Besitzzeugnis und Verleihungsurkunde vom Gefreiten / Stab 1. Abt Berg Feldartillerie Reg. 59

Verleihungsurkunde zum Eisernen Kreuz 2. Klasse, ausgestellt am 2. November 1914, unterzeichnet von einem Oberleutnant und Kommandeur vom Bergischen Feldartillerie Regiment 59, Stempel: Königlich Preußisches Feldart. Regiment 59, Zustand 2. Besitzzeugnis vom 16. Mai 1924, zum Eisernen Kreuz 1. Klasse, ausgestellt am 24.5.1924, unterzeichnet vom Generalleutnant und Kommandeur der 6. Division und Befehlshaber im Wehrkreis VI, Stempel: Artillerie Führer VI, mehrfach gefaltet, Zustand 2. Anbei eine Auflistung der mitgemachten Schlachten und Gefechte vom Gefreiten im ersten Weltkrieg.
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Besitzzeugnis und Verleihungsurkunde vom Gefreiten / Stab 1. Abt Berg Feldartillerie Reg. 59

Die vorliegenden Dokumente repräsentieren zwei bedeutende militärische Auszeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg und der Nachkriegszeit, die an einen Gefreiten des Bergischen Feldartillerie-Regiments Nr. 59 verliehen wurden. Diese Sammlung umfasst eine Verleihungsurkunde zum Eisernen Kreuz 2. Klasse vom 2. November 1914 sowie ein Besitzzeugnis zum Eisernen Kreuz 1. Klasse vom 16. Mai 1924.

Das Bergische Feldartillerie-Regiment Nr. 59 war eine Einheit der preußischen Armee, die zur 6. Division gehörte und im VI. Armeekorps mit Hauptquartier in Münster diente. Das Regiment hatte seine Friedensgarnison in Düsseldorf und war Teil der bergischen Militärtradition des Rheinlands. Bei Kriegsausbruch 1914 wurde das Regiment mobilisiert und nahm an den ersten Kampfhandlungen des Krieges teil.

Das Eiserne Kreuz, ursprünglich 1813 von König Friedrich Wilhelm III. gestiftet, wurde zu Beginn des Ersten Weltkriegs am 5. August 1914 durch Kaiser Wilhelm II. erneuert. Die Verleihung erfolgte in zwei Klassen, wobei die 2. Klasse zuerst erworben werden musste, bevor die höhere 1. Klasse verliehen werden konnte. Die frühe Verleihungsdatum vom 2. November 1914 zeigt, dass der Empfänger bereits in den ersten Kriegsmonaten besondere Tapferkeit oder militärische Verdienste gezeigt hatte, möglicherweise während der Grenzschlachten in Belgien oder Frankreich oder in den frühen Phasen der Marneschlacht.

Die Verleihungsurkunde zur 2. Klasse wurde von einem Oberleutnant und Kommandeur des Regiments unterzeichnet und trägt den offiziellen Stempel des Königlich Preußischen Feldartillerie-Regiments 59. Solche Urkunden wurden typischerweise auf hochwertigem Papier gedruckt und enthielten neben dem Namen des Empfängers auch dessen Rang und Einheit. Die Verleihung erfolgte im Namen des Kaisers und musste durch die entsprechende militärische Hierarchie genehmigt werden.

Besonders bemerkenswert ist das zeitliche Intervall zwischen den beiden Auszeichnungen. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse, eine deutlich seltenere und prestigeträchtigere Auszeichnung, wurde erst während oder nach weiteren Kriegsjahren verliehen, wie die beigefügte Liste der Schlachten und Gefechte belegt. Das Besitzzeugnis vom 16. Mai 1924 ist ein Nachkriegsdokument, ausgestellt vom Generalleutnant und Kommandeur der 6. Division sowie dem Befehlshaber im Wehrkreis VI. Der Stempel “Artillerie Führer VI” verweist auf die Organisationsstruktur der Reichswehr, die nach dem Vertrag von Versailles 1919 die stark reduzierte deutsche Armee ablöste.

Die Ausstellung von Besitzzeugnissen in der Nachkriegszeit war eine administrative Notwendigkeit. Viele Soldaten hatten während der chaotischen letzten Kriegsmonate oder in der unmittelbaren Nachkriegszeit ihre Originalurkunden verloren. Die Reichswehr etablierte daher ein System zur Überprüfung und erneuten Dokumentation rechtmäßig verliehener Auszeichnungen. Diese Besitzzeugnisse hatten denselben offiziellen Charakter wie die Originalurkunden und wurden auf Basis von Regimentsakten und Zeugenaussagen ausgestellt.

Die beigefügte Liste der Schlachten und Gefechte ist von erheblichem historischem Wert, da sie einen detaillierten Einblick in den Kriegsweg des Soldaten ermöglicht. Feldartillerieregimenter spielten eine zentrale Rolle in der Kriegsführung des Ersten Weltkriegs. Sie unterstützten Infanterieangriffe mit Artillerievorbereitung, führten Gegenfeuer gegen feindliche Batterien und verteidigten Stellungen gegen Angriffe. Die Männer dieser Einheiten waren extremen Belastungen ausgesetzt, von schwerem feindlichem Beschuss bis zu den physischen Anforderungen des Bedienens schwerer Geschütze unter Kampfbedingungen.

Der Rang eines Gefreiten zeigt, dass der Empfänger ein erfahrener Mannschaftsdienstgrad war, möglicherweise mit speziellen technischen Kenntnissen oder Führungsaufgaben innerhalb seiner Geschützbesatzung. Dass er beide Klassen des Eisernen Kreuzes erhielt, spricht für wiederholte Tapferkeit und Zuverlässigkeit über mehrere Kriegsjahre hinweg.

Die Dokumente befinden sich in gutem Zustand (Zustand 2), wobei das Besitzzeugnis mehrfach gefaltet ist, was typisch für persönliche Dokumente ist, die von Veteranen aufbewahrt wurden. Zusammen bilden diese Stücke ein authentisches Zeugnis der militärischen Erfahrung eines einzelnen Soldaten im größten Konflikt, den die Welt bis dahin gesehen hatte, sowie der administrativen Kontinuität in der deutschen Militärverwaltung von der Kaiserzeit bis zur Weimarer Republik.