NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " NSKK Motorbrigade Nordmark Eutiner Geländefahrt 30. Juni 1935 "

Kupfer, farbig emailliert, 88 mm, Hersteller : M. Hansen Kiel, Zustand 2.
458476
€ 300,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " NSKK Motorbrigade Nordmark Eutiner Geländefahrt 30. Juni 1935 "

NSKK-Teilnehmerplakette der Motorbrigade Nordmark Eutiner Geländefahrt 1935

Die vorliegende nichttragbare Teilnehmerplakette dokumentiert ein wichtiges Ereignis in der Geschichte des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK), einer paramilitärischen Organisation des nationalsozialistischen Deutschlands. Die Plakette wurde anlässlich der Eutiner Geländefahrt am 30. Juni 1935 herausgegeben, die von der NSKK-Motorbrigade Nordmark veranstaltet wurde.

Das NSKK wurde am 1. April 1931 ursprünglich als motorisierte Abteilung der SA gegründet und erhielt am 23. August 1934 den Status einer eigenständigen Organisation innerhalb der NSDAP. Unter der Führung von NSKK-Korpsführer Adolf Hühnlein entwickelte sich das Korps zu einer bedeutenden Institution zur Förderung des Kraftfahrwesens und zur vormilitärischen Ausbildung. Die Hauptaufgabe bestand in der kraftfahrtechnischen Schulung der deutschen Bevölkerung, was im Kontext der Aufrüstungspolitik des NS-Regimes eine wichtige Rolle spielte.

Die Motorbrigade Nordmark war eine der regionalen Untergliederungen des NSKK und deckte den geografischen Raum Schleswig-Holstein ab. Der Name “Nordmark” war eine historische Bezeichnung für diese nördliche Grenzregion des Deutschen Reiches. Die Brigade organisierte regelmäßig Geländefahrten, Orientierungsfahrten und andere motorsportliche Veranstaltungen, die sowohl der Ausbildung als auch der Propaganda dienten.

Geländefahrten waren ein wesentlicher Bestandteil der NSKK-Aktivitäten. Diese Veranstaltungen dienten nicht nur der Unterhaltung, sondern hatten einen klaren Ausbildungszweck. Teilnehmer mussten ihre Fähigkeiten im Umgang mit Kraftfahrzeugen unter schwierigen Bedingungen unter Beweis stellen, Orientierungsaufgaben lösen und technische Herausforderungen meistern. Die Veranstaltungen waren auch wichtige gesellschaftliche Ereignisse, die zur Popularisierung der nationalsozialistischen Organisationen beitrugen.

Die Stadt Eutin in Holstein bot mit ihrer Umgebung ein ideales Terrain für solche motorsportlichen Veranstaltungen. Die Region mit ihren Wäldern, Seen und unterschiedlichen Geländeformen stellte anspruchsvolle Anforderungen an Fahrer und Material. Das Datum 30. Juni 1935 fällt in eine Phase intensiver NSKK-Aktivitäten, als die Organisation ihre Mitgliederzahlen stark ausbaute und ihre Präsenz in der Öffentlichkeit verstärkte.

Die Plakette selbst ist ein charakteristisches Beispiel für die Erinnerungskultur des NSKK. Mit 88 mm Durchmesser und aus Kupfer mit farbiger Emaillierung gefertigt, entspricht sie den typischen Qualitätsstandards solcher Auszeichnungen. Der Hersteller M. Hansen aus Kiel war einer der regionalen Produzenten militärischer und paramilitärischer Abzeichen und Plaketten. Die Kieler Werkstatt fertigte verschiedene Insignien für die in Schleswig-Holstein aktiven NS-Organisationen.

Nichttragbare Plaketten dieser Art wurden als Erinnerungsstücke an Teilnehmer ausgegeben und unterschieden sich von tragbaren Abzeichen, die an der Uniform befestigt werden konnten. Sie waren in der Regel aufwendiger gestaltet und größer als tragbare Ausführungen. Die Teilnehmer bewahrten diese Plaketten häufig in speziellen Sammelalben oder Vitrinen auf, wo sie ihre motorsportlichen Erfolge dokumentierten.

Die Emaillierungstechnik ermöglichte eine farbenfrohe und dauerhafte Gestaltung. Typischerweise zeigten solche Plaketten NSKK-Symbolik wie das Zahnrad, Hakenkreuze, sowie regionale oder veranstaltungsspezifische Motive. Die farbige Emaille wurde in ausgestanzte Vertiefungen des Kupferträgers eingebracht und bei hohen Temperaturen eingebrannt, was eine langlebige Oberfläche schuf.

Im Kontext der NS-Organisation diente das NSKK mehreren Zwecken: Erstens bot es eine vormilitärische Ausbildung für künftige Wehrmachtsangehörige, insbesondere für motorisierte Einheiten. Zweitens trug es zur Popularisierung des Kraftfahrwesens bei und unterstützte damit die wirtschaftspolitischen Ziele des Regimes, insbesondere die Förderung der Automobilindustrie. Drittens fungierte es als ideologisches Instrument zur Bindung breiter Bevölkerungsschichten an das NS-Regime.

Heute sind solche Plaketten wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Organisationsstruktur, die Aktivitäten und die materielle Kultur der NS-Zeit geben. Sie dokumentieren die Durchdringung der Gesellschaft durch nationalsozialistische Organisationen und deren Aktivitäten auf lokaler und regionaler Ebene. Für Historiker und Sammler militärhistorischer Objekte sind sie wertvolle Quellen zur Erforschung dieser Epoche, wobei ihr Studium stets im Bewusstsein des historischen Kontexts und der Verbrechen des NS-Regimes erfolgen muss.