Bahnschutz Eichenlaubkranz 2. Modell für die Schirmmütze

Aluminiumausführung, Zustand 2.
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80,00

Bahnschutz Eichenlaubkranz 2. Modell für die Schirmmütze

Der Bahnschutz-Eichenlaubkranz in seiner zweiten Modellausführung stellt ein faszinierendes Zeugnis der deutschen Eisenbahnsicherheitsorganisation während des Zweiten Weltkrieges dar. Dieser spezielle Kokardenkranz für die Schirmmütze wurde aus Aluminium gefertigt und repräsentiert die Dienstabzeichen der Bahnschutzpolizei, einer paramilitärischen Formation, die ab 1942 für den Schutz der kriegswichtigen Eisenbahninfrastruktur des Deutschen Reiches zuständig war.

Die Bahnschutzpolizei wurde offiziell am 1. Dezember 1942 durch Erlass des Reichsverkehrsministeriums gegründet. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, die Eisenbahnanlagen, Züge und Strecken vor Sabotageakten, Partisanenangriffen und feindlichen Luftangriffen zu schützen. Mit der Ausdehnung des Kriegsgebietes und der zunehmenden Partisanentätigkeit, besonders in den besetzten Ostgebieten, wurde der Schutz der Eisenbahnlinien zu einer kriegsentscheidenden Notwendigkeit. Die Organisation unterstand direkt der Deutschen Reichsbahn und arbeitete eng mit der Wehrmacht und der SS zusammen.

Die Uniformierung der Bahnschutzpolizei orientierte sich an militärischen Standards, unterschied sich jedoch in Details von Wehrmacht und Polizei. Das zweite Modell des Eichenlaubkranzes wurde eingeführt, nachdem das erste Modell in der Praxis Schwächen aufwies oder produktionstechnische Vereinfachungen notwendig wurden. Die Aluminiumausführung war typisch für deutsche Militär- und Polizeiabzeichen während der Kriegsjahre, da wertvolle Metalle wie Buntmetalle zunehmend für die Rüstungsproduktion benötigt wurden.

Der Eichenlaubkranz selbst hatte in der deutschen Militärtradition eine lange Geschichte. Das Eichenlaub symbolisierte seit dem 19. Jahrhundert Stärke, Beständigkeit und nationale Tugenden. In der Gestaltung von Kopfbedeckungen wurde der Kranz traditionell als Umrahmung der Kokarde verwendet. Bei der Bahnschutzpolizei umschloss der Eichenlaubkranz die spezifische Kokarde der Organisation, die sich von denen anderer Formationen unterschied.

Die Herstellung solcher Abzeichen erfolgte durch spezialisierte Metallwarenfabriken, die im gesamten Reichsgebiet verteilt waren. Die Aluminiumausführung wurde im Druckguss- oder Prägeverfahren hergestellt, wobei die Details des Eichenlaubes mehr oder weniger fein ausgearbeitet sein konnten. Die Befestigung an der Schirmmütze erfolgte üblicherweise durch Splinte oder kleine Schrauben auf der Rückseite des Kranzes.

Die Schirmmütze (Peaked Cap) war die offizielle Kopfbedeckung für den Dienst und repräsentative Anlässe. Im Gegensatz zum Feldmützenmodell, das im Einsatz getragen wurde, war die Schirmmütze mit ihrem Eichenlaubkranz ein Zeichen des formellen Dienstes. Die Mütze selbst war in der charakteristischen feldgrauen oder grünen Farbe gehalten, abhängig von der spezifischen Uniformordnung der Bahnschutzpolizei.

Die Stärke der Bahnschutzpolizei wuchs im Verlauf des Krieges erheblich an. Von anfänglich wenigen tausend Mann wurde die Formation bis 1944 auf über 100.000 Angehörige ausgebaut. Diese Männer waren an allen wichtigen Eisenbahnknotenpunkten, Brücken und strategischen Streckenabschnitten im gesamten deutschen Einflussbereich stationiert. Besonders in den besetzten Gebieten Osteuropas kam es zu häufigen Gefechten mit Partisaneneinheiten, die gezielt die Eisenbahninfrastruktur attackierten, um die deutschen Nachschublinien zu unterbrechen.

Die Bewaffnung und Ausbildung der Bahnschutzpolizei entsprach militärischen Standards. Die Angehörigen erhielten Infanteriewaffen und wurden in Kampftaktiken unterwiesen. Viele Mitglieder waren ältere Soldaten, die aus dem aktiven Frontdienst ausgeschieden waren, aber noch diensttauglich für Sicherungsaufgaben waren. Auch ehemalige Eisenbahner mit Ortskenntnissen wurden bevorzugt rekrutiert.

Nach Kriegsende 1945 wurde die Bahnschutzpolizei aufgelöst. Ihre Uniformteile und Abzeichen wurden größtenteils vernichtet oder gingen verloren. Erhaltene Stücke wie der beschriebene Eichenlaubkranz sind heute gesuchte Sammlerobjekte für Militaria-Interessierte und Historiker, die sich mit der Organisation des deutschen Verkehrswesens und Sicherheitsapparates im Zweiten Weltkrieg beschäftigen. Sie dokumentieren einen spezifischen Aspekt der totalen Kriegsführung, bei der auch zivile Infrastrukturen militarisiert und geschützt werden mussten.