Deutsche Demokratische Republik ( DDR ), Dolch der Nationalen Volksarmee (NVA) für Offiziere der Landstreitkräfte.

Blanke Klinge mit eingeschlagener Nummer "82442", und auf der anderen Seite Abnahmestempel, weißer Kunststoffgriff, verchromte Beschläge, grobe Körnung auf dem Knauf, brünierter Scheidenkorpus, mit Gehänge, im original Karton und Garantieurkunde, dazu Offiziersfeldbinde. Getragen. Zustand 2
452471
650,00

Deutsche Demokratische Republik ( DDR ), Dolch der Nationalen Volksarmee (NVA) für Offiziere der Landstreitkräfte.

Der Dolch der Nationalen Volksarmee (NVA) für Offiziere der Landstreitkräfte repräsentiert ein bedeutendes Ausrüstungsstück der bewaffneten Streitkräfte der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Als traditionelles Blankwaffen-Element militärischer Ausgehuniform verkörpert dieser Dolch die Verbindung zwischen sozialistischer Militärtradition und historischen preußisch-deutschen Militärbräuchen.

Die NVA wurde am 18. Januar 1956 offiziell gegründet und bestand bis zur deutschen Wiedervereinigung im Oktober 1990. Als Streitkraft des Warschauer Paktes entwickelte die NVA ein eigenes System von Uniformen, Rangabzeichen und Ausrüstungsgegenständen, das sich deutlich von den westdeutschen Streitkräften unterschied, jedoch bewusst an preußisch-deutsche Militärtraditionen anknüpfte.

Der Offiziersdolch wurde gemäß den Uniformtragebestimmungen der NVA zur Ausgehunifrorm getragen und war ein wichtiges Statussymbol für Offiziere. Die Einführung des Dolches erfolgte in den späten 1950er Jahren als Teil der Bemühungen, der NVA ein eigenständiges, würdiges Erscheinungsbild zu verleihen. Das Design orientierte sich an traditionellen deutschen Militärdolchen, wurde jedoch den ideologischen Anforderungen des sozialistischen Staates angepasst.

Die technischen Merkmale dieses Dolchtyps sind charakteristisch: Die blanke Klinge aus rostfreiem Stahl trägt üblicherweise eine eingeschlagene Seriennummer sowie Abnahmestempel, die die Qualitätskontrolle durch staatliche Stellen dokumentieren. Der weiße Kunststoffgriff war typisch für die Produktion in der DDR und stellte eine kostengünstige, aber haltbare Alternative zu den elfenbeinfarbenen Griffen historischer Vorbilder dar. Die verchromten Beschläge mit charakteristischer grober Körnung auf dem Knauf waren Standardmerkmal der NVA-Offiziersdolche.

Der brünierte Scheidenkorpus schützte die Klinge und bot durch seine dunkle Oberfläche einen eleganten Kontrast zur Parade- und Ausgehunifrorm. Das Gehänge, bestehend aus Lederschlaufen und Metallbeschlägen, ermöglichte das korrekte Tragen des Dolches am Koppel. Die Offiziersfeldbinde, die häufig zusammen mit dem Dolch aufbewahrt wurde, war ein weiteres wichtiges Element der Offiziersausgehuniform.

Die Herstellung erfolgte in staatlichen Betrieben der DDR unter strenger Qualitätskontrolle. Jeder Dolch wurde mit einer Garantieurkunde ausgeliefert, die die ordnungsgemäße Produktion bestätigte. Die Aufbewahrung in Originalkartons war üblich und sollte den Schutz des Dolches während der Lagerung gewährleisten.

Der Dolch durfte nur zu bestimmten Anlässen getragen werden: bei Paraden, Staatsempfängen, Ehrenwachen und anderen repräsentativen Veranstaltungen. Das Tragen unterlag strengen Vorschriften, die in den entsprechenden Dienstvorschriften der NVA detailliert geregelt waren. Für Offiziere der Landstreitkräfte gab es spezifische Ausführungen, die sich in Details von denen der Luftstreitkräfte und der Volksmarine unterschieden.

Die politische Bedeutung des Dolches lag in seiner Funktion als Symbol der Offiziersehre und der Verbundenheit mit dem sozialistischen Staat. Die NVA versuchte bewusst, militärische Traditionen mit sozialistischer Ideologie zu verbinden, was sich auch in der Gestaltung und Verwendung solcher Ausrüstungsgegenstände widerspiegelte.

Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde die NVA aufgelöst, und viele Ausrüstungsgegenstände gelangten in Sammlerhände. Offiziersdolche der NVA sind heute begehrte militärhistorische Sammlerstücke, die einen wichtigen Teil deutscher Nachkriegsgeschichte dokumentieren. Sie bieten Einblick in die Militärkultur eines untergegangenen Staates und sind wichtige Zeugnisse der deutschen Teilung.

Der Erhaltungszustand solcher Dolche variiert stark. Getragene Exemplare zeigen natürliche Gebrauchsspuren, während ungetragene Stücke in Originalverpackung besonders wertvoll sind. Die Vollständigkeit mit Originalkarton, Garantieurkunde und Zubehör wie der Feldbinde erhöht den historischen und sammlerischen Wert erheblich.