NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " NSKK Motorbrigade Nordmark Nachtprüfung 23.-24.11.1935 "

Kupfer, farbig emailliert, 88 mm, Hersteller : M. Hansen Kiel, Zustand 2.
458475
300,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " NSKK Motorbrigade Nordmark Nachtprüfung 23.-24.11.1935 "

Die vorliegende NSKK-Teilnehmerplakette dokumentiert eine Nachtprüfung der NSKK-Motorbrigade Nordmark, die am 23. und 24. November 1935 stattfand. Hergestellt aus Kupfer und farbig emailliert, mit einem Durchmesser von 88 mm, wurde diese nicht-tragbare Plakette von der Kieler Firma M. Hansen produziert.

Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) wurde 1931 als motorisierte Formation der NSDAP gegründet und entwickelte sich nach der Machtübernahme 1933 zu einer bedeutenden paramilitärischen Organisation. Unter der Führung von NSKK-Korpsführer Adolf Hühnlein organisierte das Korps zahlreiche motorsportliche Veranstaltungen, Schulungen und Prüfungen, die der Vorbereitung auf den Kriegsfall und der Motorisierung der deutschen Gesellschaft dienen sollten.

Die Motorbrigade Nordmark war eine regionale Gliederung des NSKK, die den nördlichen Bereich des Deutschen Reiches umfasste, insbesondere Schleswig-Holstein und angrenzende Gebiete. Der Name “Nordmark” bezog sich auf die historische Bezeichnung für diese Region. Die Brigade war Teil der hierarchischen Struktur des NSKK, die Motorgruppen, Motorbrigaden, Motorstandarten und kleinere Einheiten umfasste.

Nachtprüfungen waren besondere fahrtechnische Herausforderungen, die im NSKK regelmäßig durchgeführt wurden. Sie dienten der Ausbildung von Kraftfahrern in schwierigen Fahrsituationen und sollten die Fähigkeit zur nächtlichen Navigation und zum Fahren unter erschwerten Bedingungen fördern. Solche Veranstaltungen waren oft als Orientierungsfahrten konzipiert, bei denen die Teilnehmer vorgegebene Strecken bei Dunkelheit bewältigen mussten. Die zeitliche Einordnung im November, in der Jahreszeit mit früher Dunkelheit und möglicherweise widrigen Wetterbedingungen, stellte zusätzliche Anforderungen an die Fahrer.

Die Veranstaltung im November 1935 fand in einer Phase der intensiven Expansion des NSKK statt. Nach der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht im März 1935 und der offenen Aufrüstungspolitik des NS-Regimes gewann die vormilitärische Ausbildung durch Organisationen wie das NSKK erheblich an Bedeutung. Die Schulung von Kraftfahrern war für die Motorisierung der Wehrmacht von strategischem Wert.

Teilnehmerplaketten dieser Art wurden als Erinnerungsstücke und Leistungsnachweise ausgegeben. Im Unterschied zu tragbaren Abzeichen und Auszeichnungen, die an der Uniform befestigt werden konnten, waren diese größeren Plaketten zur Aufbewahrung oder Präsentation in privaten Räumen gedacht. Sie dokumentierten die Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen und hatten sowohl Erinnerungs- als auch Prestigewert für die Teilnehmer.

Der Hersteller M. Hansen aus Kiel war eine der zahlreichen Firmen, die im Dritten Reich Abzeichen, Plaketten und Auszeichnungen für verschiedene NS-Organisationen produzierten. Kiel als bedeutende Marinestadt und regionales Zentrum in Schleswig-Holstein war ein naheliegender Produktionsort für Insignien der Motorbrigade Nordmark. Die handwerkliche Qualität dieser Plaketten variierte je nach Hersteller und Auftrag, wobei emaillierten Ausführungen oft ein höherer Wert beigemessen wurde als einfacheren Prägungen.

Die Emaillierung solcher Plaketten erforderte spezialisierte handwerkliche Fähigkeiten. Die Farbemails wurden bei hohen Temperaturen auf die Kupferbasis aufgeschmolzen, was eine dauerhafte und leuchtende Farbgebung ermöglichte. Typischerweise zeigten NSKK-Plaketten die Farben der Organisation – häufig Schwarz, Weiß und Rot in Verbindung mit dem charakteristischen NSKK-Braun – sowie regionale oder veranstaltungsspezifische Motive und Inschriften.

Aus historischer Perspektive dokumentieren solche Plaketten die umfassende organisatorische Durchdringung der deutschen Gesellschaft durch NS-Formationen in den 1930er Jahren. Das NSKK hatte 1935 bereits mehrere hunderttausend Mitglieder und organisierte ein dichtes Netz an Veranstaltungen, Schulungen und gemeinschaftlichen Aktivitäten. Die Ausgabe von Erinnerungsplaketten selbst für regionale Prüfungen unterstreicht den Stellenwert, den solche Veranstaltungen im Selbstverständnis der Organisation und ihrer Mitglieder hatten.

Die Erforschung solcher Objekte trägt zum Verständnis der Alltagsgeschichte des Nationalsozialismus bei, insbesondere hinsichtlich der Mobilisierung und ideologischen Durchdringung breiter Bevölkerungsschichten durch vermeintlich unpolitische motorsportliche und technische Aktivitäten. Gleichzeitig verdeutlichen sie die systematische Vorbereitung auf den Kriegsfall, die in allen Bereichen der NS-Organisationen betrieben wurde.