Wehrmacht - großes Ölgemälde des Ritterkreuzträgers der 3./Art.Rgt. 240 Hauptmann Max-Eugen Petereit
Dieses monumentale Ölgemälde aus dem Jahr 1944 repräsentiert eine besondere Kategorie von Militaria aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs: das posthume Ehrenporträt eines gefallenen Offiziers. Der hier dargestellte Hauptmann Max-Eugen Petereit (1919-1942) diente in der 3. Batterie des Artillerie-Regiments 240 und fiel am 29. September 1942 während der Abwehrschlacht bei Newa, südlich des Ladogasees. Wenige Wochen nach seinem Tod, am 7. Oktober 1942, wurde ihm posthum das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen, eine der höchsten militärischen Auszeichnungen des Deutschen Reiches.
Das Gemälde wurde von Friedrich Dornbusch (1879-?) geschaffen, einem deutschen Maler und Grafiker, der als Mitglied der Reichskulturkammer (Nummer M 8877) registriert war. Dornbusch war bekannt für seine Landschaftsbilder, Porträts und die künstlerische Verarbeitung visionärer und metaphysischer Themen. Besonders interessant ist die familiäre Verbindung: Dornbusch war der Neffe des Landschaftsmalers Rudolf Petereit und somit wahrscheinlich ein Cousin des dargestellten Offiziers, was dem Werk eine zusätzliche persönliche Dimension verleiht.
Das Format des Gemäldes - ein Kniebild in beeindruckenden Dimensionen von 138,5 x 88 cm - folgt der klassischen Tradition militärischer Ehrenporträts. Petereit wird in voller Uniform mit allen seinen Auszeichnungen dargestellt: dem Ritterkreuz, dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, dem Verwundetenabzeichen in Schwarz, dem Allgemeinen Sturmabzeichen, dem Krimschild sowie den Knopflochbändern zum Eisernen Kreuz 2. Klasse und zur Medaille Winterschlacht im Osten. Diese Zusammenstellung dokumentiert einen jungen Offizier, der in intensiven Kampfhandlungen an der Ostfront eingesetzt war.
Der Hintergrund des Gemäldes zeigt mächtige Eichenbäume an der Ostseesteilküste bei Kiel - eine symbolträchtige Wahl. Die Eiche galt in der deutschen Ikonographie traditionell als Symbol für Stärke, Beständigkeit und nationale Identität. Die Ostseeküste könnte auf Petereits Heimatregion hinweisen oder eine symbolische Verbindung zur deutschen Heimat darstellen, während der junge Offizier an der fernen Ostfront kämpfte und fiel.
Die Praxis, gefallene Offiziere posthum zu porträtieren, hatte in der Wehrmacht verschiedene Funktionen. Solche Gemälde dienten der Ehrung des Gefallenen, der Erinnerungskultur innerhalb der Familie und oft auch der Propagandazwecken. Besonders Träger hoher Auszeichnungen wie des Ritterkreuzes wurden häufig künstlerisch verewigt. Diese Porträts wurden in Offiziersmessen, Kasernen oder privaten Gedenkräumen aufgehängt und sollten nachfolgenden Generationen von Soldaten als Vorbild dienen.
Das Ritterkreuz, das Petereit posthum verliehen wurde, war eine der begehrtesten Auszeichnungen der Wehrmacht. Bis Kriegsende wurden etwa 7.300 Ritterkreuze verliehen, wobei posthume Verleihungen besonders bei gefallenen Offizieren üblich waren, die durch außergewöhnliche Tapferkeit oder militärische Leistungen aufgefallen waren. Die Verleihung musste durch detaillierte Berichte und Zeugenaussagen dokumentiert werden.
Die Reichskulturkammer, der Dornbusch als Mitglied angehörte, war eine 1933 gegründete Institution zur Kontrolle und Gleichschaltung des kulturellen Lebens im Nationalsozialismus. Künstler benötigten eine Mitgliedschaft, um professionell arbeiten zu dürfen. Dies bedeutete nicht automatisch politische Überzeugung, war aber Voraussetzung für künstlerische Tätigkeit im Dritten Reich.
Die Kämpfe südlich des Ladogasees im Herbst 1942, bei denen Petereit fiel, waren Teil der deutschen Bemühungen, Leningrad einzuschließen und die sowjetischen Durchbruchsversuche abzuwehren. Die Region war Schauplatz intensiver und verlustreicher Kämpfe, bei denen die deutsche Artillerie eine zentrale Rolle spielte.
Heute sind solche Porträts von historischem und kunsthistorischem Interesse. Sie dokumentieren die Erinnerungskultur der Wehrmacht, die künstlerischen Konventionen der Zeit und die individuellen Schicksale junger Männer, die in den Weltkrieg gezogen wurden. Das Gemälde verbindet persönliche Trauer, militärische Ehrung und zeitgenössische Kunstproduktion zu einem komplexen historischen Zeugnis.