Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen 5. Form

Höhe 23 mm, mit RZM-Hersteller 46 GES.GESCH., an Nadel, Zustand 2.
409071
40,00

Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen 5. Form

Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Frauenschaft (NSF) stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Massenorganisationen dar, die zwischen 1933 und 1945 das gesellschaftliche Leben im Deutschen Reich durchdrangen. Die NSF wurde im Oktober 1931 als Zusammenschluss verschiedener nationalsozialistischer Frauenverbände gegründet und entwickelte sich zur größten Frauenorganisation im Dritten Reich.

Die Nationalsozialistische Frauenschaft unterstand der Reichsfrauenführung unter Gertrud Scholtz-Klink, die ab 1934 als Reichsfrauenführerin fungierte. Die Organisation war eng mit dem Deutschen Frauenwerk (DFW) verbunden, wobei die NSF als elitärere Unterorganisation galt, deren Mitglieder als weltanschaulich besonders geschult und zuverlässig galten. Während das Deutsche Frauenwerk bis zu sechs Millionen Mitglieder zählte, umfasste die NSF etwa zwei Millionen Frauen.

Das vorliegende Abzeichen in der 5. Form repräsentiert eine der späteren Varianten des Mitgliedsabzeichens. Die Entwicklung verschiedener Formen des NSF-Abzeichens spiegelt die organisatorische Weiterentwicklung und die zunehmende Standardisierung der NS-Symbole wider. Die Kennzeichnung mit RZM (Reichszeugmeisterei) und der Herstellernummer 46 sowie dem Zusatz GES.GESCH. (gesetzlich geschützt) belegt die offizielle Zulassung und Kontrolle durch die NSDAP-eigene Zertifizierungsstelle.

Die Reichszeugmeisterei wurde 1929 gegründet und kontrollierte ab 1933 die Herstellung und den Vertrieb aller Parteiabzeichen, Uniformen und Ausrüstungsgegenstände. Nur von der RZM zugelassene Hersteller durften offizielle NS-Abzeichen produzieren. Die Herstellernummer 46 verweist auf einen spezifischen, von der RZM lizenzierten Produzenten. Das System der RZM-Kennzeichnung sollte Qualitätsstandards sichern und den Handel mit gefälschten oder minderwertigen Abzeichen unterbinden.

Das NSF-Abzeichen wurde typischerweise an der Zivilkleidung getragen und diente als sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zur Organisation. Die Größe von 23 mm entspricht den standardisierten Vorgaben für Mitgliedsabzeichen. Die Nadelkonstruktion ermöglichte das einfache Anbringen an Kleidungsstücken. Mitglieder waren angehalten, das Abzeichen bei öffentlichen Veranstaltungen und Versammlungen zu tragen.

Die ideologische Ausrichtung der NSF konzentrierte sich auf die Vermittlung nationalsozialistischer Weltanschauung und die Einbindung der Frauen in das NS-System entsprechend der biologistisch-rassistischen Vorstellung von der “deutschen Frau und Mutter”. Die Organisation führte Schulungen durch, organisierte Hilfswerke und engagierte sich in der Kriegszeit verstärkt in der Heimatfront-Arbeit. Die NSF war in Gau-, Kreis- und Ortsgruppenebenen hierarchisch strukturiert.

Während des Zweiten Weltkrieges nahmen die Aufgaben der NSF erheblich zu. Die Organisation koordinierte Sammlungen, betreute Mütter und Familien von Soldaten, organisierte Nähstuben und Betreuungsdienste. Das Tragen des Mitgliedsabzeichens signalisierte die aktive Teilnahme am “Volkskrieg” und die Bereitschaft zum Einsatz für die nationalsozialistische Sache.

Nach 1945 wurden die NSF und alle anderen NS-Organisationen durch die Alliierten verboten und aufgelöst. Im Rahmen der Entnazifizierung mussten ehemalige Mitglieder ihre Zugehörigkeit angeben. Die Mitgliedschaft in der NSF wurde dabei unterschiedlich bewertet, abhängig vom Grad der aktiven Beteiligung und eventueller Funktionen innerhalb der Organisation.

Aus sammlungshistorischer Perspektive sind NSF-Abzeichen heute Dokumente der Zeitgeschichte. Sie dokumentieren die Durchdringung der Gesellschaft durch NS-Organisationen und die Einbindung von Frauen in das System. Die verschiedenen Formen und Herstellervarianten erlauben Rückschlüsse auf Produktionszeiträume und organisatorische Entwicklungen. Das Sammeln solcher Objekte dient der historischen Dokumentation und Forschung, wobei stets der Kontext der verbrecherischen NS-Herrschaft zu beachten ist.

Die Erhaltung in Zustand 2 weist auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das die originalen Merkmale weitgehend bewahrt hat. Solche Objekte sind wichtige Quellen für Museen, Archive und wissenschaftliche Einrichtungen, die sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinandersetzen.