Polizei-Felddivision Feldbluse und Hose für Mannschaften 

Kammerstück, Feldbluse im Wehrmachtsschnitt, in feldgrauem Polizeituch, alle Knöpfe vorhanden, Effekten wurden noch nicht vernäht. Am linken Unterarm mit Herstelleretikett "Lago Nürnberg". Innen mit Kammerstempel " Po 1944, sowie Lago Nürnberg 10/43". Maße: Schulterbreite ca. 48 cm, Armlänge-Außen ca. 58 cm, Gesamtlänge ca. 65 cm. Zustand 1.
In mint condition........
Dazu die Passende lange Hose, mit Herstelleretikett "Lago für Schneider Nürnberg". Innen mit Stempel " Lago Nürnberg 10/43". Bundumfang 90 cm, Länge 102 cm, Zustand 1.
In mint condition.....
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3.000,00

Polizei-Felddivision Feldbluse und Hose für Mannschaften 

Die Polizei-Felddivision stellt ein bemerkenswertes Kapitel in der Geschichte der deutschen Polizeiverbände während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese uniformierte Einheit repräsentiert die zunehmende Militarisierung der Polizei im nationalsozialistischen Deutschland und deren direkte Beteiligung an Kriegshandlungen.

Die vorliegende Feldbluse im Wehrmachtsschnitt und die dazugehörige Hose stammen aus der Produktion des Jahres 1943, wie die Herstellerstempel “Lago Nürnberg 10/43” belegen. Die Firma Lago war ein bedeutender Zulieferer für Uniformen und Bekleidungsstücke der Wehrmacht und anderer militärischer Organisationen während des Krieges. Der zusätzliche Kammerstempel “Po 1944” deutet auf die Einlagerung oder Ausgabe im Jahr 1944 hin.

Die Polizei-Felddivisionen wurden ab 1939 aus Angehörigen der Ordnungspolizei aufgestellt. Die erste Polizei-Division entstand bereits im September 1939 und wurde im besetzten Polen eingesetzt. Im Verlauf des Krieges wurden mehrere solcher Divisionen formiert, die sowohl an der Ostfront als auch in anderen Kriegsschauplätzen kämpften. Diese Einheiten unterstanden zunächst dem Reichsführer SS Heinrich Himmler, wurden aber operativ der Wehrmacht unterstellt.

Die Uniform zeigt den typischen Wehrmachtsschnitt der Feldblusen, jedoch aus feldgrauem Polizeituch gefertigt. Dies war charakteristisch für die Polizei-Felddivisionen, die eine Mischform zwischen militärischer und polizeilicher Ausrüstung trugen. Die Feldbluse sollte ursprünglich mit den entsprechenden Effekten (Abzeichen, Kragenspiegel, Schulterstücke) versehen werden, was jedoch bei diesem Kammerstück nie durchgeführt wurde. Dies deutet darauf hin, dass die Uniform nie ausgegeben oder getragen wurde und als Lagerbestand verblieb.

Die Maßangaben der Feldbluse (Schulterbreite ca. 48 cm, Armlänge-Außen ca. 58 cm, Gesamtlänge ca. 65 cm) entsprechen einer standardisierten Größe für Mannschaften. Die Uniformierung erfolgte nach festgelegten Größentabellen, um eine effiziente Massenproduktion zu ermöglichen. Die dazugehörige Hose mit einem Bundumfang von 90 cm und einer Länge von 102 cm ergänzt die vollständige Felduniform.

Die Bezeichnung “Kammerstück” ist von besonderer Bedeutung: Sie kennzeichnet Uniformteile, die aus militärischen Depots oder Bekleidungskammern stammen und nie in Gebrauch waren. Solche Stücke wurden entweder nie ausgegeben, oder sie verblieben nach Kriegsende als Lagerbestand. Der hervorragende Erhaltungszustand (Zustand 1) bestätigt dies eindrucksvoll.

Die Produktion im Jahr 1943 fällt in eine Phase des Krieges, in der die Materialknappheit zunehmend spürbar wurde. Dennoch zeigt die vollständige Ausstattung mit allen Knöpfen und die qualitative Verarbeitung, dass zu diesem Zeitpunkt noch standardgemäße Uniformen hergestellt werden konnten. Das Etikett “für Schneider” auf der Hose weist darauf hin, dass diese möglicherweise zur individuellen Anpassung vorgesehen war.

Die Polizei-Felddivisionen erlitten im Verlauf des Krieges erhebliche Verluste, insbesondere an der Ostfront. Viele dieser Einheiten wurden aufgerieben und mussten mehrfach neu aufgestellt werden. Die Soldaten dieser Verbände waren zumeist Angehörige der Ordnungspolizei, die eine polizeiliche Grundausbildung erhalten hatten, aber für den militärischen Einsatz nachgeschult wurden.

Aus historischer Perspektive dokumentieren solche Uniformstücke die organisatorische Struktur und die materielle Kultur der deutschen Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg. Sie zeigen die Verbindung zwischen zivilen Polizeikräften und militärischen Operationen, die charakteristisch für das nationalsozialistische System war. Die Tatsache, dass diese Uniform nie getragen wurde, macht sie zu einem authentischen Zeitzeugnis der Kriegsproduktion und Logistik.

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