Deutscher Adlerorden 5. Klasse mit Schwertern - Miniatur

Kreuz am Band, 16 mm, spanische Fertigung, einseitig emailliert, Zustand 2
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450,00

Deutscher Adlerorden 5. Klasse mit Schwertern - Miniatur

Der Preußische Orden vom Roten Adler, später bekannt als Deutscher Adlerorden, gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen der preußischen und deutschen Ordensgeschichte. Die hier vorliegende Miniatur der 5. Klasse mit Schwertern repräsentiert eine besondere Form dieser Auszeichnung, die sowohl zivile als auch militärische Verdienste würdigte.

Der Orden vom Roten Adler wurde ursprünglich am 17. November 1705 vom Markgrafen Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth als Ordre de la Sincérité gestiftet. Nach der Vereinigung der fränkischen Markgrafentümer mit Preußen im Jahre 1791 übernahm König Friedrich Wilhelm II. den Orden und wandelte ihn in den Roten Adler-Orden um. Die offizielle Neuorganisation erfolgte durch König Friedrich Wilhelm III. am 18. Januar 1810, wobei die Ordensstruktur in mehrere Klassen gegliedert wurde.

Die 5. Klasse des Ordens wurde durch Statuten vom 18. Januar 1810 eingeführt und stellte die niedrigste Stufe dieser prestigeträchtigen Auszeichnung dar. Sie wurde an Militär- und Zivilpersonen für besondere Verdienste verliehen, die zwar bedeutend waren, aber nicht den Rang für höhere Ordensklassen rechtfertigten. Die Verleihung der 5. Klasse mit Schwertern erfolgte ausschließlich für militärische Verdienste in Kriegszeiten oder für außergewöhnliche Leistungen im militärischen Dienst.

Das charakteristische Ordenszeichen der 5. Klasse zeigt ein weißemailliertes Kreuz mit roten Adlern zwischen den Kreuzarmen. Im Zentrum befindet sich das preußische Wappen mit dem schwarzen Adler. Die Schwerter waren gekreuzt über dem Kreuz angebracht und kennzeichneten eindeutig die militärische Verleihung. Die Miniaturausführungen hatten eine Größe von etwa 15-17 mm und wurden zu besonderen Anlässen getragen, insbesondere bei Galauniformierung oder auf Zivilkleidung.

Die vorliegende Miniatur ist von besonderem Interesse, da sie als spanische Fertigung gekennzeichnet ist. Dies verweist auf die komplexe Produktionsgeschichte preußischer und deutscher Orden. Während die offiziellen Ordensverleihungen durch die preußische Ordensverwaltung erfolgten, wurden Miniaturen und Ersatzstücke häufig bei privaten Juwelieren in Auftrag gegeben. Spanische Werkstätten waren im 19. und frühen 20. Jahrhundert für ihre hochwertigen Emaillierarbeiten bekannt und fertigten Ordenskopien für Träger an, die in Spanien lebten oder dienten, sowie für den internationalen Markt.

Die einseitige Emaillierung war bei Miniaturen durchaus üblich, da die Rückseite beim Tragen nicht sichtbar war und eine beidseitige Ausführung die Kosten erheblich erhöht hätte. Die Qualität der Emaillierung variierte je nach Hersteller, wobei spanische Werkstätten oft eine charakteristische, leicht unterschiedliche Farbgebung und Technik aufwiesen im Vergleich zu preußischen oder deutschen Herstellern.

Nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 blieb der Rote Adler-Orden als preußische Auszeichnung bestehen, wurde jedoch weiterhin auch an Angehörige anderer deutscher Bundesstaaten und an Ausländer verliehen. Die 5. Klasse mit Schwertern fand während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und später im Ersten Weltkrieg breite Anwendung zur Auszeichnung von Unteroffizieren und Mannschaften sowie niederen Offiziersrängen.

Mit dem Ende der Monarchie und der Abdankung Kaiser Wilhelms II. im November 1918 endete auch die offizielle Verleihung des Roten Adler-Ordens. Die Weimarer Republik schaffte alle monarchischen Orden ab, wobei das Tragen bereits verliehener Auszeichnungen weiterhin gestattet blieb. Dies führte zu einem erhöhten Bedarf an Ersatz- und Miniaturstücken, da viele Träger ihre Auszeichnungen bei besonderen Anlässen weiterhin präsentieren wollten.

Miniaturen wie die hier beschriebene dienten verschiedenen Zwecken: Sie wurden an Frackketten getragen, auf Zivilkleidung bei formellen Anlässen befestigt oder als Schmuckstücke in kleinen Ordensrahmen präsentiert. Offiziere und Beamte, die mehrere Auszeichnungen erhalten hatten, trugen häufig Miniaturversionen, um die gesamte Bandbreite ihrer Ehrungen auf begrenztem Raum darstellen zu können.

Die historische Bedeutung solcher Miniaturen liegt nicht nur in ihrer Funktion als Rangabzeichen, sondern auch als Zeugnis der komplexen internationalen Beziehungen und Handelswege im Bereich der Ordensfertigung. Die Existenz spanischer Fertigungen preußischer Orden dokumentiert die grenzüberschreitende Nachfrage nach diesen Prestigeobjekten und die handwerkliche Tradition, die über nationale Grenzen hinweg gepflegt wurde.