NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Zielfahrt zur prov. Austell. 16.-17. Sept. 1933 100 Jahre NSKK Essen "

Buntmetall vergoldet, 70 x 100 mm, Hersteller : Adam Donner Elberfeld, Zustand 2.
337371
320,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Zielfahrt zur prov. Austell. 16.-17. Sept. 1933 100 Jahre NSKK Essen "

Die vorliegende NSKK-Teilnehmerplakette dokumentiert ein bedeutendes Ereignis in der frühen Geschichte des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK): die “Zielfahrt zur provisorischen Ausstellung” am 16. und 17. September 1933 in Essen, die unter dem Motto “100 Jahre NSKK Essen” stand – eine historisch fehlerhafte Bezeichnung, da das NSKK erst 1931 gegründet wurde und die Veranstaltung möglicherweise eine andere Jubiläumsfeier meinte oder propagandistische Zwecke verfolgte.

Das NSKK entstand am 1. Mai 1931 aus dem Nationalsozialistischen Automobil-Korps (NSAK), das seit 1930 bestanden hatte. Unter der Führung von SA-Obergruppenführer Adolf Hühnlein, der von 1931 bis zu seinem Tod 1942 das Korps leitete, entwickelte sich das NSKK zu einer paramilitärischen Formation mit über 500.000 Mitgliedern. Die Hauptaufgabe bestand in der kraftfahrtechnischen Ausbildung und der Vorbereitung auf militärische Zwecke, was besonders nach der Machtübernahme 1933 an Bedeutung gewann.

Das Jahr 1933 markierte einen Wendepunkt für das NSKK. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung im Januar 1933 expandierte die Organisation erheblich und übernahm zunehmend staatliche Funktionen im Verkehrswesen. Die im September 1933 in Essen durchgeführte Veranstaltung fand in einer Phase intensiver Konsolidierung und Expansion statt. Zielfahrten waren charakteristische Veranstaltungen des NSKK, bei denen Motorisierung, fahrerisches Können und nationalsozialistische Ideologie miteinander verbunden wurden.

Die Plakette selbst besteht aus vergoldetem Buntmetall und misst 70 x 100 mm, was für nichttragbare Erinnerungsstücke dieser Art typisch war. Sie wurde von Adam Donner aus Elberfeld hergestellt, einem der zahlreichen Betriebe, die in den 1930er Jahren NS-Abzeichen und Erinnerungsstücke produzierten. Elberfeld, heute Teil von Wuppertal, war ein wichtiges Zentrum der metallverarbeitenden Industrie im Rheinland.

Nichttragbare Teilnehmerplaketten wie diese dienten als Erinnerungsstücke an konkrete Veranstaltungen und unterschieden sich grundlegend von offiziellen Abzeichen oder Uniformteilen. Sie wurden in begrenzter Auflage hergestellt und an Teilnehmer oder Organisatoren vergeben. Im Gegensatz zu tragbaren Abzeichen, die strengen Regulations- und Tragevorschriften unterlagen, hatten diese Plaketten eher Sammel- und Erinnerungscharakter.

Die Stadt Essen im Ruhrgebiet spielte eine wichtige Rolle in der NS-Zeit, nicht zuletzt wegen der dort ansässigen Krupp-Werke und der industriellen Bedeutung der Region. Automobilveranstaltungen und Motorsportevents dienten der Propaganda und der Demonstration technischer Leistungsfähigkeit. Die Verbindung von Motorisierung und nationalsozialistischer Ideologie war ein zentrales Element der NS-Propaganda, das sich in Organisationen wie dem NSKK, aber auch in Projekten wie dem “Volkswagen” manifestierte.

Die Herstellung solcher Plaketten folgte handwerklichen Traditionen der Metallverarbeitung. Das vergoldete Buntmetall – typischerweise eine Kupfer-Zink-Legierung – wurde geprägt, ziseliert oder gegossen und anschließend vergoldet. Die Qualität der Ausführung variierte je nach Hersteller und Auftrag. Firmen wie Adam Donner gehörten zu einem Netzwerk von Zulieferern, die für NS-Organisationen arbeiteten.

Aus historischer Perspektive dokumentieren solche Objekte die Alltagskultur und Organisationsstruktur des NS-Regimes. Sie zeigen, wie durch Veranstaltungen, Abzeichen und Rituale eine ideologische Durchdringung der Gesellschaft angestrebt wurde. Das NSKK war Teil eines Systems paramilitärischer Organisationen, zu denen auch die SA, SS und HJ gehörten und die Millionen Deutsche einbanden.

Heute sind solche historischen Objekte wichtige Quellen für die Geschichtswissenschaft. Sie ermöglichen Einblicke in Organisationsstrukturen, regionale Veranstaltungen und die materielle Kultur des Nationalsozialismus. Sammler und Museen bewahren diese Zeugnisse auf, wobei stets der historisch-wissenschaftliche Kontext und die Aufklärung über die verbrecherische Natur des NS-Regimes im Vordergrund stehen müssen.