NSKK / DDAC - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Nordmark-Nachtfahrt rund um Kiel 21./22. April 1934 "

Buntmetall versilbert mit aufgesetzter Emailleauflage, 75 mm, mit 2 Bohrungen, auf der Rückseite mit aufgeklebter Anleitung zur Behandlung der Emaille, Zustand 2.
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450,00

NSKK / DDAC - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Nordmark-Nachtfahrt rund um Kiel 21./22. April 1934 "

Die NSKK/DDAC Nordmark-Nachtfahrt rund um Kiel am 21./22. April 1934 repräsentiert einen bedeutenden Moment in der Geschichte der nationalsozialistischen Verkehrs- und Kraftfahrtorganisationen im frühen Dritten Reich. Diese nichttragbare Teilnehmerplakette dokumentiert die Verbindung zwischen Motorsport, politischer Propaganda und der Gleichschaltung deutscher Automobilverbände in der NS-Zeit.

Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) wurde 1931 als motorisierte Unterorganisation der SA gegründet und entwickelte sich nach 1933 zu einer paramilitärischen Formation mit mehreren hunderttausend Mitgliedern. Der Deutsche Automobil-Club (DDAC), 1903 gegründet, wurde 1933/34 gleichgeschaltet und dem NSKK-Korpsführer Adolf Hühnlein unterstellt. Die Verschmelzung beider Organisationen symbolisierte die Instrumentalisierung des Motorsports für NS-Zwecke.

Die vorliegende Plakette aus versilbertem Buntmetall mit Emailleauflage und den Maßen 75 mm zeigt die typische handwerkliche Qualität solcher Erinnerungsstücke der 1930er Jahre. Die zwei Bohrungen deuten darauf hin, dass sie zur Befestigung an Fahrzeugen, Vitrinen oder Wandhalterungen vorgesehen war. Die aufgeklebte Anleitung zur Behandlung der Emaille auf der Rückseite unterstreicht den Wert, den man diesen Objekten beimaß.

Nachtfahrten waren beliebte motorsportliche Veranstaltungen der Zwischenkriegszeit, die besondere navigatorische und fahrerische Fähigkeiten erforderten. Die Region Nordmark bezeichnete in der NS-Terminologie das Gebiet Schleswig-Holstein und Hamburg. Kiel als Marinestützpunkt hatte besondere strategische Bedeutung und war ein wichtiges Zentrum nationalsozialistischer Aktivitäten.

Im April 1934 befand sich das NS-Regime in der Phase der Konsolidierung. Die "Gleichschaltung" von Vereinen und Verbänden war weitgehend abgeschlossen. Motorsportveranstaltungen dienten mehreren Zwecken: Sie förderten technische Fertigkeiten, die für eine künftige Motorisierung der Wehrmacht relevant waren, sie boten Gelegenheit zur Massenorganisation und politischen Indoktrination, und sie demonstrierten die angebliche Modernität des neuen Regimes.

Die Produktion solcher Plaketten erfolgte durch spezialisierte Metallwarenhersteller, oft in Süddeutschland konzentriert. Die Verwendung von Emaille war aufwendig und erforderte mehrere Brennvorgänge bei hohen Temperaturen. Die Versilberung und die sorgfältige Ausführung zeigen, dass diese Stücke als dauerhafte Erinnerungen konzipiert waren, nicht als Massenware.

Teilnehmerplaketten wie diese dokumentieren die Alltagskultur des Dritten Reichs und die Durchdringung scheinbar unpolitischer Freizeitaktivitäten mit NS-Ideologie. Sie wurden an Fahrer und Beifahrer ausgegeben, die die Veranstaltung erfolgreich absolvierten. Anders als tragbare Auszeichnungen waren sie Erinnerungs- und Prestigeobjekte für den privaten Bereich.

Aus militärhistorischer Perspektive sind solche Objekte bedeutsam, weil das NSKK eine wichtige Rolle bei der vormilitärischen Ausbildung spielte. Die Organisation trainierte Kraftfahrer, die später als Fahrer, Mechaniker und Transportpersonal in der Wehrmacht eingesetzt wurden. Die technischen Fertigkeiten, die bei Nachtfahrten erworben wurden, waren direkt militärisch verwertbar.

Die Erhaltung der Anleitung zur Emaillepflege auf der Rückseite ist bemerkenswert und heute selten. Sie zeigt die Sorgfalt der ursprünglichen Besitzer und erhöht den dokumentarischen Wert des Objekts. Der angegebene Zustand 2 deutet auf eine gut erhaltene Plakette mit leichten Gebrauchsspuren hin, was bei einem fast 90 Jahre alten Objekt als ausgezeichnet gilt.

Heute sind solche Plaketten wichtige Studienobjekte für Historiker, die die Alltagsgeschichte des Nationalsozialismus erforschen. Sie dokumentieren die Verbindung von Technikbegeisterung, Motorsport und politischer Ideologie in den 1930er Jahren und zeigen, wie das NS-Regime versuchte, alle Lebensbereiche zu durchdringen und für seine Zwecke zu instrumentalisieren.