Luftwaffe - große Urkundengruppe des Trägers Deutsches Kreuz in Gold Feldwebel Walter Biedermann, Bordschütze im 5./Kampfgeschwader 55 "Greif"

Große Verleihungsurkunde zum Deutschen Kreuz in Gold, verliehen am 13.Februar 1943, Faksimile Unterschrift Göring und original Unterschrift vom General der Flieger Kastner, die Urkunde ist minimal beschnitten, Lochung ausgerissen und an den Seiten leicht verknittert mit kleinen Einrissen.
-Glückwunschschreiben zum Deutschen Kreuz in Gold des Kommandierenden General VIII., datiert 1. März 1943, unterzeichnet vom Fliegerkorps Martin Fiebig, (DIN A4 Vordruck mit Originalunterschrift).
-Verleihungsurkunde zum Ehrenpokal als Kampfflieger, ausgestellt am 16.August 1942, Faksimile Unterschrift Göring und original Unterschrift vom General der Flieger Kastner, gelocht.
-Verleihungsurkunde zum Fliegerschützenabzeichen, DIN A5 Urkunde, ausgestellt am 14. November 1941, Faksimile Unterschrift vom General der Flieger Kastner.
-Verleihungsurkunde zum Eisernen Kreuz 1.Klasse 1939, ausgestellt am 12. September 1941, Unterzeichnet vom Generaloberst Löhr,- Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes (30.September 1939),  Eichenlaub (20. Januar 1945).
-Verleihungsurkunde zum Eisernen Kreuz 2.Klasse 1939, ausgestellt am 14. August 1941, unterzeichnet vom General der Flieger von Greim,- Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes (24. Juni 1940),- Eichenlaub (2. April 1943),- Schwerter (27. August 1944),- Pour le Mérite am (14. Oktober 1918). 
-Verleihungsurkunde zum KVK 2.Klasse mit Schwertern, ausgestellt am 22. September 1940, ebenfalls unterzeichnet vom General der Flieger von Greim.
-Verleihungsurkunde zur Frontflugspange für Kampfflieger in Bronze, ausgestellt am 20. August 1941, unterzeichnet vom Oberstleutnant Benno Kosch,- Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes (1. Oktober 1940). 
-Verleihungsurkunde zur Frontflugspange für Kampfflieger in Silber, ausgestellt am 28. September, ebenfalls unterzeichnet vom Oberstleutnant Benno Kosch.
-Verleihungsurkunde zur Frontflugspange für Kampfflieger in Gold, ausgestellt am 28. Mai 1943, unterzeichnet vom Oberstleutnant Benno Kosch.
-Verleihungsurkunde zur Frontflugspange für Kampfflieger in Gold mit ANHÄNGER, ausgestellt am 18. August 1943, unterzeichnet vom Major Wilhelm Antrup,-  Deutsche Kreuz in Gold (2. Januar 1942),- Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes (22. November 1942).
-Verleihungsurkunde zur Frontflugspange für Kampfflieger in Gold mit ANHÄNGER und EINSATZZAHL 300 !!!, ausgestellt am 18.Januar 1945, unterzeichnet vom Major Richard Brunner,- Deutsches Kreuz in Gold (29. März 1944),- Luftwaffe Ehrenpokale für besondere Leistungen im Luftkrieg (9. August 1943).
-Besitzzeugnis zum KRIM Schild, ausgestellt am 15. März 1943, Faksimile Unterschrift vom Generalfeldmarschall von Manstein.
-Verleihungsurkunde zur Medaille zur Erinnerung an den 1.Oktober 1938 mit Spange, ausgestellt am 1. September 1939, unterzeichnet vom Generalmajor Wilhelm Süßmann.
-Verleihungsurkunde zur 4.jährigen Dienstauszeichnung IV.Klasse, ausgestellt am 1.11.1939, unterzeichnet vom Generalmajor Dessloch,- Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes (24. Juni 1940),- Eichenlaub (10. Mai 1944).
-Besitzurkunde des Oberbürgermeister der Stadt Giessen zur Überreichung einer Plakette zur Erinnerung an den siegreichen Polenfeldzug, gegeben Kriegsweihnachten 1939 (OU: Oberbürgermeister Heinrich Ritter), die Plakette war vielmehr ein tragbares emailliertes Abzeichen und wurde als Geschwaderabzeichen getragen.
-Bestallung zum Feldwebel, ausgestellt am 30. September 1941, unterzeichnet vom Major Dr. Ernst Kühl.
-Geschenkfoto zum 100.Feindflug, Fotodruck von Reichsmarschall Hermann Göring, mit Widmung und OU. des Staffelkapitän Hauptmann Wilhelm Antrup (Größe 21,3 x 30 cm)
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4.250,00

Luftwaffe - große Urkundengruppe des Trägers Deutsches Kreuz in Gold Feldwebel Walter Biedermann, Bordschütze im 5./Kampfgeschwader 55 "Greif"

Diese umfangreiche Urkundengruppe dokumentiert die bemerkenswerte militärische Laufbahn des Feldwebels Walter Biedermann, der als Bordschütze im 5./Kampfgeschwader 55 “Greif” während des Zweiten Weltkriegs diente. Die Sammlung umfasst Verleihungsurkunden zu den höchsten deutschen Tapferkeitsauszeichnungen und bietet einen einzigartigen Einblick in die Auszeichnungspraxis der Luftwaffe zwischen 1939 und 1945.

Das Herzstück der Sammlung bildet die Verleihungsurkunde zum Deutschen Kreuz in Gold, verliehen am 13. Februar 1943. Diese Auszeichnung wurde durch Führererlass vom 28. September 1941 gestiftet und rangierte in der Hierarchie zwischen dem Eisernen Kreuz 1. Klasse und dem Ritterkreuz. Sie würdigte wiederholte Tapferkeit oder hervorragende Führungsleistung. Die Urkunde trägt die Faksimile-Unterschrift Hermann Görings als Oberbefehlshaber der Luftwaffe sowie die originale Unterschrift des Generals der Flieger Kastner. Das begleitende Glückwunschschreiben vom 1. März 1943, unterzeichnet vom kommandierenden General des VIII. Fliegerkorps Martin Fiebig, unterstreicht die Bedeutung dieser Auszeichnung.

Das Kampfgeschwader 55 “Greif” gehörte zu den traditionsreichsten Bomberverbänden der Luftwaffe. Die Einheit war an allen großen Feldzügen beteiligt, von Polen über Frankreich und die Luftschlacht um England bis zu den Kämpfen an der Ostfront. Als Bordschütze war Biedermann für die Verteidigung des Bombers gegen feindliche Jäger verantwortlich – eine Position von höchster Gefährlichkeit und Verantwortung.

Die chronologische Abfolge der Auszeichnungen zeichnet Biedermanns steigenden Erfolg nach. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt er am 14. August 1941, unterzeichnet von General der Flieger Robert Ritter von Greim, einem der angesehensten Luftwaffenführer, der später als letzter Oberbefehlshaber der Luftwaffe dienen sollte. Bereits einen Monat später, am 12. September 1941, folgte das Eiserne Kreuz 1. Klasse, verliehen durch Generaloberst Alexander Löhr, den Kommandeur der Luftflotte 4.

Besonders aufschlussreich sind die Frontflugspangen für Kampfflieger, die Biedermanns intensive Einsatztätigkeit dokumentieren. Diese am 30. Januar 1941 gestiftete Auszeichnung würdigte absolvierte Kampfeinsätze in Bronze (20 Einsätze), Silber (60 Einsätze) und Gold (110 Einsätze). Biedermann erhielt seine Goldspange am 28. Mai 1943, unterzeichnet von Oberstleutnant Benno Kosch, dem Kommodore des KG 55, der selbst Träger des Ritterkreuzes war. Die weitere Steigerung zur Goldspange mit Anhänger am 18. August 1943 und schließlich zur Goldspange mit Anhänger und Einsatzzahl 300 am 18. Januar 1945 belegt eine außergewöhnliche Anzahl von Feindflügen. Diese letzte Urkunde wurde von Major Richard Brunner unterzeichnet, ebenfalls Träger des Deutschen Kreuzes in Gold.

Der Ehrenpokal der Luftwaffe vom 16. August 1942 war eine persönliche Auszeichnung, die als versilberter Becher überreicht wurde und besondere Leistungen im Luftkrieg würdigte. Das Fliegerschützenabzeichen vom 14. November 1941 qualifizierte Biedermann formal als Bordschützen nach Absolvierung der entsprechenden Ausbildung.

Die Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes 2. Klasse mit Schwertern am 22. September 1940, ebenfalls von General von Greim unterzeichnet, erfolgte in der frühen Kriegsphase und würdigte vermutlich Verdienste während der Westfeldzüge. Das Krimschild vom 15. März 1943 mit der Faksimile-Unterschrift von Generalfeldmarschall Erich von Manstein dokumentiert Biedermanns Teilnahme an den Kämpfen auf der Krim, wobei das KG 55 dort intensiv zur Unterstützung der Heeresoperationen eingesetzt wurde.

Die Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit Spange, verliehen am 1. September 1939 von Generalmajor Wilhelm Süßmann, zeigt, dass Biedermann bereits bei der Annexion des Sudetenlandes und anschließend bei der Besetzung der Rest-Tschechoslowakei dabei war. Die vierjährige Dienstauszeichnung vom 1. November 1939, unterzeichnet von Generalmajor Otto Dessloch, der später zum General der Flieger aufstieg, belegt Biedermanns reguläre militärische Laufbahn seit 1935.

Eine besondere Kuriosität stellt die Besitzurkunde des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen zur Überreichung einer Plakette zum siegreichen Polenfeldzug dar. Diese lokale Ehrung, gegeben zu Kriegsweihnachten 1939 und unterzeichnet von Oberbürgermeister Heinrich Ritter, zeigt die enge Verbindung zwischen Heimatfront und kämpfender Truppe.

Die Bestallung zum Feldwebel vom 30. September 1941 markierte einen wichtigen Karriereschritt. Das Geschenkfoto zum 100. Feindflug mit dem Porträt Hermann Görings und persönlicher Widmung des Staffelkapitäns Hauptmann Wilhelm Antrup zeigt die in der Luftwaffe gepflegte Tradition, besondere Jubiläumseinsätze zu würdigen. Antrup selbst wurde später mit dem Ritterkreuz und dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.

Diese Urkundengruppe ist nicht nur ein Zeugnis individueller Tapferkeit, sondern auch ein historisches Dokument der Luftkriegsführung. Sie dokumentiert die Unterschriften zahlreicher hochrangiger Luftwaffenoffiziere und bietet damit einen Querschnitt durch die Führungsebenen des KG 55 und der übergeordneten Kommandostellen. Die außergewöhnlich hohe Zahl von 300 dokumentierten Feindflügen bis Januar 1945 belegt die intensive und verlustreiche Einsatztätigkeit der Bomberbesatzungen bis in die Endphase des Krieges.