Kriegsmarine Schiffchenadler für Mannschaften Küstenartillerie
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Der Schiffchenadler der Kriegsmarine stellt ein charakteristisches Abzeichen der deutschen Marine während des Zweiten Weltkriegs dar. Dieses spezielle Exemplar war für Mannschaften der Küstenartillerie bestimmt und wurde in der typischen Bevo-Webtechnik hergestellt.
Die Kriegsmarine wurde 1935 offiziell gegründet, nachdem das Deutsche Reich die Beschränkungen des Versailler Vertrags abgelegt hatte. Mit der Expansion der Marine unter Großadmiral Erich Raeder und später Karl Dönitz entwickelte sich ein komplexes System von Uniformen und Abzeichen, das die verschiedenen Dienstzweige und Ränge kennzeichnete.
Die Küstenartillerie (Marineküstenartillerie) bildete einen wichtigen Bestandteil der deutschen Küstenverteidigung. Sie war verantwortlich für die Bewachung strategisch wichtiger Küstenabschnitte, Häfen und Marinestützpunkte. Ihre Aufgaben umfassten die Abwehr feindlicher Landungsversuche und den Schutz deutscher Schifffahrtswege in Küstennähe.
Die Bezeichnung “Bevo” leitet sich von der Bandfabrik Ewald Vorsteher in Wuppertal ab, einem der führenden Hersteller von gewebten militärischen Abzeichen während der NS-Zeit. Die Bevo-Technik ermöglichte die Herstellung hochdetaillierter, maschinengewebter Abzeichen, die sich durch ihre Haltbarkeit und Präzision auszeichneten. Diese Fertigungsmethode wurde zum Industriestandard für viele Uniformabzeichen der Wehrmacht und Kriegsmarine.
Die gelbe Darstellung auf dunkelgrünem Grund entsprach den offiziellen Farbvorschriften für Mannschaftsdienstgrade der Küstenartillerie. Die Farbgebung diente der schnellen Identifikation der Truppengattung innerhalb der Kriegsmarine.
Der Adler als heraldisches Symbol hatte in der deutschen Militärtradition eine jahrhundertelange Geschichte. Der Kriegsmarine-Adler zeigte das charakteristische Hoheitszeichen mit ausgebreiteten Schwingen und Hakenkreuz in den Fängen. Die stilisierte Darstellung folgte den Uniformvorschriften der Kriegsmarine, die 1935 eingeführt und in den folgenden Jahren mehrfach präzisiert wurden.
Der Schiffchenadler wurde auf der Schiffchenmütze (auch Fliegermütze genannt) getragen, der typischen Kopfbedeckung für den alltäglichen Dienst. Im Gegensatz zur Tellermütze für formelle Anlässe war das Schiffchen praktischer für den Borddienst und die Arbeit an den Küstenbefestigungen.
Gemäß den Uniformbestimmungen der Kriegsmarine wurde der Schiffchenadler mittig auf der Vorderseite der Schiffchenmütze angebracht. Die genaue Position und Befestigungsweise waren in den Dienstvorschriften präzise festgelegt. Mannschaften trugen diese Ausführung in gelb auf grün, während Offiziere und Unteroffiziere andere Varianten erhielten.
Die Küstenartillerie-Einheiten waren entlang der gesamten deutschen und besetzten Küstenlinien stationiert, von Norwegen über die deutsche Nordsee- und Ostseeküste bis zu den französischen Atlantikbefestigungen des Atlantikwalls. Die Mannschaften dieser Einheiten trugen ihre Schiffchenadler mit entsprechendem Stolz als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zur Kriegsmarine.
Die Herstellung von Uniformeffekten unterlag während des Krieges strengen Kontrollen. Neben der Firma Bevo produzierten auch andere Hersteller diese Abzeichen nach denselben Spezifikationen. Die Verteilung erfolgte über das militärische Bekleidungssystem, wobei jeder Soldat bei seiner Grundausstattung die entsprechenden Abzeichen erhielt.
Mit fortschreitendem Kriegsverlauf und zunehmenden Materialengpässen variierten Qualität und Ausführung teilweise. Dennoch blieb die grundsätzliche Form und Gestaltung bis Kriegsende 1945 weitgehend unverändert.
Heute stellen solche Originalabzeichen wichtige zeitgeschichtliche Dokumente dar. Sie ermöglichen Militärhistorikern und Sammlern Einblicke in die Uniformkunde und Organisationsstruktur der Kriegsmarine. Der Erhaltungszustand variiert je nach Lagerung und vorheriger Verwendung erheblich.
Die wissenschaftliche Erforschung dieser Militaria trägt zum Verständnis der Alltagsgeschichte deutscher Soldaten bei und dokumentiert die materielle Kultur des Zweiten Weltkriegs. Museen und historische Sammlungen bewahren solche Objekte als Zeugnisse einer prägenden, wenn auch dunklen Epoche deutscher Geschichte.