Reichsarbeitsdienst der weiblichen Jugend ( RAD/wJ ) - Erinnerungsbrosche in Silber

Aluminium, Hersteller : Assmann, an Nadel, Zustand 2.
451672
40,00

Reichsarbeitsdienst der weiblichen Jugend ( RAD/wJ ) - Erinnerungsbrosche in Silber

Die Erinnerungsbrosche des Reichsarbeitsdienstes der weiblichen Jugend (RAD/wJ) in Silber stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Organisationsstruktur für junge Frauen im Dritten Reich dar. Diese Auszeichnung wurde an weibliche Mitglieder verliehen, die ihre Dienstzeit im RAD/wJ erfolgreich absolviert hatten und symbolisierte ihre Teilnahme an diesem staatlich organisierten Arbeitsdienst.

Der Reichsarbeitsdienst (RAD) wurde am 26. Juni 1935 durch das Reichsarbeitsdienstgesetz als Pflichtdienst eingeführt. Während der RAD zunächst hauptsächlich für junge Männer konzipiert war, entwickelte sich parallel dazu der Reichsarbeitsdienst der weiblichen Jugend. Ab 1939 wurde der Arbeitsdienst auch für junge Frauen verpflichtend, wobei die Dienstzeit zunächst sechs Monate betrug und später auf ein Jahr ausgedehnt wurde.

Der RAD/wJ hatte zum Ziel, junge Frauen im Alter von 17 bis 25 Jahren in nationalsozialistischem Gedankengut zu schulen und sie gleichzeitig für landwirtschaftliche Arbeiten, Haushaltsführung und später für kriegswichtige Aufgaben einzusetzen. Die Arbeitsmaiden, wie die weiblichen RAD-Mitglieder genannt wurden, wurden in Lagern untergebracht und mussten dort nach militärischen Prinzipien organisierte Arbeits- und Schulungsprogramme absolvieren.

Die hier beschriebene Erinnerungsbrosche aus Aluminium wurde von der renommierten Firma Assmann hergestellt, einem bekannten Hersteller von Orden, Ehrenzeichen und militärischen Auszeichnungen in der NS-Zeit. Die Firma Assmann aus Lüdenscheid gehörte zu den bedeutendsten Produzenten solcher Abzeichen und war für die Qualität ihrer Erzeugnisse bekannt. Die Verwendung von Aluminium als Material war typisch für die Kriegszeit, als Edelmetalle zunehmend knapp wurden und für kriegswichtige Zwecke reserviert waren.

Die Brosche wurde typischerweise an der Zivilkleidung getragen und diente als sichtbares Zeichen der absolvierten Dienstzeit. Im Gegensatz zu militärischen Orden hatte diese Erinnerungsbrosche eher den Charakter eines Ehrenabzeichens, das die erfolgreiche Teilnahme am RAD/wJ dokumentierte. Die Verleihung solcher Broschen war Teil des nationalsozialistischen Systems von Auszeichnungen und Abzeichen, das dazu diente, Loyalität zu fördern und die Teilnahme an staatlichen Programmen zu honorieren.

Die Gestaltung solcher Broschen folgte häufig einheitlichen Vorgaben und beinhaltete typische Symbole des RAD wie den Spaten, der als Symbol der Arbeit galt, sowie weitere nationalsozialistische Symbolik. Die silberne Ausführung deutet auf eine höhere Wertigkeit hin, wobei verschiedene Varianten in unterschiedlichen Materialien und Ausführungen existierten.

Der RAD/wJ spielte eine wichtige Rolle in der Mobilisierung der weiblichen Bevölkerung für die Kriegswirtschaft. Besonders nach Kriegsbeginn 1939 wurden die Arbeitsmaiden zunehmend für kriegswichtige Aufgaben eingesetzt, darunter die Unterstützung in der Landwirtschaft zur Sicherung der Ernährung, Hilfsdienste in Lazaretten und später auch Flakhelferinnen-Dienste. Die Organisation wuchs während des Krieges erheblich an und umfasste zeitweise mehrere hunderttausend junge Frauen.

Aus heutiger Sicht sind solche Erinnerungsbroschen wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Organisationsstruktur und das Auszeichnungswesen des Dritten Reiches geben. Sie dokumentieren die systematische Einbindung der Jugend in die nationalsozialistische Gesellschaftsordnung und die Militarisierung aller Lebensbereiche. Sammler und Historiker schätzen solche Objekte als Studienobjekte, die helfen, diese dunkle Periode der deutschen Geschichte besser zu verstehen und zu dokumentieren.

Die Erhaltung solcher historischer Artefakte in Museen und Sammlungen dient der Geschichtsforschung und der Aufklärung über die Mechanismen totalitärer Systeme. Dabei ist stets eine kritische und kontextualisierende Betrachtung erforderlich, die die propagandistische Funktion solcher Abzeichen im Rahmen der nationalsozialistischen Herrschaft deutlich macht.