Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen 5. Form

27 mm, mit RZM-Hersteller M1/46, an Nadel, Zustand 2.
454274
50,00

Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen 5. Form

Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Frauenschaft (NSF) stellt ein bedeutendes Zeugnis der organisierten Frauenarbeit im nationalsozialistischen Deutschland dar. Die hier vorliegende 5. Form mit den Maßen von 27 mm und der Herstellermarkierung RZM M1/46 repräsentiert eine spezifische Produktionsvariante dieser Organisation, die zwischen 1931 und 1945 existierte.

Die Nationalsozialistische Frauenschaft wurde im Oktober 1931 als Zusammenschluss verschiedener nationalsozialistischer Frauenorganisationen gegründet. Unter der Leitung von Gertrud Scholtz-Klink, die ab 1934 als Reichsfrauenführerin fungierte, entwickelte sich die NSF zur zentralen Organisation für Frauen innerhalb der NSDAP-Struktur. Die Organisation hatte die Aufgabe, die nationalsozialistische Ideologie unter deutschen Frauen zu verbreiten und diese in die Volksgemeinschaft zu integrieren.

Das Abzeichen selbst folgte dem charakteristischen Design nationalsozialistischer Organisationsabzeichen. Es zeigte typischerweise das Hakenkreuz als zentrales Element, umgeben von organisationsspezifischen Symbolen. Die verschiedenen Formen des Abzeichens spiegeln die Entwicklung und Standardisierung der NS-Abzeichenproduktion wider. Die 5. Form gehört zu den späteren Varianten, die nach zunehmender Reglementierung durch die Reichszeugmeisterei (RZM) produziert wurden.

Die RZM-Markierung M1/46 ist von besonderer Bedeutung für die historische Einordnung. Die Reichszeugmeisterei wurde 1929 gegründet und übernahm ab 1933 die zentrale Kontrolle über die Produktion und Verteilung aller NSDAP-Uniformen und Abzeichen. Das Kennzeichnungssystem bestand aus dem Buchstaben M (für Metall) gefolgt von einer Nummer für den Hersteller und einer zweiten Nummer für die Warengruppe. Die Nummer M1/46 identifiziert einen spezifischen, von der RZM lizenzierten Hersteller, dessen Produktion strengen Qualitätskontrollen unterlag.

Die Mitgliedschaft in der NSF war formal freiwillig, stand jedoch unter erheblichem gesellschaftlichem Druck. Die Organisation erreichte bis 1938 etwa 2,3 Millionen Mitglieder. Die NSF arbeitete eng mit dem Deutschen Frauenwerk (DFW) zusammen, wobei die NSF die politisch ausgerichtete Kernorganisation darstellte, während das DFW als Massenorganisation fungierte.

Das Tragen des Mitgliedsabzeichens war bei offiziellen Anlässen und Veranstaltungen vorgeschrieben. Es signalisierte die Zugehörigkeit zur nationalsozialistischen Bewegung und die Akzeptanz der propagierten Geschlechterideologie, die Frauen primär als Mütter und Hausfrauen definierte. Die NSF organisierte Schulungen, Vorträge und praktische Kurse in Hauswirtschaft, Säuglingspflege und “rassenhygienischen” Themen.

Die Produktion solcher Abzeichen erfolgte unter strenger Aufsicht. Hersteller mussten lizenziert sein und bestimmte technische Standards einhalten. Die Nadelkonstruktion auf der Rückseite ermöglichte das sichere Befestigen an der Kleidung. Der angegebene Zustand 2 in der Objektbeschreibung deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das typische Gebrauchsspuren aufweist, aber keine wesentlichen Beschädigungen zeigt.

Aus historischer Perspektive sind solche Abzeichen heute wichtige Quellen für die Erforschung der nationalsozialistischen Organisationsstruktur und Alltagskultur. Sie dokumentieren die Durchdringung aller Lebensbereiche durch die NS-Ideologie und die systematische Erfassung der Bevölkerung in verschiedenen Organisationen. Die NSF spielte eine zentrale Rolle bei der Mobilisierung von Frauen für die Kriegswirtschaft ab 1939 und bei der Verbreitung der nationalsozialistischen Rassen- und Familienpolitik.

Nach 1945 wurde die NSF wie alle NSDAP-Organisationen durch die Alliierten aufgelöst. Ihre Symbole und Abzeichen wurden gemäß den Entnazifizierungsgesetzen verboten. Heute dürfen solche Objekte nur zu dokumentarischen, wissenschaftlichen oder ähnlichen Zwecken gezeigt werden. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer diktatorischen Herrschaft und der systematischen Instrumentalisierung von Frauen für politische Zwecke.