Fachliteratur - " The German Panzer Assault Badge of World War II " by Philippe De Bock - Band 2
Das Panzerkampfabzeichen gehört zu den bekanntesten militärischen Auszeichnungen des Zweiten Weltkriegs und stellt ein faszinierendes Sammelgebiet innerhalb der Militaria-Historie dar. Das hier beschriebene Fachbuch “The German Panzer Assault Badge of World War II” von Philippe De Bock, Band 2, ist ein wissenschaftliches Standardwerk, das sich der umfassenden Dokumentation und Analyse dieser bedeutenden deutschen Kampfauszeichnung widmet.
Das Panzerkampfabzeichen wurde am 20. Dezember 1939 durch den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Walther von Brauchitsch, gestiftet. Es war die Anerkennung für Angehörige der Panzerverbände, die sich in Panzergefechten besonders bewährt hatten. Die Auszeichnung konnte an Besatzungen von Panzerkampfwagen, Panzerspähwagen und gepanzerten Selbstfahrlafetten verliehen werden, die an mindestens drei Panzerangriffen an verschiedenen Tagen teilgenommen hatten. Alternativ konnte es für Verwundungen im Panzerkampf oder für besondere tapfere Leistungen verliehen werden.
Die Gestaltung des Abzeichens war symbolträchtig: Es zeigte einen frontal dargestellten Panzer Kampfwagen IV in einer Eichenlaubumrahmung. Das Abzeichen wurde ursprünglich in Silber ausgeführt und an der linken oberen Brustseite der Uniform getragen. Im Jahr 1943 wurden weitere Stufen eingeführt: das Abzeichen in Bronze (für 25 Einsatztage), in Silber (für 50 Einsatztage) und in Gold (für 100 Einsatztage), die die gestiegenen Anforderungen des Krieges widerspiegelten.
Die Herstellung der Panzerkampfabzeichen erfolgte durch zahlreiche verschiedene Hersteller, was zu einer bemerkenswerten Vielfalt in Material, Prägung und Fertigungsqualität führte. Hersteller wie Josef Feix & Söhne, Friedrich Linden, Juncker und viele andere produzierten diese Auszeichnungen mit jeweils charakteristischen Merkmalen. Die Identifizierung der verschiedenen Hersteller, Varianten und Qualitätsstufen ist ein komplexes Feld, das fundierte Kenntnisse erfordert.
Philippe De Bocks zweibändiges Werk stellt eine erschöpfende Dokumentation dieser Vielfalt dar. Der belgische Autor und Sammler hat über Jahrzehnte Material zusammengetragen und wissenschaftlich aufbereitet. Band 2, erschienen 2009 mit 422 Seiten, setzt die systematische Erfassung fort und bietet teilweise farbige Abbildungen, die die feinen Unterschiede zwischen verschiedenen Herstellern und Varianten verdeutlichen. Das Werk gilt als unverzichtbares Referenzmaterial für Sammler, Museen und Historiker.
Die Bedeutung solcher Fachliteratur liegt in mehreren Aspekten: Erstens ermöglicht sie die wissenschaftlich fundierte Authentifizierung von Objekten, was angesichts zahlreicher Nachkriegsfälschungen von essentieller Bedeutung ist. Zweitens dokumentiert sie ein wichtiges Kapitel der Militärgeschichte und der Ordenskunde. Drittens bietet sie Einblicke in die Produktionsbedingungen und die wirtschaftlichen Aspekte der Rüstungsindustrie während des Zweiten Weltkriegs.
Das Studium des Panzerkampfabzeichens offenbart auch die Entwicklung der deutschen Panzertruppe und deren zentrale Rolle in der Kriegsführung. Von den frühen Blitzkrieg-Kampagnen in Polen und Frankreich über die gewaltigen Panzerschlachten an der Ostfront bis zu den Defensivkämpfen der letzten Kriegsjahre spiegelt die Verleihungspraxis dieser Auszeichnung die Geschichte der Panzerwaffe wider.
Für Sammler und Historiker ist De Bocks Werk deshalb so wertvoll, weil es nicht nur die verschiedenen Typen katalogisiert, sondern auch Herstellungstechniken, Materialanalysen und historische Kontexte einbezieht. Die Dokumentation umfasst sowohl reguläre Produktionen als auch seltene Varianten und Sonderformen. Durch detaillierte Fotografien und präzise Beschreibungen wird ein Höchstmaß an wissenschaftlicher Genauigkeit erreicht.
Die Bewahrung und wissenschaftliche Aufarbeitung militärhistorischer Objekte und deren Dokumentation in Fachwerken wie diesem dient dem historischen Verständnis und der Bildung. Sie ermöglicht es nachfolgenden Generationen, die Geschichte objektiv zu studieren und aus ihr zu lernen, ohne die Verherrlichung militärischer Konflikte zu befördern.