Weltkrieg geprägt war.

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