Wehrmacht Heer - Gedenktafel zum Heldentod von Gerhard Wefelscheid, Landgerichtsrat in Eisenach, am 19.10.1941 an der finnischen Ostfront

schwere geschwärzte Eisenplatte, 33,5 x 48 cm, 7,1 Kg, Oberleutnant und Kompanieführer in einem Infanterieregiment, geboren am 20.3.1909 zu Rombach in Lothringen, gestorben im Kriegslazarett Kemi Finnland nach seiner Verwundung am 20.8.1941. Auf der Rückseite mit 4 Standfüßen, Bemalung wurde erneuert, sonst guter Zustand.
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Wehrmacht Heer - Gedenktafel zum Heldentod von Gerhard Wefelscheid, Landgerichtsrat in Eisenach, am 19.10.1941 an der finnischen Ostfront

Diese Gedenktafel aus geschwärztem Eisen repräsentiert einen bedeutenden Aspekt der deutschen Erinnerungskultur während des Zweiten Weltkriegs. Mit ihren Maßen von 33,5 x 48 cm und einem Gewicht von 7,1 kg stellt sie ein typisches Beispiel für private Gedenkstücke dar, die von Familien, Behörden oder militärischen Einheiten zur Ehrung gefallener Soldaten angefertigt wurden.

Die Tafel erinnert an Oberleutnant Gerhard Wefelscheid, der als Kompaniechef in einem Infanterieregiment an der finnischen Ostfront diente. Geboren am 20. März 1909 in Rombach, Lothringen, war er im Zivilleben als Landgerichtsrat in Eisenach tätig - eine Position, die seine Zugehörigkeit zur gebildeten Mittelschicht und zum deutschen Justizsystem belegt.

Der deutsch-finnische Kriegsschauplatz ab Juni 1941 war Teil des Unternehmens Barbarossa. Finnland führte den sogenannten Fortsetzungskrieg (1941-1944) gegen die Sowjetunion, unterstützt durch deutsche Truppen, insbesondere im Bereich Lappland und Karelien. Die deutschen Einheiten, darunter das Gebirgskorps Norwegen und verschiedene Infanteriedivisionen, kämpften unter extremen klimatischen Bedingungen in der arktischen Region.

Wefelscheid wurde am 20. August 1941 verwundet - nur zwei Monate nach Beginn des Ostfeldzugs. Die Tatsache, dass er ins Kriegslazarett Kemi eingeliefert wurde, ist historisch bedeutsam. Kemi, eine Hafenstadt in Nordfinnland, diente als wichtiger Versorgungspunkt und medizinisches Zentrum für die deutschen und finnischen Truppen. Dass Wefelscheid erst am 19. Oktober 1941, fast zwei Monate nach seiner Verwundung, im Lazarett verstarb, deutet auf schwere Verletzungen oder Komplikationen hin.

Die Verwendung des Begriffs "Heldentod" auf der Gedenktafel spiegelt die nationalsozialistische Propaganda und das militärische Ehrverständnis jener Zeit wider. Dieser euphemistische Begriff sollte den Tod im Krieg verklären und in einen größeren ideologischen Kontext einbetten. Solche Formulierungen waren Standard in der offiziellen Kommunikation über gefallene Soldaten.

Die materielle Gestaltung der Tafel - geschwärztes Eisen mit vier Standfüßen auf der Rückseite - entspricht den handwerklichen Traditionen deutscher Gedenkkultur. Eisen wurde aufgrund seiner Haltbarkeit und symbolischen Bedeutung (Stärke, Beständigkeit) häufig für Gedenktafeln verwendet. Die Schwärzung diente sowohl dem Korrosionsschutz als auch der würdevollen, ernsten Ästhetik.

Die Tatsache, dass Wefelscheid als Justizbeamter diente, illustriert die umfassende Mobilisierung der deutschen Gesellschaft. Viele Akademiker, Juristen und Beamte wurden als Reserveoffiziere eingezogen und erhielten aufgrund ihrer Bildung und sozialen Stellung oft Führungspositionen. Der Rang eines Oberleutnants und die Position als Kompaniechef (verantwortlich für etwa 100-250 Mann) waren typisch für Reserveoffiziere mit höherer Bildung.

Die finnische Ostfront forderte bis 1944 erhebliche Verluste. Die deutschen Truppen kämpften in unwegsamem Gelände gegen sowjetische Verbände, wobei besonders die Kämpfe um Murmansk und die Eismeerstraße verlustreich waren. Die medizinische Versorgung war aufgrund der geografischen Isolation und klimatischen Extreme schwierig.

Solche Gedenktafeln wurden oft in öffentlichen Gebäuden, Gerichtsgebäuden oder Kasernen aufgehängt und dienten der institutionellen Erinnerung an gefallene Kollegen. Nach 1945 wurden viele dieser Gedenktafeln entfernt oder in private Sammlungen überführt. Sie stellen heute wichtige historische Dokumente dar, die Einblick in die Gedenkkultur, militärische Organisation und gesellschaftliche Strukturen des Dritten Reiches geben.

Die erhaltene Tafel mit erneuerter Bemalung zeigt, dass solche Objekte über Generationen bewahrt wurden, unabhängig von ihrer ideologischen Aufladung, als persönliche Familienerinnerungen an verlorene Angehörige.