III. Reich Polizei, Paar Knöpfe für den Polizeitschako
Die vorliegenden Tschakoknöpfe der deutschen Polizei aus der Zeit des Dritten Reiches stellen ein interessantes Zeugnis der uniformtechnischen Entwicklung und Standardisierung der deutschen Polizeikräfte zwischen 1933 und 1945 dar. Diese aus Aluminium gefertigten Knöpfe waren Bestandteil der offiziellen Kopfbedeckung der uniformierten Polizei und spiegeln sowohl die praktischen als auch die repräsentativen Aspekte der damaligen Polizeiuniform wider.
Der Polizeitschako hatte in der deutschen Polizeigeschichte eine lange Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde die deutsche Polizei schrittweise vereinheitlicht und zentralisiert. Die Verordnung über die einheitliche Kleidung der Polizei vom 24. Juni 1936 legte erstmals reichsweit einheitliche Standards für die Polizeiuniform fest. Der Tschako als hohe, zylindrische Kopfbedeckung wurde hauptsächlich von der Schutzpolizei bei feierlichen Anlässen und im Dienstverkehr getragen.
Die Verwendung von Aluminium als Material für die Knöpfe war eine bewusste Entscheidung, die mehrere Vorteile bot. Aluminium war leicht, korrosionsbeständig und ließ sich gut verarbeiten. In der Zeit zunehmender Rohstoffknappheit, besonders ab Kriegsbeginn 1939, gewann die Verwendung von Aluminium gegenüber Messing oder anderen Kupferlegierungen an Bedeutung, da diese Metalle für die Rüstungsproduktion benötigt wurden. Die Materialökonomie spielte eine zunehmend wichtige Rolle in der Herstellung von Uniformbestandteilen.
Die Knöpfe am Polizeitschako hatten sowohl eine funktionale als auch eine dekorative Bedeutung. Sie dienten zur Befestigung von Riemen, Schnüren oder anderen Tschakobestandteilen. Typischerweise waren sie mit dem Polizeihoheitszeichen versehen, das einen Adler mit Hakenkreuz sowie häufig einen Stern oder andere polizeispezifische Symbole zeigte. Die genaue Gestaltung variierte je nach Zeitpunkt der Herstellung und den jeweils gültigen Uniformvorschriften.
Die organisatorische Struktur der Polizei im Dritten Reich war komplex. Nach der Ernennung Heinrich Himmlers zum Chef der Deutschen Polizei im Juni 1936 wurde die Polizei zunehmend mit der SS verschmolzen. Die Ordnungspolizei (Orpo) umfasste die Schutzpolizei, Gendarmerie und Gemeindepolizei. Die Uniformierung dieser verschiedenen Polizeizweige folgte einheitlichen Richtlinien, wobei der Tschako ein charakteristisches Element der Schutzpolizei blieb.
Die Herstellung von Polizeiuniformteilen erfolgte durch verschiedene autorisierte Hersteller, die den Qualitätsstandards und Vorschriften des Reichsführers SS und Chef der Deutschen Polizei entsprechen mussten. Die Knöpfe wurden üblicherweise geprägt oder gegossen und anschließend mit Ösen oder Befestigungsmechanismen versehen. Die Qualität konnte je nach Herstellungsjahr und Produzent variieren, wobei gegen Kriegsende oft eine Vereinfachung und Qualitätsminderung festzustellen war.
Der Erhaltungszustand solcher Objekte ist heute häufig durch die jahrzehntelange Lagerung beeinträchtigt. Leichte Verbiegungen, wie sie bei den beschriebenen Knöpfen vorliegen, sind typisch für Aluminiumobjekte dieser Art und zeugen von ihrer tatsächlichen Verwendung oder unsachgemäßen Aufbewahrung. Die relativ weiche Beschaffenheit des Aluminiums machte diese Knöpfe anfällig für mechanische Beschädigungen.
Aus militärhistorischer Perspektive dokumentieren solche Uniformbestandteile die Alltagsrealität der deutschen Polizei in einer der dunkelsten Perioden deutscher Geschichte. Die Polizei war nicht nur für die öffentliche Ordnung zuständig, sondern wurde zunehmend in die Verbrechen des NS-Regimes eingebunden, einschließlich der Verfolgung von Juden, politischen Gegnern und anderen Opfergruppen. Polizeieinheiten waren auch an Kriegsverbrechen in den besetzten Gebieten beteiligt.
Heute sind solche Objekte wichtige Studienobjekte für Historiker und Sammler, die sich mit der Uniformkunde und der Geschichte der deutschen Polizei beschäftigen. Sie helfen, die materielle Kultur und die organisatorische Entwicklung dieser Institution zu verstehen, während sie gleichzeitig an die historische Verantwortung und die Verbrechen dieser Zeit erinnern.