Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Gold

2. Form, an langer Nadel, Zustand 2-.
409183
€ 35,00

Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Gold

Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser (DRKB) - Schießauszeichnung in Gold

Die Schießauszeichnung in Gold des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser stellt ein bedeutendes Zeugnis der paramilitärischen Veteranenorganisationen der Weimarer Republik und des Dritten Reiches dar. Diese Auszeichnung dokumentiert die enge Verbindung zwischen militärischen Traditionen, Schießsportwesen und politischer Ideologie in Deutschland zwischen 1921 und 1945.

Der Deutsche Reichskriegerbund Kyffhäuser

Der DRKB entstand 1921 aus dem Zusammenschluss verschiedener Kriegervereine und entwickelte sich zur größten Veteranenorganisation der Weimarer Republik. Die Namensgebung bezog sich auf das Kyffhäuserdenkmal in Thüringen, ein monumentales Kaiser-Wilhelm-Denkmal, das zum Symbol deutscher Einheit und militärischer Tradition geworden war. Der Bund vereinte ehemalige Soldaten des Ersten Weltkrieges und ältere Veteranen unter dem Motto der Kameradschaftspflege und Traditionspflege.

Während der Weimarer Republik zählte der DRKB zeitweise über vier Millionen Mitglieder in mehr als 33.000 Ortsvereinen. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 wurde der Bund gleichgeschaltet und dem NS-Reichskriegerbund (NSRKB) unterstellt. 1938 erfolgte die vollständige Integration in den NSRKB, wobei die Kyffhäuser-Tradition formal weitergeführt wurde.

Schießwesen und Wehrsport

Das Schießwesen spielte in den Kriegerverbänden eine zentrale Rolle. Es diente einerseits der sportlichen Betätigung und Kameradschaftspflege, andererseits erfüllte es paramilitärische Zwecke. In der Weimarer Republik unterlagen diese Aktivitäten den Beschränkungen des Versailler Vertrages, der Deutschland strenge militärische Limitierungen auferlegte. Dennoch blieben Schießübungen als “Sport” erlaubt und wurden intensiv gepflegt.

Die Schießauszeichnungen des DRKB wurden für hervorragende Leistungen im Schießsport verliehen. Sie existierten in verschiedenen Stufen, wobei die goldene Auszeichnung die höchste Ehrung darstellte. Die Verleihungskriterien waren streng reglementiert und erforderten den Nachweis außergewöhnlicher Trefferquoten unter standardisierten Bedingungen.

Ausführungen und Entwicklung

Die Schießauszeichnung des DRKB wurde in mehrerenFormen hergestellt. Die vorliegende zweite Form repräsentiert eine spätere Entwicklungsstufe der Auszeichnung. Diese Abzeichen wurden typischerweise aus vergoldetem Metall gefertigt und zeigten charakteristische Gestaltungselemente: häufig das Kyffhäuserdenkmal, gekreuzte Gewehre oder andere militärische Symbole sowie Eichenlaub als traditionelles deutsches Ehrensymbol.

Die lange Nadel auf der Rückseite diente der Befestigung an der Zivilkleidung oder Uniform. Im Gegensatz zu staatlichen Auszeichnungen waren Vereinsabzeichen wie diese für das tägliche Tragen bei Vereinsveranstaltungen und öffentlichen Anlässen vorgesehen. Sie dokumentierten die sportliche Leistung des Trägers und seinen Status innerhalb der Veteranengemeinschaft.

Historischer Kontext

Die Schießauszeichnungen des DRKB müssen im Kontext der deutschen Zwischenkriegszeit verstanden werden. Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg und den als demütigend empfundenen Bestimmungen des Versailler Vertrages pflegten Veteranenverbände bewusst militärische Traditionen und hielten paramilitärische Fähigkeiten aufrecht. Das Schießwesen bildete dabei eine legale Möglichkeit, soldatische Fertigkeiten zu trainieren.

Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme erhielten diese Aktivitäten eine neue ideologische Ausrichtung. Der Wehrsportgedanke wurde intensiviert und in die nationalsozialistische Wehrpolitik eingebunden. Die Kriegervereine dienten als Reservoir für die geplante Aufrüstung und die spätere Wehrmacht.

Sammlerwert und Erhaltung

Heute stellen Auszeichnungen des DRKB bedeutende militärhistorische Sammelobjekte dar. Sie dokumentieren ein wichtiges Kapitel deutscher Veteranengeschichte und der paramilitärischen Kultur der Zwischenkriegszeit. Der Erhaltungszustand wird nach nummerierter Skala bewertet, wobei “Zustand 2-” eine sehr gute bis gute Erhaltung mit minimalen Gebrauchsspuren bezeichnet.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten dient dem historischen Verständnis und der kritischen Aufarbeitung dieser Epoche. Sie illustrieren die Kontinuitäten militärischer Traditionen und die schrittweise Militarisierung der deutschen Gesellschaft, die letztlich in die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges führte.