Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen 5. Form
Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Frauenschaft (NSF) stellt ein bedeutendes Zeugnis der organisierten Frauenbewegung im nationalsozialistischen Deutschland dar. Die NSF wurde am 1. Oktober 1931 als offizielle Frauenorganisation der NSDAP gegründet und bildete zusammen mit dem Deutschen Frauenwerk die organisatorische Struktur für die Einbindung von Frauen in das NS-System.
Die 5. Form des Mitgliedsabzeichens repräsentiert eine der späteren Ausführungsvarianten, die im Laufe der Jahre entwickelt wurden. Mit einem Durchmesser von 44 mm gehört dieses Abzeichen zu den standardisierten Größen, die für offizielle Parteiabzeichen vorgeschrieben waren. Die rückseitige Prägung “GES.GESCH.” (Gesetzlich Geschützt) weist auf die rechtliche Absicherung des Abzeichens gegen unbefugte Nachbildung hin, was bei offiziellen NS-Organisationsabzeichen üblich war.
Die NSF unterstand der Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink, die ab 1934 diese Position innehatte. Die Organisation hatte die Aufgabe, die nationalsozialistische Ideologie unter Frauen zu verbreiten und diese im Sinne der NS-Weltanschauung zu schulen. Die Mitgliedschaft war auf “arische” Frauen beschränkt, die bestimmte rassische und politische Kriterien erfüllen mussten.
Das Abzeichen selbst wurde typischerweise an der Kleidung mittels einer Nadel befestigt und diente als sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zur Organisation. Die verschiedenen Formen des Abzeichens entwickelten sich aus praktischen und ästhetischen Gründen, wobei jede Form bestimmte Herstellungsperioden und teilweise auch unterschiedliche Hersteller repräsentierte. Die Kennzeichnung als “5. Form” deutet auf eine systematische Katalogisierung durch Sammler und Historiker hin.
Die Herstellung solcher Abzeichen unterlag strengen Vorschriften der Reichszeugmeisterei, der zentralen Beschaffungsstelle der NSDAP. Diese Institution kontrollierte die Produktion und Verteilung aller Parteiabzeichen und -uniformen. Verschiedene Hersteller erhielten Lizenzen zur Produktion, mussten aber strikte Qualitäts- und Designvorgaben einhalten.
Die NSF erreichte bis 1945 eine Mitgliederzahl von mehreren Millionen Frauen und war in alle Ebenen der nationalsozialistischen Gesellschaft integriert. Die Organisation führte Schulungskurse durch, organisierte Hilfsdienste und war in die Durchsetzung der NS-Rassenpolitik involviert. Das Tragen des Mitgliedsabzeichens war bei offiziellen Anlässen und Veranstaltungen vorgeschrieben.
Aus heutiger Sicht sind solche Abzeichen wichtige historische Quellen für die Erforschung der NS-Zeit. Sie dokumentieren die umfassende Organisationsstruktur des Regimes und die systematische Einbindung der Bevölkerung in das totalitäre System. Der Zustand 2 des vorliegenden Exemplars deutet auf eine gut erhaltene Qualität hin, was bei Objekten aus dieser Periode von historischem Wert ist.
Das Sammeln und der Handel mit solchen Objekten unterliegen in Deutschland und anderen Ländern besonderen rechtlichen Bestimmungen. Sie dienen ausschließlich der historischen Dokumentation und Forschung. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit solchen Artefakten ist wichtig für das Verständnis der Mechanismen totalitärer Herrschaft und der gesellschaftlichen Mobilisierung im Nationalsozialismus.