III. Reich - Der Deutsche Automobil Club ( D.D.A.C. ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " DDAC Gau 15 Westmark Jahreswertung 1937 "
Die vorliegende Plakette des Deutschen Automobil-Clubs (DDAC) aus dem Jahr 1937 repräsentiert ein bedeutendes Stück der deutschen Automobilgeschichte während der NS-Zeit. Diese nichttragbare Teilnehmerplakette wurde anlässlich der Jahreswertung 1937 im Gau 15 Westmark verliehen und dokumentiert die enge Verflechtung von Motorsport, Automobilkultur und nationalsozialistischer Organisation in dieser Epoche.
Der Deutsche Automobil-Club wurde 1903 gegründet und entwickelte sich zu einer der wichtigsten Automobilorganisationen Deutschlands. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde der DDAC im Zuge der Gleichschaltung grundlegend umstrukturiert. Im April 1933 wurde der bisherige Automobilclub durch den neuen, gleichgeschalteten DDAC ersetzt, der unter der Führung des Korpsführers Adolf Hühnlein stand, der gleichzeitig auch das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) leitete. Der DDAC wurde somit zu einem Instrument der NS-Verkehrspolitik und diente der Förderung der Motorisierung im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie.
Die Organisation war nach dem Gau-Prinzip strukturiert, wobei Deutschland in verschiedene Gaue unterteilt wurde. Der Gau 15 Westmark umfasste das Gebiet des Saarlandes und angrenzende Regionen an der französischen Grenze. Diese Region hatte nach der Rückgliederung des Saarlandes an das Deutsche Reich im Jahr 1935 eine besondere Bedeutung für die nationalsozialistische Propaganda. Die Westmark sollte als “Bollwerk” gegen Frankreich gestärkt und ihre Bevölkerung fest in das NS-System integriert werden.
Die Jahreswertungen des DDAC waren Veranstaltungen, die verschiedene Aspekte des Motorsports und der Fahrtüchtigkeit bewerteten. Sie dienten nicht nur der sportlichen Ertüchtigung, sondern auch der Förderung der Motorisierung und der Bindung der Mitglieder an die Organisation. Teilnehmer wurden für ihre Leistungen in verschiedenen Kategorien wie Zuverlässigkeitsfahrten, technisches Wissen oder regelmäßige Teilnahme an Clubveranstaltungen ausgezeichnet. Das Jahr 1937 fiel in eine Phase intensiver Motorisierungsbemühungen des NS-Regimes, die auch die Propagierung des “Volkswagens” und den Ausbau des Autobahnnetzes umfasste.
Die vorliegende Plakette wurde vom Hersteller Lauer aus Nürnberg gefertigt, einem bekannten Produzenten von Abzeichen und Plaketten während der NS-Zeit. Das Unternehmen stellte eine Vielzahl von Auszeichnungen für verschiedene NS-Organisationen her. Die Plakette besteht aus vergoldetem Feinzink und ist teilweise rot lackiert, was typisch für DDAC-Abzeichen dieser Zeit war. Die Farben Gold und Rot entsprachen der visuellen Identität der Organisation. Mit ihren Abmessungen von 75 x 75 mm und zwei Bohrungen zur Befestigung war diese Plakette nicht zum Tragen an der Uniform bestimmt, sondern diente vermutlich als Ausstellungsstück oder zur Montage an Fahrzeugen oder in Vitrinen.
Solche Plaketten hatten mehrere Funktionen: Sie dienten der Motivation der Mitglieder, der öffentlichen Darstellung der Zugehörigkeit zum DDAC und der Dokumentation sportlicher oder organisatorischer Leistungen. In der NS-Zeit waren derartige Auszeichnungen auch Teil eines umfassenden Systems von Symbolen und Ritualen, die zur Integration der Bevölkerung in die nationalsozialistischen Massenorganisationen beitrugen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde der DDAC von den Alliierten aufgelöst. An seine Stelle traten in den Besatzungszonen neue Automobilclubs, aus denen später der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) hervorging. Die historischen DDAC-Objekte wie diese Plakette sind heute Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte und werden von Sammlern und Museen als Dokumente der Zeitgeschichte bewahrt.
Für die militärhistorische Forschung und Sammlung sind solche Objekte von Bedeutung, da sie die alltägliche Durchdringung der Gesellschaft durch NS-Organisationen dokumentieren. Sie zeigen, wie auch scheinbar unpolitische Bereiche wie der Motorsport instrumentalisiert wurden. Die Erhaltung und wissenschaftliche Bearbeitung solcher Objekte trägt zum Verständnis der Mechanismen totalitärer Herrschaft bei.