NSKK / DDAC - nichttragbare Auszeichnungsplakette - " 3. Obererzg. 8 Bergefahrt Gau 16 26. Aug. 1934 - Für sportliche Leistung "
Diese NSKK/DDAC-Auszeichnungsplakette aus versilbertem Buntmetall dokumentiert die frühe Phase der nationalsozialistischen Verkehrsorganisationen und ihre Rolle bei der Förderung motorsportlicher Aktivitäten im Deutschland der 1930er Jahre. Die Plakette mit einem Durchmesser von 30 mm wurde anlässlich der 3. Obererzgebirgischen Bergfahrt im Gau 16 am 26. August 1934 verliehen und trägt die Inschrift “Für sportliche Leistung”.
Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) wurde 1931 als motorisierte Formation der NSDAP gegründet und entwickelte sich zu einer paramilitärischen Organisation mit mehreren hunderttausend Mitgliedern. Nach der Machtübernahme 1933 übernahm das NSKK zunehmend die Kontrolle über den deutschen Motorsport und die kraftfahrzeugtechnische Ausbildung. Der Deutsche Automobil-Club (DDAC), der 1933 gleichgeschaltet wurde, arbeitete eng mit dem NSKK zusammen und diente als zivile Verkehrsorganisation unter nationalsozialistischer Führung.
Die Bergfahrten waren beliebte motorsportliche Veranstaltungen, die technisches Können, Fahrzeugbeherrschung und Mut der Teilnehmer prüften. Das Obererzgebirge, eine Region im südlichen Sachsen an der Grenze zu Böhmen, bot mit seinen steilen Anstiegen und kurvenreichen Bergstraßen ideale Bedingungen für solche Wettbewerbe. Der Gau 16 entsprach der NSDAP-Gaueinteilung und bezeichnete den Gau Sachsen, zu dem diese Region gehörte.
Das Jahr 1934 war für die NS-Organisationen eine Phase der Konsolidierung. Nach dem sogenannten “Röhm-Putsch” im Juni 1934 wurde die Macht der SA beschnitten, während andere NS-Gliederungen wie das NSKK an Bedeutung gewannen. Motorsportveranstaltungen dienten nicht nur der sportlichen Betätigung, sondern auch der Demonstration technischer Überlegenheit und der vormilitärischen Ausbildung. Die Förderung des Motorsports fügte sich in die nationalsozialistische Ideologie ein, die körperliche Ertüchtigung und technische Modernisierung als Instrumente der Volksgemeinschaft propagierte.
Solche nichttragbaren Auszeichnungsplaketten unterschieden sich von tragbaren Ehrenzeichen und Abzeichen. Sie wurden typischerweise in Etuis aufbewahrt und dienten als Erinnerungsstücke an erfolgreiche Teilnahmen bei sportlichen Veranstaltungen. Die Herstellung aus versilbertem Buntmetall war für Plaketten dieser Art üblich und bot eine kostengünstige Alternative zu Edelmetallen, während sie dennoch einen repräsentativen Charakter bewahrte.
Die Inschrift “Für sportliche Leistung” unterstreicht den offiziellen Charakter der Auszeichnung. NSKK und DDAC verliehen zahlreiche solcher Plaketten bei regionalen und überregionalen Veranstaltungen, um Leistungsträger zu ehren und die Motivation der Teilnehmer zu fördern. Diese Auszeichnungen waren Teil eines umfassenden Systems von Ehrungen und Anerkennungen innerhalb der NS-Organisationen.
Aus heutiger Sicht sind solche Objekte wichtige historische Zeugnisse der nationalsozialistischen Durchdringung aller gesellschaftlichen Bereiche, einschließlich des Motorsports. Sie dokumentieren, wie sportliche Aktivitäten für politische und ideologische Zwecke instrumentalisiert wurden. Sammler und Historiker schätzen diese Plaketten als authentische Zeitdokumente, die Einblick in die Alltagskultur und Organisationsstrukturen des NS-Regimes geben.
Die Erhaltung in Zustand 2 deutet auf geringfügige Gebrauchsspuren hin, was bei einem über 90 Jahre alten Objekt durchaus üblich ist. Solche Plaketten sind heute begehrte Sammlerstücke, die sowohl von Militaria-Sammlern als auch von Motorsport-Historikern geschätzt werden, da sie eine spezifische Facette der deutschen Geschichte zwischen 1933 und 1945 repräsentieren.