Reichskolonialbund ( RKB ) - Amtsträgerabzeichen in Silber

an langer Nadel, Hersteller : HFB GES.GESCH., Zustand 2.
463572
150,00

Reichskolonialbund ( RKB ) - Amtsträgerabzeichen in Silber

Das Amtsträgerabzeichen in Silber des Reichskolonialbundes (RKB) stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Kolonialbestrebungen während der nationalsozialistischen Ära dar. Dieses offizielle Abzeichen wurde an Funktionsträger innerhalb der Organisation verliehen und symbolisierte deren Stellung und Engagement für die kolonialpolitischen Ziele des Dritten Reiches.

Der Reichskolonialbund wurde am 8. Juni 1936 durch die Zusammenlegung verschiedener kolonialer Organisationen gegründet, darunter die Deutsche Kolonialgesellschaft und der Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft. Unter der Leitung von Franz Ritter von Epp, der als Reichskommissar für koloniale Fragen fungierte, wurde der RKB zur zentralen Organisation für alle kolonialpolitischen Aktivitäten im nationalsozialistischen Deutschland. Die Organisation hatte zum Ziel, das koloniale Gedankengut in der deutschen Bevölkerung zu fördern und die Forderung nach der Rückgabe der ehemaligen deutschen Kolonien zu unterstützen.

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte Deutschland durch den Versailler Vertrag von 1919 alle seine Kolonialgebiete verloren. Diese umfassten Territorien in Afrika wie Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Südwestafrika, Kamerun und Togo sowie Gebiete im Pazifik. Die nationalsozialistische Propaganda nutzte den Verlust dieser Kolonien als Teil ihrer Revisionsansprüche gegen die Versailler Ordnung. Der Reichskolonialbund spielte eine zentrale Rolle bei der Verbreitung dieser Forderungen und organisierte Ausstellungen, Vorträge und Publikationen zum Thema.

Das Amtsträgerabzeichen in Silber wurde nach bestimmten Kriterien verliehen. Es kennzeichnete Personen, die innerhalb der Organisation wichtige Funktionen ausübten und sich besonders verdient gemacht hatten. Das Abzeichen wurde typischerweise an einer langen Nadel getragen, wie es bei vielen NS-Organisationsabzeichen üblich war. Diese Nadel ermöglichte das sichere Befestigen an der Uniform oder zivilen Kleidung.

Die Herstellung solcher Abzeichen erfolgte durch staatlich autorisierte Hersteller. Der auf diesem Exemplar aufgeführte Hersteller HFB GES.GESCH. (Gesellschaft geschützt) gehörte zu den offiziellen Produzenten von NS-Abzeichen und Ehrenzeichen. Die Kennzeichnung durch Herstellermarken war bei NS-Auszeichnungen üblich und diente der Qualitätskontrolle sowie der Verhinderung von Fälschungen. Die Produktion war streng reglementiert, und nur zugelassene Firmen durften diese offiziellen Abzeichen herstellen.

Das Design des Abzeichens folgte den ästhetischen Prinzipien der NS-Symbolik. Typischerweise zeigten RKB-Abzeichen koloniale Motive, häufig mit dem Hakenkreuz als zentralem Element der nationalsozialistischen Ikonographie. Die silberne Ausführung deutete auf eine mittlere bis höhere Rangstufe innerhalb der Organisation hin. Neben der silbernen Version existierten auch Ausführungen in Bronze für niedrigere Funktionsträger.

Die Mitgliedschaft im Reichskolonialbund war beträchtlich. Bis zum Jahr 1939 zählte die Organisation etwa 2 Millionen Mitglieder. Der RKB war in verschiedene Gliederungen unterteilt, darunter Landesverbände, Ortsgruppen und Fachgruppen. Die Organisation betrieb auch ein eigenes Zeitschriftenwesen und unterhielt das Kolonialmuseum in Berlin.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 verloren die kolonialpolitischen Ambitionen des Deutschen Reiches zunehmend an Bedeutung. Die militärischen Ressourcen wurden für den Krieg in Europa und später weltweit benötigt. Dennoch bestand der Reichskolonialbund formal bis zum Ende des Krieges 1945 fort. Nach der deutschen Kapitulation wurden alle NS-Organisationen durch die Alliierten aufgelöst, und das Tragen ihrer Abzeichen wurde verboten.

Heute sind Amtsträgerabzeichen des Reichskolonialbundes bedeutende historische Objekte für die Erforschung der NS-Zeit und der deutschen Kolonialgeschichte. Sie dokumentieren die ideologische Verknüpfung von Kolonialrevisionismus und nationalsozialistischer Weltanschauung. Sammler und Museen bewahren solche Objekte als Zeugnisse dieser historischen Epoche auf, wobei stets der wissenschaftliche und aufklärerische Kontext im Vordergrund stehen muss.

Die Erhaltung und Dokumentation solcher historischer Artefakte ist wichtig für das historische Gedächtnis und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Herrschaft und ihren vielfältigen Organisationen. Sie erinnern an eine Zeit, in der koloniale und rassistische Ideologien staatlich gefördert und durch ein ausgeklügeltes System von Symbolen und Abzeichen manifestiert wurden.

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