Aus der Fundgrube : Erinnerungsmedaille Sanitätsrat Dr. Curt Roesebeck - Deutsches Kartell für Hundewesen (DKH) / Reichsverband für das Deutsche Hundewesen (RDH)

Bronze, Durchmesser 66 mm. 
Zum 25. Gründungsjubiläum des von Roesebeck geführten, nunmehr Deutsches Kartell für Hundewesen (DKH e.V.) benannten Verbandes erschien 1931 eine Medaille mit einer Büste beziehungsweise eine von dem Medailleur Fritz Diller gestaltete Porträtansicht als Relief mit der zweiteilig umlaufenden Inschrift „Dr. Roesebeck“ und „1. Vors. d. D.K.H“ sowie der Zahl „25“ im Lorbeerkranz auf dem Revers.
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Aus der Fundgrube : Erinnerungsmedaille Sanitätsrat Dr. Curt Roesebeck - Deutsches Kartell für Hundewesen (DKH) / Reichsverband für das Deutsche Hundewesen (RDH)

Die Erinnerungsmedaille für Sanitätsrat Dr. Curt Roesebeck aus dem Jahr 1931 steht als bedeutendes Zeugnis für die organisierte deutsche Hundezucht und das Hundewesen in der Weimarer Republik. Mit einem Durchmesser von 66 mm und aus Bronze gefertigt, wurde diese Medaille anlässlich des 25-jährigen Gründungsjubiläums des Deutschen Kartells für Hundewesen (DKH e.V.) geschaffen.

Dr. Curt Roesebeck war eine zentrale Figur in der Entwicklung des organisierten deutschen Hundewesens. Als 1. Vorsitzender des DKH prägte er die Strukturierung und Professionalisierung der deutschen Hundezucht in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen. Das Deutsche Kartell für Hundewesen entstand aus dem Bedürfnis, die verschiedenen Zucht- und Rasseverbände unter einem Dachverband zu vereinen und einheitliche Standards zu etablieren.

Die Medaille wurde von dem renommierten Medailleur Fritz Diller gestaltet, der in den 1920er und 1930er Jahren zahlreiche bedeutende Gedenk- und Erinnerungsmedaillen schuf. Die Vorderseite zeigt ein Porträtrelief von Dr. Roesebeck, umgeben von der zweiteiligen Inschrift “Dr. Roesebeck” und “1. Vors. d. D.K.H”. Die Rückseite (Revers) präsentiert die Zahl “25” in einem Lorbeerkranz, einem klassischen Symbol für Ehre, Verdienst und Jubiläen.

Das Jahr 1931 markiert eine besondere Phase in der Geschichte des deutschen Hundewesens. Die Organisation, die Dr. Roesebeck führte, hatte sich seit ihrer Gründung 1906 kontinuierlich entwickelt. In der Weimarer Republik gewann die organisierte Hundezucht zunehmend an Bedeutung, nicht nur für Sport und Zucht, sondern auch für praktische Anwendungen wie den Einsatz von Sanitätshunden, Polizeihunden und Blindenführhunden.

Die Verbindung zwischen Hundewesen und militärischen sowie sanitären Zwecken war in Deutschland traditionell stark ausgeprägt. Bereits im Ersten Weltkrieg hatten Sanitätshunde eine wichtige Rolle bei der Verwundetensuche gespielt. Dr. Roesebeck, der den Titel Sanitätsrat trug – eine Auszeichnung für verdiente Mediziner – verkörperte diese Verbindung zwischen medizinischem Sachverstand und der praktischen Nutzung von Hunden für humanitäre Zwecke.

Nach 1933 wurde das Deutsche Kartell für Hundewesen in den Reichsverband für das Deutsche Hundewesen (RDH) überführt, der unter nationalsozialistischer Herrschaft gleichgeschaltet wurde. Diese organisatorische Veränderung spiegelte die allgemeine Entwicklung deutscher Verbände in dieser Zeit wider, die in zentralisierte, staatlich kontrollierte Strukturen überführt wurden.

Die Medaille selbst repräsentiert die Tradition der Ehrung verdienter Persönlichkeiten durch numismatische Kunstwerke. In der deutschen Medaillenkunst der Weimarer Republik waren solche Jubiläumsmedaillen weit verbreitet. Sie wurden typischerweise in Bronze gefertigt und in begrenzter Auflage an Mitglieder, Funktionäre und Förderer der jeweiligen Organisation ausgegeben.

Die Größe von 66 mm entspricht dem Format einer Schaumedaille, die nicht zum Tragen bestimmt war, sondern als Sammlerstück und Erinnerungsgegenstand diente. Solche Medaillen wurden oft in speziellen Etuis oder Kästen aufbewahrt und bei besonderen Anlässen präsentiert.

Das deutsche Hundewesen hatte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weltweite Bedeutung. Deutsche Zuchtstandards und Ausbildungsmethoden, besonders für Diensthunde, galten international als vorbildlich. Organisationen wie das DKH trugen wesentlich zur Entwicklung und Verbreitung dieser Standards bei.

Heute sind solche Erinnerungsmedaillen wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Organisationsgeschichte, die Persönlichkeiten der Zeit und die Entwicklung spezifischer Fachbereiche geben. Sie dokumentieren die Professionalisierung und Institutionalisierung verschiedener Interessengebiete in der deutschen Gesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts.