Kriegsmarine - Tischdecke für ein Offizierscasino

Maße ca. 60 x 60 cm, Zustand 2.

Preis Pro Stück: 120 Euro.

Der Zustand kann variieren.
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120,00

Kriegsmarine - Tischdecke für ein Offizierscasino

Die vorliegende Tischdecke für ein Offizierscasino der Kriegsmarine repräsentiert einen faszinierenden Aspekt des militärischen Alltagslebens während der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Mit ihren Maßen von etwa 60 x 60 cm handelt es sich um eine typische Größe für individuelle Tischdecken, die in den Offiziersmessen der deutschen Kriegsmarine Verwendung fanden.

Die Kriegsmarine, offiziell am 1. Juni 1935 gegründet, war die Seestreitmacht des Deutschen Reiches von 1935 bis 1945. Unter der Leitung von Großadmiral Erich Raeder und später Karl Dönitz entwickelte sich die Kriegsmarine zu einer bedeutenden Marinekraft, die jedoch niemals die Stärke der Royal Navy erreichte. Die Marine umfasste zu ihrer Hochzeit über 800.000 Mann und betrieb zahlreiche Stützpunkte entlang der europäischen Küsten.

Die Offizierscasinos oder Offiziersheime spielten eine zentrale Rolle im sozialen Leben der Marineoffiziere. Diese Einrichtungen dienten nicht nur der Verpflegung, sondern waren wichtige Orte der Kameradschaft, der Entspannung und der informellen Kommunikation zwischen Offizieren verschiedener Dienstgrade. In der strengen militärischen Hierarchie der Kriegsmarine boten diese Räume einen geschützten Raum, in dem Offiziere unter sich bleiben konnten.

Die Ausstattung solcher Casinos folgte bestimmten Richtlinien der Marineleitung. Während die genauen Vorschriften für Textilien in verschiedenen Dienstvorschriften geregelt waren, legte man großen Wert auf Ordnung, Sauberkeit und eine angemessene Repräsentation. Tischdecken gehörten zur Standardausstattung und mussten den militärischen Standards entsprechen. Sie waren typischerweise aus strapazierfähigem Material gefertigt, oft in Weiß oder Creme gehalten, um sowohl praktische als auch ästhetische Anforderungen zu erfüllen.

Die Größe von 60 x 60 cm deutet darauf hin, dass es sich um eine Decke für kleinere Tische oder für einzelne Gedecke handelte. In größeren Offiziersmessen wurden solche Decken oft für Nebentische, Kartentische oder kleinere Speisebereiche verwendet. Die Marinegarnisonen in Kiel, Wilhelmshaven, Hamburg und an der Ostseeküste verfügten über gut ausgestattete Offiziersheime, die zum Teil beachtlichen Luxus boten.

Die Beschaffung und Verwaltung solcher Ausstattungsgegenstände erfolgte über die Marineintendantur, die für die gesamte Versorgung der Kriegsmarine zuständig war. Textile Produkte wurden von zivilen Lieferanten bezogen, die Verträge mit der Marine hatten. Die Qualität und Haltbarkeit waren wichtige Kriterien, da die Materialknappheit besonders in den späteren Kriegsjahren zu einer Herausforderung wurde.

Interessant ist auch der kulturelle Aspekt: Die Pflege von Traditionen und Ritualen hatte in der Kriegsmarine einen hohen Stellenwert. Die Marinekameradschaft basierte auf preußischen Militärtraditionen, kombiniert mit spezifischen maritimen Bräuchen. Das gemeinsame Essen in angemessenem Rahmen gehörte zu diesen Traditionen und sollte den Korpsgeist stärken.

Solche Textilien sind heute wichtige Zeitdokumente, die Einblick in die materielle Kultur und den Alltag der Kriegsmarine geben. Sie ergänzen unser Verständnis jenseits der reinen Militärgeschichte und zeigen die Bedeutung, die man der Aufrechterhaltung zivilisierter Umgangsformen auch unter Kriegsbedingungen beimaß. Für Sammler und Historiker repräsentieren diese Objekte einen Aspekt der Marinegeschichte, der oft übersehen wird.

Der Erhaltungszustand solcher Textilien variiert naturgemäß stark, da sie Gebrauchsgegenstände waren und den normalen Verschleiß durch Waschen und täglichen Einsatz unterlagen. Gut erhaltene Exemplare sind heute entsprechend selten und dokumentieren die Qualität der damaligen Textilverarbeitung.

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