NSKK - nichttragbare Siegerplakette - " Motorgruppe Hochland Wintersportkämpfe 1938 - 18 km Mannschaftslauf 1. Sieger "

Feinzink vergoldet, teilweise rot lackiert und emailliert, 75 mm, Hersteller : Klotz & Kienast München, Zustand 2.
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360,00

NSKK - nichttragbare Siegerplakette - " Motorgruppe Hochland Wintersportkämpfe 1938 - 18 km Mannschaftslauf 1. Sieger "

NSKK-Siegerplakette der Motorgruppe Hochland - Wintersportkämpfe 1938

Diese vergoldete Feinzink-Plakette repräsentiert einen faszinierenden Aspekt der nationalsozialistischen Sportorganisationen im Dritten Reich. Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) war eine paramilitärische Organisation, die 1931 aus der SA hervorging und sich der Motorisierung der deutschen Gesellschaft sowie der vormilitärischen Ausbildung widmete.

Die Motorgruppe Hochland war eine der regionalen Gliederungen des NSKK in Süddeutschland, deren Zuständigkeitsbereich hauptsächlich Bayern und die Alpenregionen umfasste. Der Name “Hochland” verweist auf die geografische Lage dieser Einheit in den deutschen Hochgebirgsregionen. Das NSKK war in mehrere Motorgruppen unterteilt, die nach geografischen Gesichtspunkten organisiert waren und jeweils eigene Wettkämpfe und Veranstaltungen durchführten.

Die Wintersportkämpfe 1938 waren Teil eines umfassenden Programms sportlicher Betätigung innerhalb des NSKK. Obwohl das Korps primär mit motorisierten Fahrzeugen assoziiert wurde, legte die Organisation großen Wert auf die körperliche Ertüchtigung ihrer Mitglieder. Wintersportveranstaltungen dienten mehreren Zwecken: Sie förderten die physische Fitness, stärkten den Kameradschaftsgeist und boten Gelegenheit zur Demonstration von Leistungsfähigkeit und Disziplin.

Der 18-km-Mannschaftslauf war eine anspruchsvolle Disziplin, die Ausdauer, Teamgeist und koordinierte Leistung erforderte. Solche Wettkämpfe fanden typischerweise in den bayerischen Alpen statt, wo optimale Bedingungen für Skilanglauf herrschten. Die Mannschaftswertung betonte den kollektiven Aspekt, der in nationalsozialistischen Organisationen besonders hervorgehoben wurde - das Individuum als Teil des Ganzen.

Die Plakette wurde vom renommierten Münchner Unternehmen Klotz & Kienast hergestellt, einem der führenden Produzenten von Abzeichen, Orden und Ehrenzeichen im Dritten Reich. Die Firma hatte ihren Sitz in München, dem Zentrum der nationalsozialistischen Bewegung, und belieferte zahlreiche Partei- und Staatsorganisationen. Die technische Ausführung - Feinzink vergoldet, teilweise rot lackiert und emailliert - entsprach den hohen Qualitätsstandards dieser Ära. Die rote Lackierung hatte symbolische Bedeutung, da Rot neben Schwarz und Weiß zu den Farben des nationalsozialistischen Deutschlands gehörte.

Solche nichttragbaren Plaketten unterschieden sich von tragbaren Auszeichnungen dadurch, dass sie nicht an der Uniform befestigt wurden, sondern als Erinnerungsstücke aufbewahrt oder ausgestellt wurden. Sie hatten einen Durchmesser von 75 mm und waren als Ehrengaben für besondere Leistungen gedacht. Die Gewinner konnten diese Objekte in ihren Wohnungen oder NSKK-Einrichtungen präsentieren, wo sie als Zeugnis ihrer sportlichen Leistung dienten.

Das Jahr 1938 war für das Dritte Reich von besonderer Bedeutung. Es war das Jahr des “Anschlusses” Österreichs und der Sudetenkrise, die im Münchner Abkommen gipfelte. Die innenpolitische Konsolidierung und die Vorbereitung auf kommende militärische Auseinandersetzungen machten die paramilitärische Ausbildung und physische Ertüchtigung zu vorrangigen Zielen. Das NSKK spielte dabei eine wichtige Rolle bei der Ausbildung von Kraftfahrern und Mechanikern, die im Kriegsfall für die Wehrmacht von Bedeutung sein würden.

Die Organisation solcher Wintersportkämpfe erforderte erheblichen logistischen Aufwand. Die Motorgruppe Hochland musste Austragungsorte festlegen, Strecken präparieren, Zeitnehmer organisieren und die Teilnehmer koordinieren. Die Herstellung von Siegerplaketten für verschiedene Disziplinen und Platzierungen war Teil einer elaborierten Ehrungskultur, die das nationalsozialistische System charakterisierte.

Aus heutiger Sicht sind solche Objekte wichtige historische Quellen, die Einblick in die Alltagskultur und Organisationsstruktur des Dritten Reichs geben. Sie dokumentieren, wie Sport und körperliche Betätigung instrumentalisiert wurden, um ideologische Ziele zu verfolgen. Die sorgfältige Herstellung und künstlerische Gestaltung dieser Plaketten zeigt auch das Bestreben, selbst bei relativ unbedeutenden Anlässen Symbole von Dauerhaftigkeit und Wert zu schaffen.

Die Erhaltung solcher historischer Artefakte in Sammlungen und Museen ist wichtig für die Dokumentation und wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Epoche. Sie ermöglichen es nachfolgenden Generationen, die Mechanismen totalitärer Systeme zu verstehen und kritisch zu reflektieren.