Reichsarbeitsdienst (RAD) Namensetikett für die Uniform "Arbeitsmann Möckel Siegfried 2/254"

gedrucktes Etikett. Ungetragen, Zustand 2.

Preis pro Stück:
393079
10,00

Reichsarbeitsdienst (RAD) Namensetikett für die Uniform "Arbeitsmann Möckel Siegfried 2/254"

Das Reichsarbeitsdienst (RAD) Namensetikett stellt ein authentisches Zeugnis der deutschen Arbeitsdienstorganisation während der Zeit des Nationalsozialismus dar. Dieses spezielle Etikett trägt den Namen Arbeitsmann Möckel Siegfried und die Einheitsbezeichnung 2/254, was auf seine Zugehörigkeit zur zweiten Gruppe der Abteilung 254 hinweist.

Der Reichsarbeitsdienst wurde am 26. Juni 1935 durch das “Gesetz für den Reichsarbeitsdienst” als staatliche Organisation etabliert. Die Organisation hatte ihre Wurzeln in den freiwilligen Arbeitsdiensten der Weimarer Republik, wurde jedoch unter nationalsozialistischer Herrschaft zu einer Pflichtorganisation umgestaltet. Ab 1935 mussten alle jungen Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren einen sechsmonatigen Arbeitsdienst ableisten, bevor sie zum Wehrdienst eingezogen wurden.

Die Uniformkennzeichnung im RAD folgte strengen Vorschriften. Namensetiketten wurden in die Uniform eingenäht und dienten der Identifikation der persönlichen Ausrüstungsgegenstände. Diese Etiketten waren typischerweise gedruckt und enthielten den Dienstgrad, den Namen sowie die Einheitszugehörigkeit des Trägers. Der Rang “Arbeitsmann” bezeichnete den einfachen Dienstleistenden ohne besondere Führungsaufgaben.

Die Nummerierung 2/254 gibt Aufschluss über die organisatorische Struktur des RAD. Die Zahl 254 bezeichnet die Abteilungsnummer, während die 2 die Gruppe innerhalb dieser Abteilung kennzeichnet. Der RAD war in mehrere Arbeitsgaue unterteilt, die wiederum in Gruppen und Abteilungen gegliedert waren. Jede Abteilung umfasste in der Regel etwa 150 bis 200 Mann.

Die Hauptaufgaben des Reichsarbeitsdienstes umfassten land- und forstwirtschaftliche Arbeiten, Meliorationen, Straßen- und Wegebau sowie Deichbau. Der Dienst sollte nicht nur praktische Arbeitsleistungen erbringen, sondern auch der “Erziehung der deutschen Jugend im Geiste des Nationalsozialismus” dienen. Die Organisation war paramilitärisch strukturiert, mit Uniformen, Rangabzeichen und militärischem Drill.

Die RAD-Uniform bestand aus erdbrauner Tuchjacke und Hose, wobei die Kennzeichnung durch spezifische Abzeichen und eben solche Namensetiketten erfolgte. Das berühmteste Symbol war der geschulterte Spaten, der als “Waffe” des Arbeitsdienstes galt. Die korrekte Kennzeichnung aller Uniformteile und persönlichen Gegenstände war vorgeschrieben und wurde bei Inspektionen überprüft.

Ab 1939, mit Beginn des Zweiten Weltkriegs, erweiterte sich das Aufgabenspektrum des RAD erheblich. Neben den traditionellen Arbeiten wurden RAD-Einheiten zunehmend für kriegswichtige Aufgaben eingesetzt, darunter der Bau militärischer Anlagen, Flugplätze und Befestigungen. In den letzten Kriegsjahren wurden RAD-Einheiten teilweise auch in kampfnahen Bereichen eingesetzt.

Das vorliegende ungetragene Etikett ist besonders bemerkenswert, da es in einwandfreiem Zustand erhalten geblieben ist. Solche Etiketten wurden in großen Mengen produziert und waren Teil der Standardausrüstung. Der Umstand, dass dieses Exemplar niemals verwendet wurde, macht es zu einem authentischen Zeitdokument der Herstellungs- und Ausgabepraxis.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Reichsarbeitsdienst durch die Alliierten aufgelöst. Die Organisation wurde im Nürnberger Prozess nicht als verbrecherische Organisation eingestuft, da ihre Haupttätigkeit in Arbeitsleistungen bestand. Dennoch bleibt sie ein integraler Bestandteil des nationalsozialistischen Systems zur Erfassung und Kontrolle der Jugend.

Heute sind solche Namensetiketten wichtige Dokumente für die militärhistorische Forschung und Sammler. Sie erlauben Einblicke in die Organisation, Personalstruktur und Verwaltungspraxis des RAD. Für Familienforcher können sie zudem wertvolle Hinweise auf die Lebensläufe von Angehörigen liefern.