NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Motorstandarte 88/188 1. Hügellandfahrt 1939 "

Blech hohl geprägt und vergoldet, 55 mm, mit 2 Bohrungen, mit RZM-Hersteller M9/255, Zustand 2.
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250,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Motorstandarte 88/188 1. Hügellandfahrt 1939 "

Die vorliegende NSKK-Teilnehmerplakette dokumentiert ein bedeutendes Sportereignis der Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) unmittelbar vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Diese nichttragbare Plakette wurde anlässlich der 1. Hügellandfahrt 1939 der Motorstandarte 88/188 herausgegeben und stellt ein charakteristisches Beispiel für die Erinnerungskultur und Organisationsstruktur dieser paramilitärischen Formation dar.

Das NSKK wurde 1931 als motorisierte Unterorganisation der SA gegründet und entwickelte sich zu einer eigenständigen Gliederung der NSDAP. Nach der Machtübernahme 1933 übernahm das NSKK wichtige Aufgaben in der Verkehrserziehung, der vormilitärischen Ausbildung und der Förderung des Kraftfahrwesens im Deutschen Reich. Die Organisation gliederte sich in verschiedene regionale Einheiten, wobei die Motorstandarten als mittlere Führungsebene fungierten.

Die Motorstandarte 88, später als Motorstandarte 188 bezeichnet, war Teil der komplexen Organisationsstruktur des NSKK. Die Umbenennungen und Reorganisationen innerhalb des NSKK erfolgten mehrfach während der 1930er Jahre, um die wachsende Organisation effizienter zu strukturieren. Jede Motorstandarte war für ein bestimmtes geografisches Gebiet zuständig und organisierte dort sowohl die Ausbildung als auch sportliche und propagandistische Veranstaltungen.

Hügellandfahrten gehörten zu den beliebten motorsportlichen Veranstaltungen des NSKK. Diese Wettbewerbe prüften die fahrerischen Fähigkeiten der Teilnehmer in anspruchsvollem Gelände und dienten gleichzeitig der Kameradschaftspflege sowie der öffentlichen Darstellung der Organisation. Die Veranstaltungen verbanden sportliche Elemente mit der ideologischen Ausrichtung der NS-Zeit und sollten die vermeintliche Leistungsfähigkeit der “deutschen Kraftfahrer” demonstrieren.

Die technische Ausführung der Plakette entspricht den üblichen Standards für NSKK-Erinnerungsstücke jener Zeit. Das Hohlprägeverfahren aus Blech war eine kostengünstige Herstellungsmethode, die dennoch eine detaillierte Gestaltung ermöglichte. Die Vergoldung verlieh dem Stück einen repräsentativen Charakter, während die beiden Bohrungen für die Befestigung, beispielsweise an Wimpeln oder in Vitrinen, vorgesehen waren. Mit 55 mm Durchmesser entsprach die Plakette den gängigen Dimensionen solcher Erinnerungsstücke.

Besonders bedeutsam ist die RZM-Markierung M9/255. Das Reichszeugmeisterei (RZM) war die zentrale Beschaffungs- und Prüfstelle der NSDAP und ihrer Gliederungen. Seit 1929 regulierte die RZM die Herstellung und den Vertrieb von Parteiabzeichen, Uniformen und Ausrüstungsgegenständen. Die Herstellernummer M9/255 identifiziert den lizenzierten Produzenten, wobei das Präfix “M9” die Kategorie für Metall- und Abzeichenhersteller kennzeichnete. Dieses Kontrollsystem sollte Qualitätsstandards sichern und unerlaubte Reproduktionen verhindern.

Das Jahr 1939 markiert einen historischen Wendepunkt. Die Veranstaltung fand in einer Zeit statt, als das Deutsche Reich bereits die aggressive Expansionspolitik vorantrieb. Wenige Monate nach dieser Hügellandfahrt begann mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Das NSKK wurde während des Krieges zunehmend in militärische Aufgaben eingebunden, insbesondere im Transportwesen und bei der Ausbildung von Kraftfahrern für die Wehrmacht.

Der Zustand 2 bezeichnet in der Sammlerkategorisierung einen sehr gut erhaltenen Zustand mit möglicherweise leichten Gebrauchsspuren, aber ohne wesentliche Beschädigungen. Dies ist für ein über 80 Jahre altes Objekt bemerkenswert und spricht für eine sorgfältige Aufbewahrung.

Solche nichttragbaren Plaketten unterschieden sich von offiziellen Auszeichnungen und Abzeichen, die auf der Uniform getragen werden durften. Sie dienten als Erinnerungsstücke für Teilnehmer und Organisatoren und dokumentieren die umfangreiche Veranstaltungskultur des NSKK. Heute sind sie wichtige zeithistorische Dokumente, die Einblick in die Alltagskultur und Organisationsstrukturen der NS-Zeit geben.

Aus wissenschaftlicher Perspektive ermöglichen solche Objekte die Rekonstruktion von Veranstaltungen, Organisationsstrukturen und regionalen Aktivitäten des NSKK. Sie ergänzen schriftliche Quellen und fotografisches Material und helfen, ein vollständigeres Bild der paramilitärischen Formationen im Dritten Reich zu zeichnen. Gleichzeitig erfordern sie eine kritische historische Einordnung im Kontext des nationalsozialistischen Systems und seiner verheerenden Folgen.