Mützenabzeichen Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener ( REK )

Splinte wurden durch eine Sicherheitsnadel ergänzt, Rückseitig mit RZM Stempel, Zustand 
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60,00

Mützenabzeichen Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener ( REK )

Das Mützenabzeichen der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener (REK) stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Veteranenorganisationen der Zwischenkriegszeit dar. Die REK wurde im Jahr 1919 unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkrieges gegründet, als Hunderttausende deutscher Soldaten aus der Kriegsgefangenschaft in verschiedenen Ländern zurückkehrten.

Die Organisation entstand aus dem Bedürfnis der ehemaligen Kriegsgefangenen, ihre Interessen zu vertreten und Unterstützung bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu erhalten. Viele dieser Männer hatten Jahre in Gefangenenlagern in Frankreich, Großbritannien, Russland und anderen Ländern verbracht und kehrten in ein völlig verändertes Deutschland zurück – die Monarchie war gestürzt, die Weimarer Republik etabliert, und wirtschaftliche Schwierigkeiten prägten das Land.

Das vorliegende Abzeichen trägt den RZM-Stempel auf der Rückseite, was für Reichszeugmeisterei steht. Die RZM wurde 1929 als zentrale Prüf- und Beschaffungsstelle der NSDAP eingerichtet und erhielt das Monopol für die Herstellung und den Vertrieb von Parteiabzeichen, Uniformen und Ausrüstungsgegenständen. Die Kennzeichnung mit dem RZM-Stempel bedeutet, dass dieses Abzeichen nach 1929 hergestellt wurde und den offiziellen Standards entsprach.

Die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener wurde wie viele andere Veteranenorganisationen der Weimarer Zeit nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 gleichgeschaltet. Im Zuge der Gleichschaltung wurden alle Veteranenverbände in den Reichskriegerbund (später NS-Reichskriegerbund) integriert, der unter der Führung von Oberstleutnant a.D. Wilhelm Reinhard stand. Diese Eingliederung erfolgte im Rahmen der allgemeinen nationalsozialistischen Politik, alle gesellschaftlichen Organisationen unter Parteikontrolle zu bringen.

Die technische Ausführung des Abzeichens mit Splinten, die durch eine Sicherheitsnadel ergänzt wurden, deutet auf eine spätere Modifikation oder Reparatur hin. Ursprünglich waren Mützenabzeichen dieser Art typischerweise mit zwei Splinten zur Befestigung versehen, die durch die Mütze gesteckt und auf der Innenseite umgebogen wurden. Die zusätzliche Sicherheitsnadel könnte angebracht worden sein, um einen beschädigten Splint zu ersetzen oder eine sicherere Befestigung zu gewährleisten.

Die Herstellung solcher Abzeichen unterlag strengen Qualitätskontrollen der RZM. Hersteller mussten sich registrieren lassen und erhielten spezifische Herstellernummern, die oft auf den Abzeichen eingeprägt wurden. Die RZM garantierte damit eine einheitliche Qualität und verhinderte die Produktion nicht autorisierter Abzeichen. Dies war Teil der nationalsozialistischen Kontrolle über alle Aspekte des öffentlichen Lebens und der symbolischen Darstellung.

Veteranenorganisationen spielten in der deutschen Gesellschaft der Zwischenkriegszeit eine wichtige Rolle. Sie boten nicht nur praktische Unterstützung und Kameradschaft, sondern waren auch politische Akteure. Die ehemaligen Kriegsgefangenen hatten besondere Erfahrungen gemacht, die sie von anderen Frontkämpfern unterschieden. Viele fühlten sich von der Heimat im Stich gelassen und hatten mit Vorurteilen zu kämpfen – einige wurden verdächtigt, sich zu leicht ergeben zu haben oder im Ausland “bequem” gelebt zu haben, während ihre Kameraden an der Front kämpften.

Das Tragen solcher Abzeichen diente der Identifikation und dem Zusammengehörigkeitsgefühl. Es signalisierte die Mitgliedschaft in einer Gemeinschaft mit gemeinsamen Erfahrungen und Werten. In der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus waren solche sichtbaren Zeichen der Zugehörigkeit von großer Bedeutung.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurden alle nationalsozialistischen Organisationen aufgelöst, und die Verwendung ihrer Symbole und Abzeichen wurde im Rahmen der Entnazifizierung verboten. Heute sind solche Objekte historische Dokumente, die Einblick in die komplexe Geschichte der deutschen Veteranenbewegung und die Instrumentalisierung von Soldatenverbänden durch das NS-Regime geben.