Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen ( NSRL ) - Leistungsabzeichen in Silber mit Jahreszahl " 1943 "
Das Nationalsozialistische Reichsbund für Leibesübungen (NSRL) stellte die zentrale Dachorganisation für Sport und Leibeserziehung im nationalsozialistischen Deutschland dar. Nach der Machtübernahme 1933 wurde die gesamte deutsche Sportlandschaft unter nationalsozialistischer Kontrolle gleichgeschaltet. Im Juli 1934 wurde der Deutsche Reichsbund für Leibesübungen (DRL) gegründet, der 1938 in NSRL umbenannt wurde, um die direkte Unterstellung unter die NSDAP zu verdeutlichen.
Das hier beschriebene Leistungsabzeichen in Silber mit der Jahreszahl 1943 repräsentiert eine der wichtigsten Auszeichnungen des NSRL für sportliche Leistungen während des Zweiten Weltkriegs. Diese Abzeichen wurden in verschiedenen Stufen verliehen: Bronze, Silber und Gold, wobei die Silberstufe bereits erhebliche sportliche Fähigkeiten voraussetzte.
Die Leistungsabzeichen des NSRL wurden nach einem festgelegten Punktesystem vergeben, das verschiedene sportliche Disziplinen umfasste. Für das Silberabzeichen mussten die Kandidaten in mehreren Kategorien Leistungen erbringen: Leichtathletik (Laufen, Springen, Werfen), Schwimmen und weitere Übungen. Die Anforderungen waren nach Alter und Geschlecht gestaffelt und orientierten sich an militärischen Erfordernissen, besonders nach Kriegsbeginn 1939.
Die rückseitige Beschriftung NSRL und GES.GESCH. (gesetzlich geschützt) weist auf die offizielle Natur dieser Auszeichnung hin. Die lange Nadel diente der Befestigung an der Zivilkleidung oder Sportbekleidung. Anders als militärische Orden waren diese Abzeichen zivile Auszeichnungen, die jedoch im Kontext der nationalsozialistischen Wehrerziehung eine wichtige Rolle spielten.
Das Jahr 1943 markiert eine besondere Phase des Zweiten Weltkriegs. Nach der Niederlage bei Stalingrad und der zunehmenden alliierten Offensive gewann die körperliche Ertüchtigung noch größere Bedeutung für die Kriegsführung. Die Vergabe von Leistungsabzeichen diente nicht nur der Anerkennung sportlicher Leistungen, sondern auch der Aufrechterhaltung der Moral und der Vorbereitung auf den “totalen Krieg”.
Die Herstellung solcher Abzeichen unterlag strengen Qualitätskontrollen. Sie wurden von autorisierten Herstellern produziert, die eine Genehmigung der zuständigen Reichsstellen benötigten. Das Material variierte kriegsbedingt: Während in den frühen Jahren echtes Silber verwendet wurde, kamen später kriegsbedingt Ersatzmaterialien zum Einsatz, die versilbert wurden.
Der NSRL war unter der Leitung des Reichssportführers organisiert, einem Amt, das von 1933 bis 1945 von Hans von Tschammer und Osten und nach dessen Tod 1943 von Arno Breitmeyer bekleidet wurde. Die Organisation umfasste Millionen Mitglieder in zahlreichen Fachverbänden und Vereinen.
Die sportpolitische Bedeutung des NSRL ging weit über den reinen Sport hinaus. Die Organisation diente der ideologischen Erziehung, der Wehrhaftmachung der Bevölkerung und der Durchsetzung nationalsozialistischer Rassenideologie. Jüdische Sportler waren von der Mitgliedschaft ausgeschlossen, was zur Gründung separater jüdischer Sportvereine führte, die jedoch zunehmend eingeschränkt und schließlich verboten wurden.
Nach 1945 wurden alle Auszeichnungen und Organisationen des NS-Regimes, einschließlich des NSRL und seiner Leistungsabzeichen, durch die Alliierten verboten. Das Kontrollratsgesetz Nr. 1 vom 20. September 1945 verbot das öffentliche Tragen solcher Abzeichen. Heute sind sie als historische Dokumente von Interesse für Sammler und Historiker, die die Sport- und Gesellschaftsgeschichte des Nationalsozialismus erforschen.
Der Erhaltungszustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, was bei Abzeichen aus dieser Zeit nicht selbstverständlich ist. Viele wurden nach Kriegsende vernichtet oder gingen durch die Wirren der Nachkriegszeit verloren.