Kriegsmarine Ärmeltresse für einen Leutnant

Metallfaden, Breite: ca.140 mm, Länge: ca.34 cm, ungetragen, Zustand 2-



440286
€ 25,00

Kriegsmarine Ärmeltresse für einen Leutnant

Die Kriegsmarine Ärmeltresse für einen Leutnant repräsentiert ein wichtiges Element der Rangabzeichen und Uniformkunde der deutschen Kriegsmarine während des Zweiten Weltkrieges. Diese Ärmeltresse aus Metallfaden war ein wesentlicher Bestandteil der Offiziersuniform und diente der unmittelbaren Erkennbarkeit des Dienstgrades an Bord und an Land.

Historischer Kontext und Entwicklung

Die Kriegsmarine, als Nachfolgerin der Reichsmarine, wurde am 1. Juni 1935 offiziell gegründet und stellte die Seestreitkräfte des nationalsozialistischen Deutschlands dar. Mit der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht und der Abkehr vom Versailler Vertrag begann ein massiver Ausbau der deutschen Seestreitkräfte. Die Uniformvorschriften und Rangabzeichen wurden dabei präzise festgelegt und orientierten sich teilweise an den Traditionen der Kaiserlichen Marine.

Der Rang des Leutnants zur See entsprach dem Leutnant der anderen Wehrmachtsteile und stellte den niedrigsten Offiziersrang dar. Nach erfolgreichem Abschluss der Offiziersausbildung und der Marineoffizierschule wurden die Offizieranwärter zu Leutnanten zur See ernannt. Dieser Rang war der erste Schritt in der Offizierslaufbahn und führte in der Regel nach einer Dienstzeit von etwa drei bis vier Jahren zur Beförderung zum Oberleutnant zur See.

Technische Beschreibung und Herstellung

Die Ärmeltresse für Leutnante zur See bestand aus einer einzelnen goldenen Litze mit einer Breite von etwa 10 bis 11 Millimetern, die um den Ärmel des Uniformrockes verlief. Die hier beschriebene Tresse mit einer Breite von etwa 140 mm und einer Länge von 34 cm entspricht den Standardmaßen für die Anbringung auf dem Uniformrock. Die Herstellung erfolgte aus Metallfaden, wobei bei Offizieren echte Gold- oder vergoldete Fäden verwendet wurden, während bei Unteroffizieren und Mannschaften gelbe Kunstseidenfäden zum Einsatz kamen.

Die Tresse wurde in aufwendiger Handarbeit gefertigt und musste präzise auf den dunkelblauen Uniformrock aufgenäht werden. Die Position befand sich etwa 10 cm oberhalb des Ärmelabschlusses. Die hochwertige Verarbeitung und die Verwendung von Metallfäden garantierten eine lange Haltbarkeit und einen repräsentativen Glanz, der dem Status eines Offiziers der Kriegsmarine entsprach.

Regelungen und Vorschriften

Die genauen Spezifikationen für Rangabzeichen waren in der Anzugordnung für die Kriegsmarine festgelegt, die mehrfach überarbeitet und ergänzt wurde. Diese Vorschriften regelten nicht nur die Breite und Anzahl der Tressen, sondern auch deren exakte Positionierung auf den verschiedenen Uniformarten. Leutnante zur See trugen ihre Rangabzeichen auf dem Dienstanzug, dem Ausgehanzug und der Paradeuniform.

Die Rangkennzeichnung der Kriegsmarine unterschied sich deutlich von der des Heeres und der Luftwaffe. Während diese auf Schulterstücken basierten, verwendete die Marine traditionell Ärmeltressen, eine Praxis, die von vielen Marinen weltweit übernommen wurde und bis heute Bestand hat.

Verwendung und Bedeutung

Für einen jungen Offizier war die Ärmeltresse nicht nur ein Rangabzeichen, sondern auch ein Symbol für die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung und die Aufnahme in das Offizierkorps. Die Kriegsmarine legte großen Wert auf Tradition und Korpsgeist, und die korrekte Uniform war ein wesentlicher Bestandteil dieser Identität.

Leutnante zur See wurden auf verschiedenen Schiffstypen eingesetzt, von U-Booten über Zerstörer bis hin zu Schlachtschiffen. Sie übernahmen wichtige Funktionen als Wachoffiziere, Divisions- oder Gruppenoffiziere und sammelten praktische Erfahrungen für ihre weitere Karriere.

Sammlerwert und Erhaltung

Ungetragene Ärmeltressen wie das beschriebene Exemplar sind heute gesuchte Sammlerstücke. Der Zustand 2- deutet auf eine sehr gute Erhaltung hin, was bei Textilien aus dieser Zeit bemerkenswert ist. Die Metallfäden können über die Jahrzehnte anlaufen oder oxidieren, doch bei sachgemäßer Lagerung bleiben diese Stücke gut erhalten. Für Militärhistoriker und Sammler bieten solche Objekte wichtige Einblicke in die Uniformkunde und die materielle Kultur der Kriegsmarine.

Die Beschäftigung mit solchen Objekten erfolgt heute ausschließlich unter historisch-wissenschaftlichen Gesichtspunkten und dient dem Verständnis der militärischen Geschichte und der Erinnerungskultur.