Preußen 1. Weltkrieg feldgrauer Waffenrock M 1910 für den Major «Pfannenstiel» im Stab der 48. Reserve-Division

Eigentumstück von 1915 in der Trageweise um 1917/18. Der Waffenrock aus feinem feldgrauen Tuch gefertigt, die Knopfleiste, Ärmelaufschläge und der Kragen mit karmesinroten Vorstößen für Generalstabsoffiziere, feldgraue Eisenknöpfe mit Kronen, auf den Schultern eingenäht die feldgrauen Schulterstücke für den Major auf karmesinroter Tuchunterlage, am Kragen die ab 1915 getragenen Kolbenlitzen auf resedagrüner Unterlage, auf der Brust sieben Schlaufen für Orden/Ehrenzeichen. Innen mit olivgrünem Seidenfutter, in der Brusttasche mit dem Schneideretikett «Herrmann Hoffmann Hoflieferant Sr. M.. des Kaisers .. König Berlin SW. Herr Hptm. Pfannenstiel No. 1474. 21.7.1915». Diverse kleine ca. Stecknadelkopfgroße Mottenlöchlein, desweiteren ca. 5 Löcher ca. in Größe eines 2-Cent-Stücks. Zustand 2.

Ein sehr interessanter Waffenrock! Die Ehren Rangliste des ehemaligen deutschen Heeres 1914 - 1918 führt im Nachtrag den Major außer Dienst "Pfannenstiel" für den Großen Generalstab sowie Generalstab der 48. Reserve-Division. Die 48. Reserve-Division wurde 1914 aufgestellt und war an der West- wie auch Ostfront im Einsatz, 1916 auch vor Verdun. 
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4.500,00

Preußen 1. Weltkrieg feldgrauer Waffenrock M 1910 für den Major «Pfannenstiel» im Stab der 48. Reserve-Division

Dieser feldgraue Waffenrock M 1910 für einen Major im Generalstab der 48. Reserve-Division repräsentiert ein außergewöhnliches Zeugnis der deutschen Militärgeschichte des Ersten Weltkriegs. Das Kleidungsstück, gefertigt im Jahr 1915 und getragen bis 1917/18, verkörpert die militärische Tradition und die Entwicklung der deutschen Uniformreformen während des Großen Krieges.

Der Waffenrock Modell 1910 stellte eine bedeutende Modernisierung der preußischen Militäruniform dar. Nach der Einführung der feldgrauen Uniformierung ab 1907/1910 löste das neue Feldgrau schrittweise die traditionellen bunten Uniformen ab. Diese Reform wurde durch die Erfahrungen moderner Kriegsführung notwendig, bei der Tarnung und praktische Erwägungen wichtiger wurden als repräsentative Farbgebung. Das feldgraue Tuch bot bessere Tarnung auf dem Schlachtfeld und entsprach den Anforderungen des modernen Maschinenkrieges.

Die karmesinroten Vorstöße an Kragen, Ärmelaufschlägen und Knopfleiste identifizieren den Träger eindeutig als Generalstabsoffizier. Diese Karmesinrot war die traditionelle Waffenfarbe des Großen Generalstabs und wurde seit dem 19. Jahrhundert verwendet. Generalstabsoffiziere bildeten die intellektuelle Elite des deutschen Heeres und durchliefen eine äußerst selektive Ausbildung an der Kriegsakademie. Nur die fähigsten Offiziere wurden zum Generalstabsdienst zugelassen, was die Karmesinrot-Vorstöße zu einem Zeichen höchster militärischer Qualifikation machte.

Die Kolbenlitzen auf resedagrüner Unterlage am Kragen wurden ab 1915 eingeführt und ersetzten die früheren Litzen-Formen. Resedagrün war die traditionelle Waffenfarbe des preußischen Generalstabs seit den Befreiungskriegen und symbolisierte die Zugehörigkeit zu dieser prestigeträchtigen Institution. Die Kombination von Karmesinrot und Resedagrün machte Generalstabsoffiziere sofort erkennbar.

Das Schneideretikett von Herrmann Hoffmann, Hoflieferant Sr. Majestät des Kaisers in Berlin SW, datiert auf den 21. Juli 1915, dokumentiert die hohe Qualität der Anfertigung. Hoflieferanten waren ausgewählte Unternehmen, die berechtigt waren, den kaiserlichen Hof zu beliefern, und standen für höchste handwerkliche Qualität. Die Nummerierung (No. 1474) und die Bezeichnung des ursprünglichen Ranges als Hauptmann zeigen, dass der spätere Major Pfannenstiel das Kleidungsstück während seiner Karriere weiter trug und die Schulterstücke bei seiner Beförderung anpassen ließ.

Die 48. Reserve-Division wurde bei Kriegsausbruch 1914 mobilisiert und bestand hauptsächlich aus Reservisten. Sie war sowohl an der Westfront als auch an der Ostfront im Einsatz. Besonders bedeutsam war ihre Teilnahme an der Schlacht von Verdun im Jahr 1916, einer der blutigsten und längsten Schlachten des Ersten Weltkriegs. Generalstabsoffiziere in Divisionsstäben waren für operative Planung, Nachrichtenübermittlung und die Koordination zwischen verschiedenen Truppenteilen verantwortlich.

Die sieben Schlaufen auf der Brust dienten zur Befestigung von Ordensbändern und Ehrenzeichen, was auf die Auszeichnungen des Trägers hinweist. Diese Praxis ermöglichte es Offizieren, ihre Verdienste sichtbar zu tragen, ohne die schweren Originale der Orden im Feld tragen zu müssen. Die feldgrauen Eisenknöpfe mit Kronen entsprachen den Vorschriften für Offiziersröcke der preußischen Armee.

Das olivgrüne Seidenfutter demonstriert die qualitätsvolle Verarbeitung, die für Offizierskleidung üblich war. Offiziere mussten ihre Uniformen selbst beschaffen, was erhebliche finanzielle Mittel erforderte. Dies erklärt die Verwendung hochwertiger Materialien und die Fertigung durch renommierte Hoflieferanten.

Die Erwähnung von Major Pfannenstiel in der Ehren-Rangliste des ehemaligen deutschen Heeres 1914-1918 für den Großen Generalstab und als Generalstabsoffizier der 48. Reserve-Division belegt seine bedeutende Rolle in der militärischen Hierarchie. Generalstabsoffiziere außer Dienst (a.D.) wurden häufig bei Kriegsausbruch reaktiviert und brachten ihre Erfahrung und Ausbildung in den Kriegseinsatz ein.

Dieser Waffenrock ist somit ein authentisches Zeugnis der deutschen Militärgeschichte des Ersten Weltkriegs, das die Entwicklung der Uniformierung, die Struktur des Generalstabs und die persönliche Geschichte eines Offiziers dokumentiert, der an einem der prägendsten Konflikte des 20. Jahrhunderts teilnahm.

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