RAD weiblich Ärmelschild "XVII" für Frauen im Rang Stabsführerin, Stabsober- und Stabshauptführerin getragen

Niedersachsen-Mitte, Metallfaden - gewebte Ausführung. Getragen, Zustand 2-. Sehr Selten.
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650,00

RAD weiblich Ärmelschild "XVII" für Frauen im Rang Stabsführerin, Stabsober- und Stabshauptführerin getragen

Das Ärmelschild mit der römischen Zahl XVII des Reichsarbeitsdienstes der weiblichen Jugend (RAD/wJ) stellt ein seltenes Zeugnis der Organisationsstruktur des nationalsozialistischen Arbeitsdienstes dar. Dieses spezielle Abzeichen wurde von weiblichen Führungskräften in den Rängen Stabsführerin, Stabsoberführerin und Stabshauptführerin getragen und kennzeichnete die Zugehörigkeit zum Arbeitsgau XVII Niedersachsen-Mitte.

Der Reichsarbeitsdienst wurde am 26. Juni 1935 durch das Reichsarbeitsdienstgesetz als Pflichtdienst für alle jungen Deutschen etabliert. Während zunächst nur männliche Jugendliche erfasst wurden, erweiterte man 1939 die Dienstpflicht auf weibliche Jugendliche. Der RAD für die weibliche Jugend (RAD/wJ) wurde damit zu einer eigenständigen Formation innerhalb der Organisation, die bis Kriegsende bestand.

Die Gliederung des RAD erfolgte nach geografischen Einheiten, den sogenannten Arbeitsgauen, die mit römischen Ziffern nummeriert wurden. Der Arbeitsgau XVII umfasste das Gebiet Niedersachsen-Mitte und war eine von insgesamt über 40 derartigen territorialen Verwaltungseinheiten. Jeder Arbeitsgau wurde von einem Arbeitsgauführer (bei Männern) bzw. einer Arbeitsgauführerin (bei Frauen) geleitet und gliederte sich weiter in Gruppen, Abteilungen und Lager.

Das vorliegende Ärmelschild zeigt die charakteristische Metallfaden-gewebte Ausführung, die für höhere Führungsränge typisch war. Diese Herstellungstechnik unterschied sich deutlich von den einfacheren, gestickten oder gedruckten Varianten für niedrigere Dienstgrade. Die Verwendung von Metallfäden, üblicherweise in silberner oder aluminiumbeschichteter Ausführung, verlieh dem Abzeichen einen repräsentativen Charakter und unterstrich den Führungsanspruch der Trägerinnen.

Die drei genannten Dienstgrade bildeten die obere Führungsebene des weiblichen RAD. Die Stabsführerin entsprach etwa einem Hauptmann, die Stabsoberführerin einem Major und die Stabshauptführerin einem Oberstleutnant der Wehrmacht. Diese Führerinnen waren für die Organisation, Ausbildung und Leitung größerer Einheiten verantwortlich und fungierten als Bindeglied zwischen den örtlichen Lagern und der Gauleitung.

Die weiblichen RAD-Angehörigen leisteten ihren sechsmonatigen Pflichtdienst vornehmlich in der Landwirtschaft, in der Hauswirtschaft und ab 1941 zunehmend in kriegswichtigen Hilfsdiensten. Sie ersetzten Arbeitskräfte, die zur Wehrmacht eingezogen worden waren, und wurden gegen Kriegsende auch für Aufgaben in der Rüstungsindustrie und im Luftschutz herangezogen. Die Führerinnen organisierten diese Einsätze und waren für die ideologische Schulung sowie die praktische Ausbildung ihrer Untergebenen zuständig.

Die Uniformierung des weiblichen RAD umfasste eine braune Dienstkleidung mit spezifischen Abzeichen. Das Ärmelschild mit der Gaubezeichnung wurde auf dem linken Oberärmel getragen und ermöglichte die sofortige Identifikation der territorialen Zugehörigkeit. Zusätzlich trugen die Führerinnen weitere Rangabzeichen an Kragen und Schulterstücken.

Die Seltenheit dieses spezifischen Ärmelabzeichens erklärt sich aus mehreren Faktoren: Erstens war die Anzahl der höheren Führerinnen im Vergleich zu den einfachen Arbeitsmaiden sehr begrenzt. Zweitens wurden viele dieser Uniformstücke nach Kriegsende vernichtet oder von den Trägerinnen selbst entsorgt. Drittens überdauerten gewebte Metallfaden-Ausführungen aufgrund ihrer empfindlichen Natur seltener als robustere Stoffabzeichen.

Aus heutiger Sicht sind solche Objekte wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in die Organisationsstruktur und Hierarchie des nationalsozialistischen Systems geben. Sie dokumentieren die systematische Einbindung auch der weiblichen Jugend in die Strukturen des NS-Staates und illustrieren die Militarisierung aller Lebensbereiche während des Zweiten Weltkrieges.

Der angegebene Zustand 2- deutet auf ein getragenes Exemplar mit leichten Gebrauchsspuren hin, was die Authentizität unterstreicht und bestätigt, dass es sich um ein tatsächlich verwendetes Dienstabzeichen handelt. Solche Originalstücke sind für die historische Forschung und museale Sammlungen von erheblichem dokumentarischen Wert.