Kriegsmarine Brustadler für Marineoffiziere

Cellon / Metallfaden handgestickt auf dunkelblau, Zustand 2-
463977
150,00

Kriegsmarine Brustadler für Marineoffiziere

Der Brustadler für Marineoffiziere der Kriegsmarine stellt ein bedeutendes Rangabzeichen der deutschen Marine während der Zeit des Nationalsozialismus dar. Diese aufwendig handgestickten Embleme wurden auf den Uniformjacken der Offiziere getragen und symbolisierten sowohl militärischen Rang als auch die Zugehörigkeit zur Kriegsmarine, der Seestreitkraft des Dritten Reiches von 1935 bis 1945.

Die Kriegsmarine wurde offiziell am 21. Mai 1935 gegründet, als das nationalsozialistische Deutschland das Versailler Vertrag brach und seine Marine wieder aufbaute. Unter dem Oberbefehl von Großadmiral Erich Raeder (1935-1943) und später Großadmiral Karl Dönitz (1943-1945) entwickelte sich die Kriegsmarine zu einer bedeutenden Seestreitmacht mit über 1.300 Kriegsschiffen unterschiedlicher Klassen.

Das vorliegende Exemplar zeigt die typische Gestaltung eines Offiziersbrustadlers: Der Adler ist in Metallfaden auf Cellon handgestickt und auf dunkelblauem Grundstoff montiert. Die Verwendung von Cellon, einem frühen thermoplastischen Material auf Zellulosebasis, war charakteristisch für qualitativ hochwertige Abzeichen dieser Epoche. Die Handstickerei mit Metallfäden - üblicherweise aus Aluminium- oder versilbertem Kupferdraht - verlieh den Abzeichen ihren charakteristischen metallischen Glanz und unterschied sie deutlich von den maschinell gefertigten Versionen für Mannschaften und Unteroffiziere.

Die Tragevorschriften für Brustadler wurden in verschiedenen Uniformvorschriften der Kriegsmarine detailliert festgelegt. Der Adler wurde auf der rechten Brustseite der Waffenrock, der Ausgehjacke und anderer Uniformjacken getragen, typischerweise zwischen der ersten und zweiten Knopfreihe. Die genaue Position und Ausrichtung waren präzise vorgeschrieben und unterlagen militärischen Inspektionen.

Die Fertigung solcher Abzeichen erfolgte durch spezialisierte Militäreffektenfabriken und Stickereiwerkstätten. Bekannte Hersteller waren unter anderem die Firmen BeVo (Barmer Bandweberei Voss & Co.), die Firma Assmann & Söhne aus Lüdenscheid und verschiedene weitere in Wuppertal, Hamburg und Berlin ansässige Betriebe. Die Qualität variierte je nach Hersteller und Produktionszeitpunkt; frühe Kriegsproduktionen zeigten oft feinere Handarbeit als spätere Kriegsjahre, als Materialknappheit und erhöhter Produktionsdruck die Qualität beeinträchtigten.

Der dunkelblau Grundstoff entspricht der traditionellen Farbe der deutschen Marine, die bereits in der Kaiserlichen Marine Verwendung fand und in der Kriegsmarine fortgeführt wurde. Diese Kontinuität symbolisierte die bewusste Anknüpfung an maritime Traditionen des Deutschen Kaiserreichs.

Das Adlersymbol selbst hatte in der nationalsozialistischen Symbolik zentrale Bedeutung. Der Hoheitsadler mit Hakenkreuz wurde zum allgegenwärtigen Emblem aller militärischen und staatlichen Einrichtungen. Bei der Kriegsmarine blickte der Adler traditionell nach rechts (heraldisch), was ihn von anderen Wehrmachtsteilen unterschied.

Die Beurteilung des Erhaltungszustands mit Zustand 2- nach der gängigen Sammlerskala deutet auf ein sehr gut erhaltenes Exemplar hin mit nur minimalen Gebrauchsspuren. Dies ist bemerkenswert, da viele dieser Abzeichen nach Kriegsende 1945 vernichtet wurden oder durch jahrzehntelange Lagerung Schäden erlitten haben.

Aus historischer Perspektive dokumentieren solche Objekte die materielle Kultur und Uniformkunde der Kriegsmarine. Sie ermöglichen Forschern und Historikern Einblicke in Herstellungstechniken, Tragevorschriften und die hierarchische Struktur der militärischen Organisation. Gleichzeitig sind sie Teil der schwierigen Auseinandersetzung mit der deutschen Militärgeschichte zwischen 1933 und 1945.

Die Kriegsmarine war an zahlreichen Operationen beteiligt, darunter die Schlacht im Atlantik, die U-Boot-Kriegsführung, die Operationen in der Ostsee und der Arktis. Bei Kriegsende 1945 wurde die Kriegsmarine aufgelöst, ihre Schiffe größtenteils versenkt oder unter den Alliierten aufgeteilt.

Heute sind solche Abzeichen Gegenstand militärhistorischer Sammlungen und musealer Bestände, wo sie im Kontext der Marinegeschichte und der kritischen Aufarbeitung der NS-Zeit präsentiert werden.

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